Grenzdenkmalverein e.V. Hötensleben

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Mühlenweg 29
39393 Hötensleben

Telefon (039405) 50660
Mobiltelefon (0151) 14254454

E-Mail E-Mail:
Homepage: www.grenzdenkmal.com

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Ein Zeugnis jüngster deutscher Geschichte ist das Grenzdenkmal Hötensleben. Weit über den Bördekreis hinaus verbindet man gedanklich Hötensleben mit dieser Grenzsperranlage. Auf einer Länge von 350 m und einer Fläche von 6,5 ha ist die von der ehemaligen DDR errichtete innerdeutschen Grenze authentisch und relativ vollständig erhalten geblieben. Hier werden alle militärisch wichtigen Elemente der Grenzanlage gezeigt. Seit dem 12. Januar 1990 steht diese Anlage unter Denkmalschutz. Bei Voranmeldung sind Führungen mit einer Besichtigung des Grenzturmes möglich.

 

Der Grenzdenkmalverein Hötensleben engagiert sich für den Erhalt eines Teils der ehemaligen Grenzsicherungsanlagen des DDR-Regimes in Hötensleben als Denkmal. Damit kämpfen wir wider das Vergessen der Verbrechen der DDR-Diktatur. Die martialischen und unmenschlichen Grenzsicherungsanlagen sind ein eindrucksvoller Beleg für die heranwachsende Jugend, um eine weitere Diktatur auf deutschen Boden zu verhindern. Die Jugend aber auch aller anderen Bevölkerungsschichten sollen gleichzeitig zu einem politischen Engagement animiert werden, damit die Demokratie in Deutschland erhalten bleibt und eine Diktatur nie wieder eine Chance erhält.

 

Zum Engagement gehört Interesse, Interesse aber nicht nur an der eigenen Person. Dieses Interesse soll geweckt werden. Um den Bekanntheitsgrad des Denkmals zu erhöhen und um das Denkmal zu erhalten, werden auch Veranstaltungen geplant. Hötensleben ist leider nur noch der einzige authentische Grenzabschnitt der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Daher ist es unerlässlich, dass wir das Denkmal erhalten.

 

Der derzeitige Vorstand des Grenzdenkmalvereins Hötensleben setzt sich zusammen aus:

 

Vorsitzender René Müller
stellvertr. Vorsitzender Achim Walther
Kassenwart Rosi Grzymbowski
Schriftführer Dieter Buchwald
Beisitzer Jochim Mehnert und Jan Prüße

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Aktuelle Meldungen

Bericht des Vorsitzenden

(01.06.2017)

Bericht des Vorsitzenden

für den Zeitraum 01.01.2016 bis 31.12.2016

Stand 25. Mai 2017

 

 

Mitgliederstand:

Der Verein hatte am Ende des Berichtszeitraumes 61 Mitglieder aus ganz Deutschland. Hierin sind 12 Mitglieder enthalten, zu denen trotz mehrmalgier Anfrage kein Kontakt aufgebaut werden konnte.

 

Jahreshauptversammlung 2016:

Die Jahreshauptversammlung 2016 fand am 05. März 2016 in der Grundschule Hötensleben statt. Turnusgemäß stand eine Neuwahl des Vorstandes auf dem Programm. Achim Walther hat aus Altersgründen den Posten des 1. Vorsitzenden abgegeben.

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung stellte Hans Pleschinski sein Buch „Ostsucht“ vor.

 

Öffentlichkeitsarbeit:

Ständige Aufgaben waren die Erledigung von Anfragen, der übliche Schriftverkehr, Pflege des Web-Auftritts, Pressearbeit und die anfallenden Führungen.

Bei den Führungen ist das Highlight der Turm leider immer noch nicht zugänglich.

Bei den angemeldeten Führungen wurden am Grenzdenkmal ca. 600 Personen eingewiesen. Darunter waren:

    • Schulklassen aus Deutschland (u. A. WOB, Stendal, Ahrendsee, Duderstadt, Leuna, Aschersleben, Ilsede)

    • Studenten aus den Niederlanden

    • Gruppe aus Dänemark

    • Pfarrgruppe aus Buchloe

    • Konrad-Adenauer-Stiftung

    • Caravan-Club aus Stuttgart

    • Lyons-Gruppe

    • Rotarier-Frauen aus Springe

    • Seminargruppe aus Zwickau

    • Meisterschule aus Magdeburg

    • Karl-Arnold-Stiftung aus Köln

    • Hans-Seidel-Stiftung (Lehrer aus Seoul)

    • Gruppe von Geologen

    • und diverse andere Gruppen (Bundeswehr, Frauenhilfe, Institut für Zeitgeschichte Wolfsburg, Herzsportgruppe, Familien, ...).

      Dazu kommen die Aktivitäten in Offleben, die in Kooperation mit der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Büddenstedt sowie dem Verein ZeitZonen e.V. aus Braunschweig durchgeführt wurden:

    • 19.03.2016: Vortrag: Geschichte(n) aus dem Zonenrand (Dr. Michael Ploenus)

    • 09.04.2016: Vortrag: Der Bundesgrenzschutz auf dem Dorf (Benedikt Einert)

      Beide Veranstaltungen wurden mit insgesamt 60 Besucherinnen und Besuchern gut angenommen.

      Am 19. Bundeskongress der Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen und der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit den Verfolgtenverbänden und Aufarbeitungsinitiativen vom 22 bis 24. April 2016 in Rostock nahmen der 1. Vorsitzende unseres Vereins René Müller und der 2. Vorsitzende Achim Walther teil.

       

      Gedenkstunde am 26. Mai:

      Unsere Gedenkstunde für die Opfer der innerdeutschen Grenze fand am 26. Mai 2016, dem 64. Jahrestag der innerdeutschen Grenzschließung (1952), statt. Der amtierende Direktor der Gedenkstättenstiftung Sachsen-Anhalt, Herr Andrè Merten begrüßte die Teilnehmer. Grußworte sprachen die Bürgermeister von Hötensleben, Horst Scheibel und Schöningen Henry Bäsecke. Die Gedenkrede hielt Pfarrer Peter Mücksch, Hötensleben.

       

      Das 19. Internationale Workcamp

      Es ist schon das 19. Camp in Hötensleben, somit gibt es in diesem Jahr ein kleines Jubiläum.

      Im letzten Jahr kamen die Teilnehmer des Camps aus Tunesien, Marokko, Russland, Südkorea, Mexiko, Taiwan, Hongkong, Belgien und Deutschland. Da der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Herr Dr. Haseloff wieder die Schirmherrschaft übernommen hat, erhielten wir am Donnerstag, den 09. Juni, hohen Besuch. Der Innenminister Holger Stahlknecht kam zur Abschlussveranstaltung. Der Grenzdenkmalverein weiß diese Ehre, als eine Würdigung seiner Arbeit zu schätzen.

      Im letzten Jahr waren noch beide Ministerpräsidenten der benachbarten Bundesländer die Schirmherren des Camps, denn immerhin wurden in Hötensleben Niedersachsen und Sachsen-Anhalt geteilt. Aus Niedersachsen kam auf die Anfrage des Grenzdenkmalvereins leider keine Antwort in diesem Jahr.

      Etwas war anders mit diesem Camp, der Zeitpunkt ist ein anderer als in den letzten Jahren. Der Grund liegt aber auf der Hand, denn das Workcamp ist schon zu einer Tradition geworden und aus diesem Grund sollten die Camper die 1000-Jahrfeier begleiten. Sie halfen aktiv mit und feierten natürlich auch mit. Im Festumzug gehörte ihnen ein eigener Block.

      Auch so hat das Workcamp wieder viel erlebt. Auf Einladung von Manfred Behrens wurde der Bundestag in Berlin besucht. Verbunden wurde der Besuch mit einer Sightseeing-Tour durch Berlin. Es ging auch zum Klettern nach Blankenburg. Sehr spannend und interessant war der Besuch von Wolfenbüttel mit dem Schloss und der beeindruckenden Ernst August Bibliothek. Es gibt dort einige Stichpunkte zu nennen, da wären Kapitän Jack Sparrow, das Semikolon, das teuerste Buch der Welt…

      Wie im vorigen Jahr gab es auch in diesem Jahr einen Workshop in Marienborn. Dabei wurde über die Innerdeutsche Grenze referiert aber auch über die Grenzen in den Ländern der Teilnehmer des Camps. Außerdem wurde die verschiedenen Kulturen der Camper thematisiert, denn multikulturell ist das Camp in jedem Jahr. Damit wurde auch ein besseres Verständnis der Camper untereinander erreicht. Völkerverständigung ist ein großes Ziel des Camps. Darin wird auch der gesamte Ort mit einbezogen. Gerade in den momentan schwierigen Zeiten mit aufkommender Fremdenfeindlichkeit ist ein Verständnis der anderen Kulturen wichtig.

      Weiterhin wurde das Paläon besucht. Auch der Schützenverein freute sich über einen Besuch des Camps. Abgerundet wird alles mit der schon erwähnten Abschlussveranstaltung.

      Der Grenzdenkmalverein möchte sich bei allen bedanken, die das Camp unterstützen. Ehrenamtliches Engagement ist nicht selbstverständlich. Wir möchten auch keinen hervorheben, denn jeder der seinen Beitrag gegeben hat, hat es aus freien Stücken und gern gemacht. Es müssen aber die erwähnt werde, die durch ihre finanziellen Zuwendungen das Camp erst ermöglichten. Das wären die Gemeinde Hötensleben, die Gedenkstätte Deutsche Teilung und der Landesbeauftragten für Stasiunterlagen Sachsen-Anhalt. Ein letzter Dank geht an unseren Landesvater, für seine Bereitschaft als Schirmherr des Camps aufzutreten.

      Lag die Betreuung der Jugendlichen vor allem wieder in den Händen des Grenzdenkmalvereins, so stellte die Gemeinde Hötensleben wie seit Jahren in bewährter Weise wieder die Unterkunft im Rathaus zur Verfügung und richtete die Begrüßungs-veranstaltung aus. Auch die Freiwillige Feuerwehr, der Schützenverein Hötensleben und die Verkehrswacht Völpke bereicherten wieder in bewährter Weise das Programm mit Vorführungen, Mitmachmöglichkeiten, geselligen Veranstaltungen und Grillabenden.

      Bei den bisherigen 19 Camps waren seit 1998 insgesamt 235 Jugendliche aus 32 Ländern und 5 Kontinenten bei uns zu Gast.

       

      Das erste Geschichtscamp

      Die integrierte Gesamtschule Landau führte im Rathaus vom 29. August bis 9. September ein Geschichtscamp durch. Das Thema war Flüchtlinge und Vertreibung nach 1945 und die Erfahrungen von Zeitzeugen aus dieser Zeit und der Zeit der Zwangsaussiedlungen. Dabei konnten Parallelen zu unserer heutigen Situation gezogen werden. Es war ein sehr gelungenes Projekt und wir werde es fortführen.

       

      Dank

      Dankbar sind wir wieder für die zuverlässige und fruchtbare Zusammenarbeit mit der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und mit der Gedenkstättenstiftung von Sachsen-Anhalt! Ohne diese Hilfen wäre es weder möglich gewesen, solche Projekte, wie die alljährlichen Kranzniederlegungen für die Grenzopfer (seit 1994), das internationale Workcamp (seit 1998) und die Aktion „Baume überwinden Mauern“ (1995 – 2002) durchzuführen, noch hätten die Bücher „Heringsbahn“ und „Die eisige Naht“(1999 und 2011) erarbeitet und herausgegeben werden können. Unser Dank gilt sowohl den verdienstvollen Leitern der Behörde, Edda Ahrberg, Gerhard Ruden und Birgit Neumann-Becker als auch ihren Mitarbeitern. Gestärkt hat uns auch das kameradschaftliche Verhältnis zu den Verfolgtenverbänden und deren langjährige Teilnahme an unseren Gedenkstunden für die Grenzopfer. Das hat uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

      Eine sehr wichtige, wertvolle und praktische Zusammenarbeit gibt es auch mit der Gedenkstättenstiftung Sachsen-Anhalt und mit der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn! Von dort erfahren wir eine zuverlässige Förderung unserer Vorhaben. Das betrifft nicht nur die tatkräftige Unterstützung bei der Organisation und Finanzierung unserer alljährlichen Gedenkstunde für die Opfer der innerdeutschen Grenze, sondern auch die beachtliche Förderung des alljährlichen Workcamps auf finanziellem und organisatorischem Gebiet.

      Wir freuen uns auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit diesen beiden Einrichtungen in der Zukunft!

      Unser Dank gilt auch in diesem Jahre wieder all denen, die unsere Arbeit tatkräftig unterstützt haben, die ohne Umschweife angepackt haben, wenn es nötig war, wie beispielsweise beim Workcamp.

      Für das Jahr 2017 wünschen wir uns abermals, dass die gesamte Denkmalsubstanz denkmalgerecht gepflegt und das Grenzdenkmal in den Zustand versetzt wird, der in der Denkmalpflegerischen Zielstellung von 1993 durch das Landesamt für Denkmalpflege von Sachsen-Anhalt vorgegeben ist. Dann könnte endlich auch der Rundweg mit der Hundetrasse zugänglich gemacht werden!

       

      Hötensleben, 25. Mai 2017

Jahreshauptversammlung und Vortrag

(01.06.2017)

Am Samstag um 15:00 Uhr hatte der Grenzdenkmalverein seine Jahreshauptversammlung. Nach dem üblichen Programmablauf dem Verlesen des Protokolls der Sitzung des letzten Jahres, mit den Vorträgen des Vorsitzenden René Müller und der Schatzmeisterin Roswita Grzymbowski sowie der Entlastung des Vorstandes kam es zu einer angeregten Diskussion.

Ein Grund dafür war das schwindende Vermögen des Vereins. Eine Ursache ist die SEPA-Umstellung. Nach der einige Mitglieder des Vereins der Bitte um Beitragszahlung nicht mehr nachkamen. Die andere Ursache ist das massiv zurückgegangene Spendenaufkommen. Hier liegt die Hauptursache an Unzugänglichkeit des Turmes, denn dort befand sich eine Spendenbox, die immer gut gefüllt war. Da eine Besserung mittelfristig nicht zu erwarten ist, wurde sich überlegt, mit Fundraising den Verein und das alljährliche Workcamp zu erhalten, denn momentan übersteigen die Ausgaben die Einnahmen.

Ein weiterer Grund war der schlechte Wartungszustand des Denkmals. Da es dafür mehrere Ursachen oder auch Fehlabsprachen gibt, wird dieses Thema mit allen Verantwortlichen noch einmal gesondert diskutiert.

Was wird aus dem Turm mit Führungsstelle auf dem Schützenplatz? Wenn hier nicht bald etwas passiert, wird er eventuell sogar noch zu einer Gefahr und es ist nur schade um den verlorenen Zeugniswert.

Das Workcamp wird in diesem Jahr vom 14. Juli bis 6. August stattfinden und das Geschichtscamp mit einer Schule aus Landau und Schulen aus der Region vom 14. bis 25. August.

Im Anschluss an die Jahreshauptversammlung gab es wie in jedem Jahr noch einen Vortrag In diesem Jahr „Vom Wachsen der Flügel – Eine Stasi-Akte erzählt“ von Manfred Casper. Dieser Vortrag ist nur weiterzuempfehlen. Die interessante Zusammenstellung und die eloquente Art von Casper machten es zu einem kurzweiligen Vergnügen.

Manfred Casper, aufgewachsen in der DDR und mit 18 Jahren wegen einer gescheiterten „Republikflucht“ inhaftiert, nahm seine Zuhörer mit auf eine Zeitreise in die 1950er, 1960er, 1970er und 1980er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Kurzweilig, spannend und authentisch berichtete er ohne Verbitterung über Erlebtes. Auszüge aus seiner Stasi-Akte belegen das Erzählte.

In seinem Vortrag ging Herr Casper auf seine Jugend in der DDR ein und ordnete diese in den damaligen gesellschaftlichen Kontext ein. Vor allem für diejenigen, die die Zeit der deutschen Teilung nicht erlebten, für die Jungen ist ein Urteil nicht leicht: „War doch nicht alles schlecht in der früheren DDR“, sagen die einen. Andere wiederum vertreten eine ganz und gar gegensätzliche Meinung und sprechen von einer Diktatur, die Parallelen zum Dritten Reich aufwies.

Foto zu Meldung: Jahreshauptversammlung und Vortrag

Rock am Rathaus

(15.07.2015)

Rock am Rathaus für 1000 Jahre Hötensleben

Am Samstag den 25. Juli ist es wieder soweit, das dritte „Rock am Rathaus“ findet in Hötensleben statt. Einlass ist um 19:00 Uhr und Beginn ist um 20:00 Uhr. Natürlich ist das „Rock am Rathaus“, am Rathaus zu erleben. Für das leibliche Wohl ist in aller Hinsicht gesorgt.

In diesem Jahr gehen die Einnahmen auf das Konto der 1000 Jahr-Feier Hötensleben, die im nächsten Jahr ansteht. Im Vorfeld geht hier der Dank an alle freiwilligen Helfer. Auch das Workcamp des Grenzdenkmalvereins Hötensleben wird wieder aktiv mit dabei sein. Das Workcamp ist übrigens schon das 18. Wie immer werden die Jungs und Mädels aus aller Welt eine Bereicherung sein.

Das Programm hat es wieder in sich. Natürlich sind die Lokalmatadoren von NorFolk mit dabei. Mittlerweile haben die Jungs einen überregionalen Bekanntheitsgrad erreicht. Die Mischung aus Indi-Alternativrock über Punk bis Pop, versetzt jedes Publikum in Partylaune und regt zum Mittanzen an.

Auch die zweite Band lässt es kräftig rocken. Die Therapiegruppe von der holländischen Grenze hat ebenfalls einen überregionalen Bekanntheitsgrad. Auch hier ist Party vorprogrammiert. Die Jungs selbst bezeichnen ihren Stil als Alzheimer-Metall. Es wird rockig punkig mit Krautrockeinflüßen. Sie behaupten von sich, Punk & Porno zu sein. Lasst Euch überraschen, wie sie das meinen.

Der Eintritt für den guten Zweck koste 5 Euro.

Foto zu Meldung: Rock am Rathaus

Ministerpräsidenten aus Sachsen Anhalt und Niedersachsen übernehmen erneut die Schirmherrschaft über das Workcamp

(01.07.2015)

Das 18. Workcamp des Grenzdenkmalvereins vom 17. Juli bis 8. August  steht wieder vor der Tür. Auch diesmal ist es eine Kooperation mit der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und der Behörde der Landesbeauftragten für Stasiunterlagen Sachsen Anhalt.

In diesem Jahr werden wieder beide Ministerpräsidenten der angrenzenden Bundesländer die Schirmherrschaft über das Workcamp übernehmen. Die Länder Sachsen Anhalt und Niedersachsen übernehmen in Person von Ministerpräsident Reiner Haseloff und Ministerpräsident Stephan Weil nun schon seit Jahren die Schirmherrschaft über das Workcamp. Wir sehen unsere Arbeit mit dem Engagement beider Ministerpräsidenten damit gewürdigt. Hötensleben hat leider, den einzigen authentisch erhaltenden Abschnitt der innerdeutschen Grenze zu bieten. Das dieses Zeugnis, menschenverachtender und martialischer Grenzsicherung zu erhalten ist, steht außer Frage. Die heranwachsende Jugend muss sehen, wozu Diktaturen in der Lage sind, um daran erinnert zu werden, wie wichtig der Erhalt unserer Demokratie ist. Diese Aufgabe ist das größte Anliegen des Grenzdenkmalvereins.

Das Camp fährt in diesem Jahr auf Sparflamme. Leider spüren wir auch hier den Sparzwang der Kommunen und Behörden. Ein Aufgeben oder das Camp nur alle zwei Jahre durchzuführen steht nicht zur Debatte. Daher sind es in diesem Jahr nur acht Campteilnehmer. Die Jugendlichen kommen in diesem Jahr aus Spanien, Taiwan, Tschechien, der Ukraine, Serbien und aus Deutschland. Wir werden versuchen durch Fundraising, das Camp wieder zu dem zu machen, was über die Jahre war. Eine Idee ist ein Bürgerfrühstück, dessen Einnahmen in die Finanzierung des Camps fließen. Spenden sind auch jederzeit willkommen.

Zu den Höhepunkten zählt ohne Zweifel der Besuch des Camps durch den Ministerpräsidenten Sachsen Anhalts Reiner Haseloff. Herr Weil schafft es leider nicht, das Camp zu besuchen. Das Land Niedersachsen wird aber vertreten durch den Landesbeauftragten für regionale Landesentwicklung Matthias Wunderling-Weilbier. Auch die Einladung in den Bundestag durch den Abgeordneten Manfred Behrens ist ein Highlight. Das Rock am Rathaus am 25. Juli wird von den Teilnehmern aktiv begleitet. Weiterhin besucht das Camp Goslar, wo wir in den Röderstollen einfahren auf Einladung des Weltkulturerbes Rammelsberg und ins Paläon ist das Camp auch eingeladen. Die Telegrafenstation Neuwegersleben wird besucht und eine Expedition durch Tagebaue der Region ist auch geplant. Wie immer sind die Vereine der Umgebung fest eingebunden. Feuerwehren Hötensleben und Völpke, der Verkehrsgarten Völpke, der Schützenverein Hötensleben und der Sportverein gestalten das Camp aktiv mit. Ein Dank geht auch an die Stadt Schöningen für das City-Mobil und den Besuch des Schwimmbades. Aber auch Jugendclub und auch die Einwohner sind rege dabei. Wie jedes Jahr wird auch ein wenig Völkerverständigung betrieben.

Foto zu Meldung: Ministerpräsidenten aus Sachsen Anhalt und Niedersachsen übernehmen erneut die Schirmherrschaft über das Workcamp

Staatsfeind Nummer 1

(10.03.2015)

Im vergangenen Jahr im März hatten wir in Hötensleben Wolfgang Welsch zu Gast. Er las aus seinem Buch „Staatsfeind Nummer 1“. Dabei zeigte er auch Filmausschnitte. Da die Lesung so dramatisch war, wurden wir gebeten, den Film zu zeigen. Herr Welsch wird persönlich anwesend sein und steht anschließen für Fragen zur Verfügung. Die Veranstaltung findet in der Aula der Grundschule am 13.03. um 18:00 Uhr statt. Dabei laden der Grenzdenkmalverein Hötensleben und die Gedenkstätte „Deutsche Teilung“ ein.

Geboren wurde Wolfgang Welsch 1946 in Berlin. Er wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. In seiner Schulzeit arbeite er übrigens mit Wolf Biermann zusammen. Er absolvierte das Abitur und besuchte danach eine Schauspielschule. Dabei schrieb Welsch kritische Gedichte über das System der DDR. Er war begabt und hatte mit der DEFA und Anstellungen am Deutschen Theater Perspektiven. Er bekam sogar einen Fördervertrag beim Deutschen Fernsehfunk.

Dennoch war er realistisch, konnte mit dieser DDR nicht eins werden und wurde 1964 beim Versuch, die DDR am Grenzübergang Boizenburg zu verlassen, festgenommen. Dafür wurde Welsch wegen "Republikflucht" zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der Hammer ist und es ist wirklich einer, die Wortwahl ist möglicherweise nicht die Beste, aber wie soll so ein unmenschliches Verhalten bezeichnet werden, denn im Gefängnis von Bautzen täuschte man, dem abermals misshandelten Häftling im Februar 1968 eine Verurteilung zum Tod vor und stellte ihn zum Schein vor ein Exekutionskommando, um seinen Widerstandswillen zu brechen. Die Bundesregierung kaufte ihn 1971 frei.

Welsch studierte danach an der Universität Gießen Soziologie, Politik und Philosophie und schloss mit der Promotion 1977 in England ab.

Den Hass auf das Regime, das ihn jahrelang eingesperrt und gequält hatte, kann jeder verstehen.

Aber Welsch schloss nicht ab, den Hass hat er zwar hinter sich gelassen, aber er betätigte sich als Fluchthelfer und baute dazu ein effektives Netz auf, womit er alles in allem mehr als zweihundert DDR-Bürgern zur Flucht verhelfen konnte.

Die Stasi hatte es mehrfach auf in abgesehen und er wurde zum Staatsfeind Nummer eins. Er hatte viel Glück drei Mordversuche scheiterten.

Wolfgang Welsch hatte zum Beispiel 1981 die Sommerferien mit seiner Frau, seiner Tochter, einem engen Freund und dessen Partnerin in Israel verbracht. Eigenartigerweise erkrankte er schwer und es kam einem Wunder gleich, denn er überlebte den Anschlag. Die behandelnden Ärzte fanden in seinem Körper 6,5 mg Thallium, das entspricht dem Sechseinhalb-fachen der als tödlich geltenden Dosis.

Die Verantwortlichen fand Wolfgang Welsch erst nach dem Ende der DDR. In seinen Unterlagen des MFS, den Unterlagen über ihn die das Ministerium für Staatssicherheit angelegt hatte und die er in der Gauck-Behörde einsehen konnte. Dabei erfuhr er, dass es nicht nur einen Mordanschlag auf ihn gegeben hatte, sondern drei Versuche, ihn zu töten. Ausgerechnet bei einem langjährigen Freund… Es erwartet Sie ein dramatischer aber auch erschreckender Abend.

Erich Mielke hat am 18. Mai 1980 den Befehl erteilt, den belastenden Fluchthelfer Wolfgang Welsch, der auch im BRD-Fernsehen gegen das DDR-Regime auftrat, zu liquidieren ("Operation Skorpion"). Bitte beachten Sie die Ausdrucksweise zu liquidieren. Alles weitere erfahren Sie im Film oder von Wolfgang Welsch persönlich.

Der Führungsoffizier eines Attentäters, der es versuchte Welsch zu ermorden, erhängte sich nach seiner Festnahme 1992 in seiner Gefängniszelle.

Aus Furcht vor weiteren Anschlägen auf sein Leben zog Wolfgang Welsch 1992 für einige Jahre nach Lateinamerika. Schön das er zu uns kommt, den Film zeigt und erzählt, wie es war.

Der Film „Der Stich des Scorpins“ vom Regisseurs Stephan Wagner ist mit Jörg Schüttauf, Martina Gedeck, Matthias Brandt, Matthias Brenner, Ulrike Krumbiegel, Kathrin Kühnel, Hannes Jaenicke, Martin Brambach, Rüdiger Dambroth, Christian Grashof und Volkmar Kleinert sehr gut besetzt.

Foto zu Meldung: Staatsfeind Nummer 1

Ministerpräsidenten aus Sachsen Anhalt und Niedersachsen am Denkmal

(12.11.2014)

Bitte folgen Sie dem Link. http://www.obere-aller.de/news/1/257168/nachrichten/landesväter-überschreiten-grenze.html

Audiowalk Offleben Downloads

(15.08.2014)

Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass mitten durch Deutschland eine Grenze verlief, die das Land in Ost und West teilte. Die Grenzanlagen trennten Offleben von seinem Nachbardorf Hötensleben, das zur damaligen DDR gehörte. Außer dem Kolonnenweg ist von den Grenzanlagen nichts mehr vorhanden. Doch die Menschen in Offleben haben die Grenze lange noch nicht vergessen. Im Audiowalk kommen Zeitzeugen zu Wort und berichten über Erlebtes und Erfahrenes. Ihre Berichte bleiben unkommentiert und folgen keiner Chronologie.

Der Audiowalk ähnelt in seinem Aufbau einem Hörspiel, welches man während eines Ganges durch den Ort erleben kann. Für den erfolgreichen Gang mit dem Audiowalk Offleben ist es wichtig auf die Stimme des Erzählers und die eingespielten Schrittgeräusche zu achten. Der Audiowalk dauert circa 20 Minuten ohne Rückweg; eine kleine Wanderverpflegung ist also angeraten.

Vom Startpunkt am Pfarrhaus führt der Weg durch Offleben und endet schließlich am östlichen Ortsausgang. Bitte achten Sie während der Begehung darauf, immer auf dem Gehweg zu gehen und beim Überqueren von Straßen den fließenden Verkehr nicht zu missachten.

In Kooperation mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde Offleben und dem Historischen Seminar der Technischen Universität Braunschweig, Abteilung für Geschichte und Geschichtsdidaktik, stellt der Grenzdenkmalverein Hötensleben e.V. den Audiowalk hier (s. u.) zum Download zur Verfügung. Sie können Ihn mittels Smartphone oder MP3-Player hören. Dateien bitte unter Downloads (unter dieser Meldung) herunterladen.

 

Es ist aber auch möglich – nach Anmeldung unter 05352/6253 – MP3-Player vor Ort auszuleihen (ev. Pfarramt, Kirchstraße 3, 38372 Büddenstedt OT Offleben).

 

 

 

 

 

IMPRESSUM

 

© Alle Rechte am Audiowalk Offleben liegen beim Grenzdenkmalverein Hötensleben e.V.

 

Entwurf, Drehbuch und Umsetzung:  Franziska Reichert, Philipp Skwierawski, Chrisitan Mund und Jan-Hendrik Prüße

Lizenzgeber:  Zweites Deutsches Fernsehen

Förderer: Grenzdenkmalverein Hötensleben e.V., Historisches Seminar der Technischen Universität Braunschweig, Abteilung für Geschichte und Geschichtsdidaktik, Ev.-luth. Kirchengemeinde Offleben.

Dank der Studierenden: Wir danken allen Zeitzeugen, die sich zu einem Interview bereiterklärt haben oder entsprechendes Material zur Verfügung gestellt haben. Auch danken wir Herrn Udo Hassler und Frau Lena Malkus für Ihre Bereitschaft einige Zitate für den Audiowalk einzusprechen.

 

Kontakt:         jan.pruesse@yahoo.de

[Track 1: Hinweg]

[Track 2: Rückweg]

Foto zu Meldung: Audiowalk Offleben Downloads

Audiowalk Offleben

(11.08.2014)

 

23.08.14, 10:00 Uhr: Präsentation des studentischen Projekts

Audiowalk Offleben.

Geschichte mal anders! Die Studierenden Franziska Reichert, Philipp Skwierawski, Christian Mund und Jan-Hendrik Prüße haben im Rahmen eines Seminars einen Audiowalk erarbeitet, den sie nun der Öffentlichkeit vorstellen möchten.

Der Audiowalk ist einem Hörspiel ähnlich, welches mittels eines Smartphones oder eines MP3-Players abspielbar ist. Das Besondere daran ist: Für dieses Hörspiel gibt es eine authentische Kulisse: Offleben. Während die Hörerin / der Hörer durch den Ort geht, kommen neben der Erzählerstimme viele Zeitzeugen zu Wort und berichten über Erlebtes und Erfahrenes.

20 MP3-Player stehen am Tag der Präsentation zur Verfügung. Außerdem kann der Audiowalk als Film in der Kirche gesehen werden (=Alternative bei Regen).

Eine Woche vor dem Präsentationstermin kann der Audiowalk von der Homepage des Grenzdenkmalvereins Hötensleben (http://www.grenzdenkmal.com) heruntergeladen werden.

Ablauf

Begrüßung, Grußwort von Herrn Prof. Dr. Matthias Steinbach, Braunschweig, Begehung des Audiowalks, Abschluss bei Bratwurst und Getränken.

Rock am Rathaus

(18.07.2014)

Rock am Rathaus

Ein Rock am Denkmal gibt es in diesem Jahr wiedermal nicht, aber ganz ohne Open Air kommt Hötensleben eben auch nicht aus. Im Gegensatz zum RAD kommt das „Rock am Rathaus“ wieder ganz bescheiden daher. Stars wird es nicht geben. Das heißt jedoch nicht, dass die Qualität der Musik geringer ist.

Das Festival soll Jung und Alt zusammenführen. Das wird uns mit diesem Programm gelingen.

Das RAD stand ja schon immer unter dem Stern des Denkmals, des Grenzdenkmals. So soll es bleiben, denn das Workcamp vom Grenzdenkmal wird auch in diesem Jahr aktiv dabei sein. Das Camp steht in diesem Jahr wieder unter der Schirmherrschaft der beiden angrenzenden Ministerpräsidenten aus Sachsen Anhalt und Niedersachsen. Dazu passt wunderbar die erst Band MAXXIT!. Sie setzt sich aus Musikern aus eben diesen beiden Bundesländern zusammen. Das Programm dieser Band ist sehr weit gefächert. Es mit Classic Rock abzustempeln, wäre fatal. Es wird, aktuelle Hits wie Hits der letzten vier Jahrzehnte zu hören geben. Das ist Mainstream Rock vom Feinsten. Die Stimmen der Sänger und Sängerinnen sind fantastisch und die Musiker spielen perfekt und fehlerfrei. Ob hart oder mit Akustikgitarre es wird ein Hörerlebnis, denn der Sound ist perfekt. Für jeden Geschmack wird etwas dabei sein. Tanzen und Mitsingen ist dabei angesagt.

Dann ist da noch die Band „Norfolk“, die seit mehreren Jahren zusammen spielt. Wenn sich vier Hötenslebener Jungs zusammenschließen, dann kommt dabei die Band Norfolk heraus. Während Martin die Sticks am Schlagzeug quält, Nils und Sebastian mit den Gitarren den gewohnten rockigen Sound rüberbringen, sorgt Martin für die gesangliche Unterstützung. Ein Mix aus deutschem Rock und Punk, mit Covern über Ärzte, die Sportfreunde und Toten Hosen wird alles geboten. Aber es wird auch englisch gerockt. Ihre eigenen Songs bringen die Jungs auch zum Besten. Erstaunlich ist das Repertoire an eigenen Songs. Die Hötenslebener werden mit ihrem Deutschrock wie immer überzeugen. Also hier kann auch, mit gegrölt werden und das Tanzen nahe an der Bühne könnte, zum Pogo werden.

Unterstützen werden die Veranstaltung die Jungs vom Jugendclub an der Waage. Daher sind Getränke und Bratwurstpreise sehr moderat. An alle Beteiligten ein Dankeschön. Ein besonderes Dankeschön geht allerdings an die Anwohner und wir bitten um Verständnis, dass es lauter wird. Es ist aber auch nur ein Abend im Jahr. Wenn sich jemand belästigt fühlt, soll er doch vorbei kommen und mit feiern. Die direkten Anwohner haben freien Eintritt. Der Eintritt wird fünf Euro kosten.

Der Beginn der Veranstaltung am 26. Juli ist um 19.00 Uhr.

Foto zu Meldung: Rock am Rathaus

Workcamp 2014

(16.07.2014)

Ministerpräsidenten aus Sachsen Anhalt und Niedersachsen übernehmen Schirmherrschaft vom Workcamp am Grenzdenkmal

Das Workcamp vom Grenzdenkmal wirft wieder seine Schatten voraus und der Stern unter dem es steht, ist weiterhin sehr hell. Vom 18. Juli bis 10. August 2014 sind wieder Jugendliche aus der ganzen Welt in Hötensleben zu Gast.

In diesem Jahr werden wieder beide Ministerpräsidenten der angrenzenden Bundesländer die Schirmherrschaft über das Workcamp übernehmen. Das Land Sachsen Anhalt übernimmt in der Person von Reiner Haselhof schon seit Jahren die Schirmherrschafft und das Land Niedersachsen ist nun auch zum zweiten Mal in der Person von Ministerpräsident Stephan Weil dabei. Wir sehen unsere Arbeit mit dem Engagement beider Ministerpräsidenten damit gewürdigt. Hötensleben hat leider, den einzigen authentisch erhaltenden Abschnitt der innerdeutschen Grenze zu bieten. Das dieses Zeugnis, menschenverachtender und martialischer Grenzsicherung zu erhalten ist, steht außer Frage. Die heranwachsende Jugend muss sehen, wozu Diktaturen in der Lage sind, um daran erinnert zu werden, wie wichtig der Erhalt unserer Demokratie ist. Diese Aufgabe ist das größte Anliegen des Grenzdenkmalvereins.

Die Jugendlichen kommen in diesem Jahr aus Spanien, Mexiko, Südkorea, Taiwan, Hong Kong, Russland, Armenien, der Türkei und aus den Niederlanden.

Wir werden noch über den Ablauf und über alle Beteiligte informieren. Fest auf dem Programm steht jedoch das „Rock am Rathaus“ am 26. Juli, wo Maxxit und Norfolk spielen werden. Dazu werden aber auch noch, Informationen folgen.

Zeitenwende 1989

(01.06.2014)

Unter diesem Motto stand 18. Bundeskongress der Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen zur Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit den Verfolgtenverbänden und Aufarbeitungsinitiativen. Zu den letzteren zählt das Grenzdenkmal und die Gemeinde Hötensleben, die durch Achim Walther und René Müller vertreten waren. An diesem Wochenende vom 25.-27. April wurde im Landtag von Dresden eine Bilanz gezogen und Perspektiven der Aufarbeitung vorgestellt.

Der Freitag diente der Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung, wobei der Eröffnungsvortrag von Herrn Dr. Manfred Sapper interessante Thesen in den Raum stellte. Zum Beispiel die These, dass die Ereignisse in der Ukraine eine Fortsetzung der Geschichte der friedlichen Revolution sind. Die momentane Entwicklung und die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen der Regierung Russlands in der Ukraine zogen sich übrigens wie ein roter Faden durch den gesamten Kongress. Die Ukraine braucht unsere Unterstützung. Eine weitere These war, dass die DDR-Diktatur mit der Diktatur der Nazis verglichen werden darf, ohne dabei die Verbrechen der Nazis abzuwerten mit dem Blick auf die Opfer.

Am Samstag wurde über den Epochenumbruch 1989/90 und dem damit verbundenen Wandel der Geschichtsbilder diskutiert. Auch hier hatten die Ukraine und die Entwicklung Osteuropas einen Schwerpunkt. Desweiteren wurde mit Nachdruck über die Anerkennung und die Rehabilitierung von kommunistischem Unrecht konferiert. Am Abend gab es ein Theaterstück, das sich mit den Erfahrungen von Bürgerinnen und Bürgern über ihre Einsichten in ihre Stasi-Akten beschäftigt. Das Stück „Meine Akte und ich“ wurde von Clemens Bechtel inszeniert.

Fragen an die Vergangenheit und neue Blicke auf die DDR waren das Thema der Podiumsdiskussion am Sonntag. Die Preisträger des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten waren anwesend. Die drei Gymnasiasten aus Einsiedel stellten ihre Aufarbeitung zum Frauengefängnis Hoheneck zum Thema „Der stählerne Nachbar – nachbarschaftliche Beziehungen zur Strafvollzugsanstalt Hoheneck“ vor. Die drei Schüler haben über ein Jahr die Beziehungen von Häftlingen, Vollzugsbeamten, Nachbarn und Handwerkern in Form von Zeitzeugeninterviews, Aktenrecherchen und Vororteindrücken aufgearbeitet und dieses in ihrer Freizeit. Ein weiteres Thema waren die Sorben in der DDR, die es doch schwieriger hatten, als es die DDR Medien dazustellen versuchten. Erschreckend war ein weiterer Schwerpunkt, die Umerziehung von sogenannten „Leichten Mädchen“ in der DDR. Ein bis heute nicht komplett erforschtes Thema aber erschreckend, dass es dieses Umerziehungsprogramm zu einer sozialistischen Persönlichkeit gab. Wie es Frau Bejarano in Hötensleben bei Ihrer Ankunft im KZ der Nazis geschildert hat, mussten sich auch die Frauen bei der Ankunft in der „Poliklinik“, die ein Gefängnis war, entkleiden, ihnen wurden die Haare geschoren und sie wurden in Anstaltskleidung gesteckt. Unmenschliche Folter und psychischer Terror waren an der Tagesordnung.

Die Rolle der Medien insbesondere des MDR war ein weitere Tagesordnungspunkt.

Besonders unter die Haut ging die Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Bautzener Straße, der Stasiuntersuchungshaftanstalt in Dresden. Die Haftbedingungen waren mehr als unmenschlich. Beim Betrachten der Verhörräume, hygienischen Einrichtungen, Zellen und der Arrestzellen wurde dem Betrachter der Atem verschlagen. Der Anlass war aber ein anderer. Es ging, um das Gedenken an sieben durch den NKWD ermordeten Personen vor genau sechzig Jahren, die hier auch inhaftiert waren. Beklemmend war das Gefühl, die Angehörigen in der ersten Reihe zu sehen und ergreifend die Vorträge zu diesem Thema. Aber wie es schon Pfarrer Peter Mücksch in Hötensleben beim Gedenken, der aus Hötensleben deportierten und ermordeten Juden zur Setzung der Stolpersteine, auf den Punkt brachte, formulierte es der Oberlandeskirchenrat der Evangelisch Lutherischen Landeskirche Burkart Pilz mit dem selben Wortlaut, Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt. Der Gang mit einer weißen Rose in der Hand durch den sogenannten Fuchsbau zum Raum der Stille des NKWD-Gefängnisses war schauerlich aber zugleich andächtig und in dieser Andacht wurden symbolisch für die Trauer über die sieben Ermordeten, gedenkend aller anderen Opfer diese Rosen niedergelegt.

 

Staatsfeind Nr. 1

(18.03.2014)

Zum Samstag um 18.00 Uhr hatte der Grenzdenkmalverein Hötensleben Herrn Wolfgang Welsch eingeladen, der einen Vortrag über sein dramatisches und ereignisreiches Leben hielt. Über den Zulauf an Zuhören konnten wir uns nicht beschweren, die Aula der Grundschule war gut gefüllt. Es war aber leider wie immer, so dass die Hötenslebener und die Einwohner aus dem umliegenden Bördekreis das Angebot nicht annahmen. Die Gäste kamen zum größten Teil aus den westlichen Bundesländern. Dabei ist die Geschichte von Herrn Welsch hollywoodreif. Sie wurde sogar schon verfilmt. Über die Gründe möchte ich nicht spekulieren. Die Tatsache ist jedoch, dass wir die Lesung auf Wunsch schon zeitlich nach hinten verlegten, nach dem Fußball, dennoch kam keiner, außer denen die immer dabei sind. Es wurde kein Eintritt erhoben und das Ambiente in der Grundschule ist, wie auch im Rathaus in Ordnung, um nicht zu sagen professionell. Es wird immer darauf verwiesen, dass die Hötenslebener doch schwierig sind. Für mich ist es unverständlich, denn wir geben uns viel Mühe bei der Auswahl und der Besetzung der Veranstaltungen. Auch die Zeit die wir investieren, ist nicht unerheblich.

Aber zurück zur Veranstaltung. Herr Welsch las nicht aus seinem Buch, er erzählte uns seine Geschichte anhand einer Präsentation, die von Filmausschnitten und Bildern unterlegt war.

Es war zum Teil erdrückend zu erfahren, was in den Gefängnissen der DDR vorging. Alle Anwesenden waren ergriffen und zugleich schockiert. Die reine Isolationshaft war schon unmenschlich, aber was unternommen wurde, um den Willen der Häftlinge zu brechen, war schockierend. Prügel war leider, es hört sich unverständlich an, noch das harmloseste Mittel in einer DDR die Mitglied der Vereinten Nationen werden wollte und leider wurde. Herrn Welsch gelang es schon im Knast, die Informationen zum Teil auf Zigarettenpapier und schon auf künstlerische Art und Weise, nach außen zu spielen. Bruno Apitz beschrieb es schon in seinem Buch „Nackt unter Wölfen“. Jeder der Wärter oder „Vollzugsbeamten“ hat dieses Buch gelesen (Unterrichtsstoff in DDR-Schulen), aber dennoch gelang es Wolfgang Welsch, die Tatsachen, auf diese Art und Weise, wie im Buch beschrieben, nach außen zu spielen. Die bundesdeutsche Presse schrieb aber nicht darüber. Diplomatische Szenarien waren der Grund. Den Rest der demokratischen Welt interessierte es aber. So schrieb die Presse in den USA oder Großbritannien über die Verbrechen. Prügel waren an der Tagesordnung. Die schlimmste Erfahrung für Herrn Welsch war seine fingierte Hinrichtung. Er brauchte Jahre wenn nicht Jahrzehnte, um sich davon zu erholen. Als die Gesundheit von Herrn Welch dem Ende zuging, nach eigenen Aussagen war sie bedrohlich, wurde Herr Welsch von der Bundesregierung freigekauft.

In der „neuen Welt“ wollte aber niemand, etwas von seinen Repressalien wissen, so schlimm es klingt, niemand wollte es. An seiner Uni wurde er sogar beschimpft. Er ging damit zum Spiegel, doch der Chefredakteur war leider auch ein IM (Was Welsch erst nach seiner Akteneinsicht erfuhr) und wiegelte es ab. Eine Ausnahme war Herr Franz Josef Strauß und so lag, auf einmal ein Memorandum auf jedem Tisch der Delegierten der Vereinten Nationen. Herr Welsch organisierte, eigentlich zu Beginn unfreiwillig, die ersten Fluchten aus der DDR. Jede Flucht hat von der Dramaturgie her, einen Film verdient. 220 Menschen hat er zur Flucht verholfen. Er wurde damit zum Staatsfeind Nr. 1 der DDR-Regierung erhoben, übrigens von Herrn Honecker persönlich. Sagen wir es so, Wolfgang Welsch hatte sehr viel Glück, weil er drei Attentate auf seine Person überlebte. Das vierte Attentat hätte er nicht überlebt, seinen Akten zufolge hätte er keine Chance mehr gehabt, für ihn und für uns alle kam zum Glück der Fall der DDR. Ich erwähne mit Absicht nicht den Begriff Wende, weil dieser Begriff von Egon Krenz gebildet wurde. Damit war es aber nicht genug. So erschreckend es für Welsch war, in seinen Akten las es er, dass seinen Frau, mit der er Tisch und Bett teilt, auch IM war.

Wolfgang Welsch hat allen verziehen, die es Eingesehen haben, denn Hass tut ihm weh und den will er als Christ, nicht haben.

Es war zeitlich sehr begrenzt, Schuld hatte der Veranstalter, denn um 21.00 Uhr war die Alarmanlage wieder freigeschaltet. Darum holen wir Herrn Welsch noch einmal nach Hötensleben und zeigen den Film über ihn. Anschließend stellt sich Herr Welsch der Diskussion.

 

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Staatsfeind Nr. 1

(11.03.2014)

Staatsfeind Nummer 1

Wie sollen wir jungen Menschen die politikverdrossen sind, erklären, was wir mit der, nicht immer für jedem gerechten, Demokratie haben. Desöfteren höre ich die ostalgische Meinung: „Schön, was sie da angerichtet haben und jetzt muss ich das, wieder gerade biegen. Die DDR war doch gut, wir hatten bezahlbare Mieten, ein gleichberechtigte Gesundheitsversorgung (wenn es denn war wäre), jeder hatte Arbeit (war der Betroffen anders als vom Staat gewünscht, nur wie sah das aus) und wir hatten Brötchen für fünf Pfennig. Die letzte Behauptung stimmt allerdings. Diese Worte knallte mir eine Lehrerin einer 10. Klasse nach einer Führung über das Grenzdenkmal vor den Kopf. Meine Reaktion war im ersten Moment schockierend und mir fehlten die Worte. Ich hatte nur einen Satz zu ihr gesagt: „Schade, dass Sie auf Schüler zugelassen werden.“ und ließ sie dann stehen.

Umso mehr freut es den Grenzdenkmalverein eine Lesung mit Wolfgang Welsch zu organisieren. Am 15.03. um 18.00 Uhr haben wir in der Aula der Grundschule Hötensleben eine Lesung, die schon etwas Besonders ist, denn Welsch wird lesen, wozu eine Diktatur in der Lage ist. Wie kaum ein anderer hat er es am eigenen Leib erfahren.

Geboren wurde Wolfgang Welsch 1946 in Berlin. Er wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. In seiner Schulzeit arbeite er übrigens mit Wolf Biermann zusammen. Er absolvierte das Abitur und besuchte danach eine Schauspielschule. Dabei schrieb Welsch kritische Gedichte über das System der DDR. Er war begabt und hatte mit der DEFA und Anstellungen am Deutschen Theater Perspektiven. Er bekam sogar einen Fördervertrag beim Deutschen Fernsehfunk.

Dennoch war er realistisch, konnte mit dieser DDR nicht eins werden und wurde 1964 beim Versuch, die DDR am Grenzübergang Boizenburg zu verlassen, festgenommen. Dafür wurde Welsch wegen "Republikflucht" zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der Hammer ist und es ist wirklich einer, die Wortwahl ist möglicherweise nicht die Beste, aber wie soll so ein unmenschliches Verhalten bezeichnet werden, denn im Gefängnis von Bautzen täuschte man, dem abermals misshandelten Häftling im Februar 1968 eine Verurteilung zum Tod vor und stellte ihn zum Schein vor ein Exekutionskommando, um seinen Widerstandswillen zu brechen. Die Bundesregierung kaufte ihn 1971 frei.

Welsch studierte danach an der Universität Gießen Soziologie, Politik und Philosophie und schloss mit der Promotion 1977 in England ab.

Den Hass auf das Regime, das ihn jahrelang eingesperrt und gequält hatte, kann jeder verstehen.

Aber Welsch schloss nicht ab, den Hass hat er zwar hinter sich gelassen, aber er betätigte sich als Fluchthelfer und baute dazu ein effektives Netz auf, womit er alles in allem mehr als zweihundert DDR-Bürgern zur Flucht verhelfen konnte.

Die Stasi hatte es mehrfach auf in abgesehen und er wurde zum Staatsfeind Nummer eins. Er hatte viel Glück drei Mordversuche scheiterten.

Wolfgang Welsch hatte zum Beispiel 1981 die Sommerferien mit seiner Frau, seiner Tochter, einem engen Freund und dessen Partnerin in Israel verbracht. Eigenartigerweise erkrankte er schwer und es kam einem Wunder gleich, denn er überlebte den Anschlag. Die behandelnden Ärzte fanden in seinem Körper 6,5 mg Thallium, das entspricht dem Sechseinhalb-fachen der als tödlich geltenden Dosis.

Die Verantwortlichen fand Wolfgang Welsch erst nach der Wende. In seinen Unterlagen des MFS, natürlich nicht seinen, die Unterlagen über ihn die das Ministerium für Staatssicherheit angelegt hatte und die er in der Gauck-Behörde einsehen konnte, dabei erfuhr er, dass es nicht nur einen Mordanschlag auf ihn gegeben hatte, sondern drei Versuche, ihn zu töten. Ausgerechnet bei einem langjährigen Freund… Es erwartet Sie ein dramatischer aber auch erschreckender Abend.

Erich Mielke hat am 18. Mai 1980 den Befehl erteilt, den belastenden Fluchthelfer Wolfgang Welsch, der auch im BRD-Fernsehen gegen das DDR-Regime auftrat, zu liquidieren ("Operation Skorpion"). Bitte beachten Sie die Ausdrucksweise zu liquidieren. Alles weitere Erfahren Sie von Wolfgang Welsch persönlich. Für Fragen ist Herr Welsch offen und wird sie beantworten.

Der Führungsoffizier eines Attentäters, der es versuchte Welsch zu ermorden, erhängte sich nach seiner Festnahme 1992 in seiner Gefängniszelle.

Aus Furcht vor weiteren Anschlägen auf sein Leben zog Wolfgang Welsch 1992 für einige Jahre nach Lateinamerika. Schön das er zu uns kommt und erzählt, wie es war.

Verdienstkreuz für Achim Walther

(09.12.2013)

Achim Walther, der Vorsitzende des Grenzdenkmalvereins, hat auf Vorschlag von Herrn Weske vom Zeitzeugencafe das Bundesverdienstkreuz am Bande aus den Händen unseres Bundespräsidenten übereicht bekommen. Eine Auszeichnung die die gesamte Arbeit des Grenzdenkmalvereins würdigt.

 

Ohne Herrn Walther würde es das einzige authentische Grenzdenkmal in Deutschland nicht geben. Dazu hat Herr Walther jahrelang ehrenamtlich Forschung an der Aufarbeitung der Verbrechen der SED-Diktatur betrieben.

Er selbst war durch seine Meinung und demokratische Grundhaltung immer ein Dorn im Auge der damaligen Machthaber in der DDR. Dieses hat er auch durch Repressalien zu spüren bekommen.

 

Durch sein in der Forschungsarbeit und Erfahrungen angeeignetes und erlebtes Wissen ist er für viele Institutionen und Medien eine gefragte Persönlichkeit.

Sein Wissen gibt er an Schulklassen und eigentlich alle interessierten Personen weiter. Die vom ihm erarbeiteten Bücher finden auch unter Historikern höchste Wertschätzung.

Darüber hinaus kümmert er sich seit nun schon über zwei Jahrzehnten als Vorsitzender des Grenzdenkmalvereins um die Belange des Denkmals in Hötensleben. Ob es sich um Baumpflanzaktionen, Gedenkveranstaltungen oder Reparaturarbeiten handelt, ist von ihm immer Engagement zu sehen. Mit dem internationalen Workcamp betreibt auch ein Stück Völkerverständigung. Hier ist er auch einer der Mitinitiatoren.

 

Seine ehrenamtliche Tätigkeit umfasst auch andere Bereiche. Er war im Gemeinderat tätig, hat eine Ortschronik erstellt, ist und war auch in der Denkmalpflege der Region aktiv.

 

Das war nur ein kurzer Abriss seines Engagements. Auch die Persönlichkeit und sein Auftreten machen Achim Walther zu einer mehr als würdigen Person für diese Auszeichnung.

 

Am Abend der Verleihung gab es noch einen Empfang für Achim Walther durch den Landrat Hans Walker und allen seinen Wegbegleitern.

 

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Ministerpräsidenten aus Sachsen Anhalt und Niedersachsen übernehmen Schirmherrschaft vom Workcamp am Grenzdenkmal

(04.07.2013)

Das Workcamp vom Grenzdenkmal wirft wieder seine Schatten voraus und der Stern unter dem es steht, ist um einiges heller geworden. Vom 20. Juli bis 11. August 2013 werden wieder Jugendliche aus der ganzen Welt, in Hötensleben zu Gast sein. In diesem Jahr werden beide Ministerpräsidenten der angrenzenden Bundesländer die Schirmherrschaft über das Workcamp übernehmen. Das Land Sachsen Anhalt übernimmt in der Person von Reiner Haselhof schon seit Jahren die Schirmherrschafft. Mit dem Land Niedersachsen war es nicht so einfach, denn über Jahre hat es der Grenzdenkmalverein versucht, jedoch blieben die Anfragen ohne Antwort. Das hat sich nun mit der neuen Landesregierung und dem neuen Ministerpräsidenten Stephan Weil geändert. Der Grenzdenkmalverein nimmt erfreut zur Kenntnis, dass Herr Weil gern bereit ist, die Schirmherrschafft zu übernehmen.

Wir sehen unsere Arbeit mit dem Engagement beider Ministerpräsidenten damit gewürdigt. Hötensleben hat leider, den einzigen authentisch erhaltenden Abschnitt der innerdeutschen Grenze zu bieten. Das dieses Zeugnis, der menschenverachtenden und martialischen Grenzsicherung zu erhalten ist, steht außer Frage. Die heranwachsende Jugend muss sehen, wozu Diktaturen in der Lage sind, um daran erinnert zu werden, wie wichtig der Erhalt unserer Demokratie ist. Diese Aufgabe ist das größte Anliegen des Grenzdenkmalvereins.

Es war schon ein wenig ärgerlich, dass bei der Berichterstattung um die Eröffnung des Paläons in Schöningen, zwar um die schwierige Lage der Region berichtet wurde und der Tourismus hier vorangetrieben werden muss, aber es wurde nur Braunschweig, Königlutter mit dem wunderbaren Dom und Wolfsburg mit dem übrigens auch erstklassigen Phäno erwähnt. Einen Speerwurf entfernt liegt aber das Grenzdenkmal. Es ist schwierig eine Zusammenarbeit zu organisieren. Das Gefühl ist da, als würden die Grenzen noch existieren. Dabei ist auf der unteren zwischenmenschlichen Ebene schon alles verflochten. Es kommen viele Niedersachsen aus der Region nach Hötensleben und umgekehrt ist es genauso. Freundschaften sind entstanden. Nur leider auf der administrativen Ebene nicht. Wir hoffen, dass sich dieses jetzt durch das Engagement von Herrn Weil ändert. Oft haben wir versucht ein gemeinsames Konzept voranzutreiben. Wir hatten leider das Gefühl, dass wir unerwünscht waren, weil wir eventuell etwas aus den Fördertöpfen oder von den Sponsorentöpfen etwas abbekommen könnten. Dieses Denken muss aus den Köpfen verschwinden. Wir haben hier nun einige Schätzchen und wir müssen zusammen kommen, um gemeinsam die Region voranzutreiben.

Die Workamper werden auch in Niedersachsen tätig werden. Dort werden sie, zusammen mit Studenten der Uni Braunschweig daran arbeiten, die Sichtweise der Bürger der BRD auf die Grenze darzustellen und den Grenzwanderweg um Offleben verbessern. Außerdem planen wir den Tourismus voranzutreiben, in dem wir einige Geocachingschätze legen. Wer dazu Ideen hat, ist gern aufgerufen, uns zu helfen.

Die Firma in den Betrieben

(17.04.2013)

Stasi in der Volkswirtschaft

Der Grenzdenkmalverein Hötensleben und die Gemeinde Hötensleben bieten eine Ausstellung zum Thema der Staatssicherheit in den Betrieben der ehemaligen DDR an. Der Grenzdenkmalverein wird zwanzig und in diesem Jahr wird es mehrere Aktionen dieser Art geben. Am 20. April wird die Ausstellung eröffnet. Mindestens bis zum 12 Mai bleibt die Ausstellung im Rathaus in Hötensleben. Geöffnet ist in diesem Zeitraum jeden Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag in der Zeit von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Eine Ausnahme bildet der 9. Mai, da ist geschlossen. Dafür ist am 1. Mai geöffnet. Geplant ist am Samstag den 4. Mai um 16.00 Uhr ein Vortrag zur Ausstellung. Dieser ist leider noch nicht hundertprozentig bestätig und könnte sich verschieben. Wir werden aber, rechtzeitig darüber informieren. Bei dieser Ausstellung handelt es sich vorwiegend um regionale Themen. Das Interesse dürfte also groß sein. Der Eintritt ist übrigens frei. Geschaffen wurde die Ausstellung von der BStU; Außenstelle Magdeburg.

Für die in der DDR herrschende SED war der "Schutz der Volkswirtschaft" ein wesentlicher Aspekt der Machtsicherung. Dem Ministerium für Staatssicherheit fiel die Aufgabe zu, die politische Zuverlässigkeit des Leitungspersonals und der Beschäftigten zu gewährleisten. Aus diesem Blickwinkel analysierte die Stasi auch die erreichten Wirtschaftszahlen oder auftretende Probleme in der Produktion.

Die für die Überwachung der Wirtschaft verantwortliche Stasi-Abteilung in Magdeburg verfügte in den 80er Jahren über mehr als 60 hauptamtliche Mitarbeiter. In den Betrieben gab es zu dieser Zeit zudem fast 1.000 als Inoffizielle Mitarbeiter verpflichtete Personen.

Allgemeiner Themenüberblick:

  • Stasi in der Produktion

Aufgaben der DDR-Staatssicherheit im Bereich der Volkswirtschaft

  • Horch und Guck im Kombinat

Staatssicherheitsdienst im Schwermaschinenbaukombinat "Ernst Thälmann" (SKET)

  • Auf Reisen für das Werk

Reisekaderüberwachung im Schwermaschinenbaukombinat "Karl Liebknecht" (SKL)

  • Schwerpunkt: Stilles Örtchen

"Hetzlosungen" in den Toilettenanlagen des SKET

  • "Ham wa nich …"

Versorgungslage der Bevölkerung

  • Produktion auf Halde

Situation im Traktoren- und Dieselmotorenwerk Schönebeck

  • Arbeit auf dem Land

"Sicherung" der Landwirtschaft

  • Akute Gefährdung

Marode Gebäude und Betriebsanlagen

  • Gestörter Betrieb

Verdacht auf Sabotagehandlungen

  • Giftig und ungeklärt

Umweltverschmutzung durch Industriebetriebe

  • Im Blickfeld des Gegners

Analysen zur "ökonomischen Störtätigkeit"

  • Geheime Rüben

"Absicherung" des Instituts für Rübenforschung in Klein Wanzleben

  • Durchleuchtet

Kontrolle eines westdeutschen Monteurs

  • Umgestaltung auf dem Land

Kollektivierung der Landwirtschaft und ihre Auswirkungen

  • Verlust der Selbstständigkeit

Verstaatlichung der letzten privaten und halbstaatlichen Betriebe 1972

Die Veranstalter freuen sich über regen Besuch und angeregte Gespräch. Seien Sie herzlich willkommen.

 

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Workcamp 2012 eine Nachbetrachtung

(18.08.2012)

Es war wieder einmal sehr gelungen dieses nun schon 15. Workcamp. Die 15 Camper kamen aus Frankreich, Belgien, der Türkei, Spanien, Serbien, Weißrussland, Russland, der Ukraine und aus Taiwan. Auch in diesem Jahr stand das Workcamp unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Sachsen Anhalt Dr. Reiner Haseloff. Wofür sich die Gemeinde Hötensleben und der Grenzdenkmalverein noch einmal recht herzlich bedanken.

Möglicherweise ist es im nächsten Jahr auch möglich, dass beide Ministerpräsidenten der von Sachsen Anhalt und der von Niedersachsen zusammen die Schirmherrschaft übernehmen. Wenn es denn in Niedersachsen irgendwann ankommt, dass die innerdeutsche Grenze nicht mehr existiert. Nun ja, das Grenzdenkmal befindet sich ja auf dem Gelände von Sachsen Anhalt, wie können wir überhaupt auf die Idee kommen, Niedersachsen damit in Verbindung zu bringen, welch eine Anmaßung. Die niedersächsische Seite hält es ja noch nicht einmal für nötig, Anfragen zu beantworten. Das beginnt aber schon auf kleiner kommunaler Ebene. So haben wir die Chance länderübergreifend die tourismusschwache Region attraktiver und zu gestalten. Nur scheinbar ist die Grenze nur körperlich in Hötensleben zum Denkmal geworden, in den Köpfen scheint sie noch zu existieren. Dazu kommt noch Missgunst, dass die Angst umher geht, dass einer etwas vom Kuchen des Anderen abbekommen könnte. Schade, aber wir werden den Weg zusammen schon noch finden.

Aber widmen wir uns schöneren Dingen, dem Camp. Es war eine schöne Gruppe in diesem Jahr, etwas ruhiger als sonst,  aber dafür war der Zusammenhalt größer als sonst. Gleich am Tag nach der offiziellen Eröffnung; auf der die Bundestagsabgeordneten Jens Ackermann (FDP), Manfred Behrens (CDU) und der Landrat des Bördekreises Hans Walker (CDU) zu Gast waren, ging es nach Moorsleben unter Tage. Hier wurden nicht nur Salz eingesammelt auch die ersten bleibenden Eindrücke. Ein Dank noch einmal an Wulf Biallas und seine Kollegen von DBE Herrn Heribert Kögler und Frau Evelyn Mrozek die uns diese Eindrücke ermöglichten. Die nächsten Tage standen ganz im Zeichen des Rock am Denkmal. Es wurde mit Hand angelegt, um das Festivalgelände fertig zu stellen. Dafür waren die Camper Gast des Rock am Denkmal. Die Camper waren begeistert von der Veranstaltung am Samstag mit Silly, Wingenfelder und Wingenfelder und der Band Pilot. Aber auch die Bands vom Vorabend hatten einen positiven Eindruck hinterlassen. Das Festival wird für einige, wohl das Highlight gewesen sein.

Am Montag konnte sich von den Aufräumarbeiten vom Sonntag im Kletterpark Blankenburg entspannt werden. Die Festung Regenstein gehörte mit zum Programm und so wurde der Montag zu einem reinen aber gelungenen Freizeitvergnügen. Mit dabei war immer die kleine achtjährige Pia, die von den Campern zum 16. Teilnehmer gemacht wurde. Die nächsten Tage standen wieder ganz im Zeichen der Arbeit. Die Abende wurde aber abgerundet mit einem Grillabend auf dem Rathaushof, dem Besuch im Verkehrsgarten Völpke und bei der Feuerwehr Hötensleben. Ausflüge wurden mit dem Fahrrad nach Schöningen und Helmstedt oder zum Baden nach Wackersleben unternommen. Die Gedenkstätte in Marienborn stand selbstverständlich auch auf dem Programm.

Am Sonntag ging es dann nach Berlin. Am Montag war das Camp in den Bundestag von Herrn Ackermann (FDP) eingeladen. So nutzten die Camper die Möglichkeit Berlin zu sehen und reisten am Sonntag schon an und übernachteten in einem Hostel. Der Bundestag war auch so ein Art Highlight für die Camper, die überwältigt waren vom Dom des Bundestages. An der Stelle bedanken wir uns herzlich bei Herrn Ackermann.

Die Stadt Goslar mit dem Bergwerksmuseum Rammelsberg standen am Dienstag auf dem Programm. Hier gab es durch Herrn Dirk Nitsche eine Führung auf Englisch. Am Mittwoch nach der Arbeit war das Camp zu Gast bei den Schützen des Ortes. Der erste Platz des Wettschießens ging an die Ukraine. Am Donnerstag wurden im Altenheim Volkslieder der einzelnen Nationen aufgeführt. Was zur Tradition werden muss. Eine nette Geste, die auch bei den Bewohnern gut angekommen war. Der Abschlussabend wurde wieder von der landesüblichen Küche der einzelnen Länder geprägt. Bis es am Samstag wieder viele Tränen beim Abschied gab.

An den freien Abenden stellten die Camper sich und ihr Land vor. Sie kochten mehrere Gänge an landestypischen Gerichten und präsentierten ihr Land. Das geschah in Geschichten oder Powerpointpräsentationen. Das Bemerkenswerte war, dass die Teilnehmer sehr viel Wert auf die Entwicklung der Demokratie in ihrem Land legten und auch offen über die Verbrechen, die in oder mit ihren Ländern begannen wurden, sprachen. Das türkische Modell von Demokratie und Islam wurde sogar als übertragbar, auf die gesamte arabische Welt vorgeschlagen, Diese Diskussionen und Überzeugungen machen Hoffnung, dass wir den begonnen Weg zu einem friedlichen Miteinander zu Ende gehen. Wenn die Jugend der Länder als wichtigste Errungenschaft ihres Landes die Demokratie nennt, kann das nur gelingen.

Wir bedanken uns bei allen die beteiligt waren am Gelingen des Camps. Besonderer Dank geht an den Landesbeauftragten für Stasiunterlagen, die Gedenkstätte Marienborn, der Gemeinde Hötensleben, der Stadt Schöningen (das Citymobil hat uns sehr geholfen), dem Verkehrsgarten Völpke, dem Schützenverein, der Feuerwehr, dem Kindergarten, dem Sportverein, DBE, Herrn Ackermann von der FDP, dem Ministerpräsidenten und allen nicht genannten. Im nächsten Jahr sind hoffentlich wieder alle mit an Bord.

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E-Bike Wave

(29.06.2012)

Die Fahrrad-Welle der Pedelec- & E-Bike WAVE rollte am Sonntag durch Sachsen Anhalt und Niedersachsen.

 

Dabei legte sie in Hötensleben am Grenzdenkmal an. Am geschichtsträchtigen Denkmal gab es aber nicht nur Information zur jüngeren deutschen Geschichte. Der Stopp wurde auch genutzt um die Akkus aufzutanken. Da wären zum Einen die Akkus der E-Bikes und natürlich zum Anderen die Akkus der Fahrer. Organisiert durch die Gemeinde Hötensleben wurden genügend belegte Brötchen, Obst, Kaffee und kühle Getränke zur Verfügung gestellt. Hier noch einmal ein Dank an das Schullandheim in Eggenstedt. Herr Jörg Duwald hatte mit seinen Mitarbeitern ein reichhaltiges und vielfältiges Angebot zur Verfügung gestellt.

Die Fahrer wurden vom zweiten Bürgermeister Detlef Bratzke und Kulturausschussleiter René Müller begrüßt.

Gezeigt wurde, welche Möglichkeiten es gibt, um einen E-Bike Urlaub zu gestalten. So sind die Schweiz und Österreich schon flächendeckend darauf vorbereitet. In Deutschland gibt es leider noch zu viel graue Flächen auf diesem Gebiet. Nur in touristisch gut erschlossenen Gegenden, wie z.B. an Ostsee, erhalten Biker an jeder „Ecke“ Austauschakkus. Sachsen Anhalt gehört, mit wenigen Ausnahmen im Harz, leider auch zu diesen grauen Flächen. Vielleicht ändert sich das ja auch bald. Es macht aber auch wieder deutlich, dass wir uns hier in der Region zu wenig Mühe geben, um den Tourismus attraktiver zu machen. Das war ein Ziel welches Louis Palmer, der Organisator der Tour, mit seinem Engagement für den umweltfreundlichen E-Bike Tourismus verfolgte.

Vorgestellt wurde auch die Vielfalt der E-Bikes. So gibt es für jeden Geschmack Räder. Ob es für die Straße sein soll, als Mountainbike tauglich ist oder nur zum Einkaufen genutzt wird. Probefahrten waren da auch erlaubt. Genügend Informationsmaterial für die Interessenten gab es natürlich auch. Nicht zu vergessen, sind auch die elektrisch angetriebenen Autos, die es zu bewundern gab. Vom Sportcabriolet bis zur Familienkutsche konnten diese Autos dem Besucher Eindrücke verschaffen, was in der Zukunft möglich ist, auch wenn der momentane Stand zeigt, dass dieses Konzept noch nicht ausgereift ist. Das durch die Akkus hohe Gewicht, die geringe Reichweite und der enorm hohe Preis machen diese Fahrzeuge noch nicht zu einer wirklichen Alternative, aber wer sieht wie rasant sich die Technik auf dem elektronischen und elektrotechnischen Gebiet entwickelt hat, kann hoffen, dass wir bald umweltfreundlich durch die Lande fahren. Es ist schon noch ein großer Schritt dahin, denn der Strom zum Laden der Akkus muss ja auch noch umweltfreundlich erzeugt werden. In Deutschland sind wir auf dem besten Weg in diese Zukunft, aber leider alleingelassen von der Welt und die Probleme werden wir noch zu spüren bekommen. Es ist aber der Fingerzeig in die richtige Richtung, denn unsere Nachkommen sollen das Leben und die Umwelt noch genauso genießen können wie wir.

Hauptsächlich ältere Neugierige fanden sich ein, dabei ist ein E-Bike nicht nur für Senioren attraktiv, denn auf Grund der Vielfalt werden gerade auch Jüngere angesprochen. Es macht aber auch Spaß diese Räder zu fahren. Für Kids wurde allerdings nichts vorgestellt.

Die Teilnehmer der Tour, die übrigens aus dem ganzen deutschsprachigen Raum kamen,  waren sehr angetan vom Denkmal und voll des Lobes, dass dieses Denkmal in Hötensleben erhalten wurde.

Palmer bedankte sich noch bei den Organisatoren Thomas Malcher und René Müller für einen gelungenen und perfekt durchorganisierten Stopp.

Foto zu Meldung: E-Bike Wave

Das Skulpturenensemble Aktion Ungeziefer

(29.06.2012)

Das Skulpturenensemble Aktion Ungeziefer

 

 

Das dreiteilige Ensemble, der Bremer Künstlerin Dagmar Calais, das sich mit den Zwangsaussiedlungen in der DDR befasst, ist noch bis November am Grenzdenkmal in Hötensleben zu besichtigen. Es befindet sich genau auf dem Todesstreifen zwischen Kolonnenweg und Signalzaun. Es ist nicht die erste Arbeit von Calais die sich mit der jüngeren deutschen Geschichte befasst. Installationen in der Gedenkstätte „Roter Ochse“ 2010 in Halle und 2011 das Kunstprojekt in der Gedenkstätte „Deutsche Teilung“ Marienborn, das sich mit den Todesschüssen und der Verletzung von Menschrechten nach der Grenzschließung 1952 auseinandersetzte, bleiben da noch in der Erinnerung. Mehr Informationen zu Dagmar Calais gibt es unter www.dagmar-calais.de.

 

Mit den Menschrechten setzt sich Calais auch in Hötensleben auseinander. Der mit Stacheldraht umwickelte Globus, als erster Teil des Kunstwerks, ist ein Synonym für die Sehnsucht der Menschen hinter Stacheldraht nach der Ferne dem Unerreichbarem. Es ist ein Sinnbild für die noch heute bestehenden Grenzen zwischen Nationen und Regionen. In denen Menschen aus ideologischen, ethnischen oder materiellen Aspekten ein- oder ausgesperrt werden. Die Fotos in der Mitte stellen Erinnerungsfetzen an die alte Heimat, die Menschen mitnehmen, wenn sie gezwungenermaßen oder auf der Suche nach Freiheit ihre Heimat verlassen müssen, dar. Der Ring der Menschenrechte, in dem der Globus steht, ist ein Verweis auf die 30 Artikel der „Erklärung der allgemeinen Menschenrechte“ der Vereinten  Nationen von 1948, zu der sich die beigetretenen Nationen verpflichteten. Damit ist es auch ein Fingerzeig auf den Verstoß gegen diese Menschenrechte durch die durch die DDR durchgeführten Zwangsaussiedlungen.

 

Der zweite Teil der Skulpturenausstellung ist ein Gebäudegrundriss eines Hauses, das im grenznahen Gebiet geschleift wurde. Der Grundriss des Hauses aus Stresow steht übertragen für die geschleiften Dörfer in der DDR. Die Grundmauern tragen die Namen der abgerissenen Ortschaften wie zum Beispiel Etgersleben in unserer unmittelbaren Nähe zwischen Völpke, Sommersdorf Hohnsleben und Offleben. Außerdem sind die verschiedenen Zwangsaussiedlungen namentlich vermerkt.

 

Im dritten Teil wird sich den Zwangsausgesiedelten gewidmet. 60 über den Boden gespannte Planen symbolisieren die vor sechzig Jahren begonnenen Zwangsaussiedlungen. Auf jeder Plane befinden sich 200 Zellen, die für die 12000 Zwangsausgesiedelten stehen. Die Planen sind in einer Kolonne angeordnet. Das soll eine Assoziation auf die pervertierte und pedantisch Planung und Ordnung der Zwangsaussiedlungen der Staatsorgane der DDR darstellen. Die Umsetzung durch die Staatssicherheit und die Volkspolizei hat hier die gleichen Attribute.

 

Vom Turm betrachtet wirkt das Ensemble wie ein sprachloses Ausrufungszeichen, wie nach einem stillen Aufschrei. Aus dem Turm betrachtet würde dieser Eindruck noch verstärkt werden, nur ist dieser leider, aus den bekannten Gründen, immer noch nicht zugänglich. Der Turm ist übrigens auch Bestandteil des Kunstwerks. Er steht in direkter Fluchtline zu den Skulpturen und ist mit seiner einstigen überwachenden und kontrollierenden Funktion sinnfälliger Bestandteil des Kunstwerks.

 

Der Grenzdenkmalverein ist gern bereit, das Kunstwerk bei einer kostenlosen Führung zu erklären. Anfragen bitte über www.grenzdenkmal.com oder .

Foto zu Meldung: Das Skulpturenensemble Aktion Ungeziefer

Vortrag Frau Ahrberg "Die Aufarbeitung der Diktaturfolgen in Taiwan"

(15.04.2012)

Nach dem der Hauptversammlung wird Frau Edda Ahrberg um 17:00 Uhr einen Vortrag mit Power Point Präsentation zu dem Thema  "Die Aufarbeitung der Diktaturfolgen in Taiwan" halten. Interessierte die nicht an der Versammlung teilnehmen wollen oder gerade vom Fußball kommen sind herzlich eingeladen.

Frau Ahrberg geb.1954 in Emmerich/Rhein, aufgewachsen in Aschersleben/Harz, studierte Theologie an der Martin-Luther-Universität Halle (Saale), bis Ende 1989 Katechetin in einem Magdeburger Neubauviertel, ab 1990 Mitglied des Bürgerkomitees zur Auflösung des MfS in Magdeburg, ab 1991 Arbeit in der Bezirksverwaltungsbehörde Magdeburg (Bereich Verfolgte des Nationalsozialismus), 1992 bis 1994 Aufbau eines Dokumentationszentrums in der ehem. MfS-Untersuchungshaftanstalt Magdeburg, 1994 bis 2005 Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes in Sachsen- Anhalt, seit 2006 freiberufliche Arbeit im Bereich historischer Forschung und politischer Bildung sowie ehrenamtliche Tätigkeit für Verfolgtenverbände und Aufarbeitungsinitiativen

Inhalt:

In Taiwan, das von 1949 bis 1987 unter Kriegsrecht stand, kamen unter dem Diktator Chiang Kai-shek und seinen Nachfolgern Tausende Menschen aus politischen Gründen in Haft. Vor allem in den frühen Jahren des so genannten Weißen Terrors wurden viele auch gefoltert und mindestens 1000 hingerichtet. Während in den 1950er Jahren meist der Vorwurf kommunistischer Spionage erhoben wurde, richtete sich die Repression später vor allem gegen taiwanesische Unabhängigkeits- und Demokratiebestrebungen.

Vom 11. bis 15.11.2010 weilten vier Vertreter deutscher Aufarbeitungseinrichtungen in Taiwan, um sich mit taiwanischen Kollegen über die Bearbeitung von Diktaturfolgen auszutauschen. Die Einladung erfolgte durch das das dortige Kultusministerium. Der Erfahrungsaustausch erfolgte während zweier Tagungen und in Gesprächen mit einzelnen Initiativen und Einrichtungen. Daneben bestand die Möglichkeit, Repressionsorte und Gedenkstätten zu besuchen, die einen Bezug zu der langjährigen Militärdiktatur der Kuomintang unter der Führung von Chiang Kai-shek aufwiesen.

Der Vortrag vermittelt einen Eindruck von dieser Begegnung.

Er informiert unter Verwendung zahlreicher Bilder sowohl über die Arbeit der Aufarbeitungsinitiativen Taiwans als auch über verschiedene Gedenkstätten.

Foto zu Meldung: Vortrag Frau Ahrberg "Die Aufarbeitung der Diktaturfolgen in Taiwan"

Hauptversammlung

(15.04.2012)

Die Jahreshauptversammlung des Grenzdenkmalvereins Hötensleben findet am Samstag den 21. April um 15.00 Uhr in der Aula der Grundschule Barneberger Straße 18A statt.

Wie jedes Jahr gibt es Berichte zu den vergangenen Aktivitäten, der Finanzsituation und damit auch zum Haushaltsplan und aktuellen Themen. Der Terminplan für das Jahr 2012 wird ein Schwerpunktthema sein. So jährt sich der Tag der Grenzschließung der Innerdeutschen Grenze zum 60. Mal. Hier möchte der Grenzdenkmalverein ein Zeichen setzen, denn es gibt wenige Gedenkveranstaltungen an der Innerdeutschen Grenze, da sich aus unerklärlichen Gründen alles nur auf die Berliner Mauer konzentriert. So haben wir bei Führungen festgestellt, dass gerade Besucher aus dem Ausland nicht wissen, dass Deutschland und nicht nur Berlin geteilt war. Klar ist Berlin die Hauptstadt, aber da gibt es dennoch 1400 km Grenze, die sich nicht nur optisch von der Berliner Mauer unterscheidet. Auch die Politik konnten wir auf dieses Thema aufmerksam machen und so wird es zu einer würdigen Gedenkveranstaltung zu den Opfern der Grenze kommen. Damit soll Hötensleben, da es den einzigen authentisch erhaltenen Abschnitt der Grenze dokumentiert, der zentrale Ort der jährlichen Gedenkveranstaltungen zur Innerdeutschen Grenze werden. Die Bundes- und Landespolitik wird diesen Termin wahrnehmen.

Ein weiterer Schwerpunkt wird das Thema Zwangsaussiedlungen sein, denn die ersten Deportationen gab es auch vor sechzig Jahren. Diese werden das Scherpunktthema für Rock am Denkmal (27.-28. Juli), u. A. mit Silly, sein. Das unter der Schirmherrschaft von Sachen Anhalts Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff stehende Workcamp wird die Auf- und Abbauarbeiten begleiten und der Innenminister Holger Stahlknecht wird das Festival offiziell eröffnen.

Konkrete Informationen zu beiden Veranstaltungen und Themen wird es in Kürze noch geben. Wer sie aber aus erster Hand bekommen möchte, kommt am Samstag in die Grundschule.

In diesem Jahr wird der Vorstand neu gewählt und eine Änderung der Satzung ist vorgesehen.

 

 

Zu Gast im Bundestag

(09.08.2011)

Das Workcamp des Grenzdenkmalverein Hötensleben war am 02. August auf Einladung von Manfred Behrens (CDU) zu Gast im Bundestag in Berlin.

Bevor die Teilnehmer jedoch von ihm empfangen wurden, gab es im Plenarsaal eine Aufklärung über die Architektur, die Geschichte und die aktuelle Situation des Reichstages.

Der Reichstag war Bestandteil mehrerer Wendepunkte in unserer jüngeren Geschichte, wird nur an die Ausrufung der Republik 1918, den Folgen des Reichstagsbrandes 1933 oder das demonstrative Hissen der roten Fahne als Zeichen des Sieges über das Dritte Reich gedacht. Heute sitzt die höchste Instanz unserer repräsentativen Demokratie zu ihren Sitzungen im Plenarsaal.

Es war schon eindrucksvoll, unter der Kuppel des Reichstages zu sitzen und zu erfahren, dass über den Gästen 800 Tonnen Stahl und Glas verbaut wurden. Auch ohne Kuppel hat der Reichstag eine repräsentative und vor allem monumentale Wirkung. Die Zusammenführung mehrerer Baustile unterstützt diese Wirkung.

Nach den sehr interessanten Ausführungen im Plenarsaal wusste jeder, wo das Präsidium, die Regierung, der Bundesrat, die Fraktionen oder der Vorstand und natürlich Angela Merkel ihren Platz haben.

Nach den interessanten und in einer lustigen aufgelockerten Art dargebotenen Ausführungen im Plenarsaal wurden die Gäste aus Hötensleben von Manfred Behrens empfangen. Er stellte sich vor, erzählte seinen Werdegang und kurz über seine Familie. Danach gab er einen Überblick über seine Tätigkeit im Innenausschuss und sprach die Schwerpunkte wie die Arbeit im Ausschuss Familie, Senioren, Frauen und Jugend; der Arbeitsgruppe Innen; der Gruppe Vertriebene, Flüchtlinge und Aussiedler und der Kommission “Aufbau Ost” der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an. Dabei stellte er auch kurz den Ablauf einer Arbeitswoche vor.

Anschließen ging es in den von vielen mit Spannung erwarteten „Dom“, der Kuppel des Reichstages. Es war faszinieren und gewaltig zugleich, zum einen die Architektur aber auch der Blick über Berlin war einmalig.

Im Löbe Haus wurde der Empfang mit einem Essen beendet.

Die Teilnehmer des Workcamps waren begeistert und fanden diesen Ausflug, nach ihren eigenen Ausführungen als sehr interessant.

Alle Teilnehmer und auch der Grenzdenkmalverein Hötensleben bedanken sich noch einmal bei Manfred Behrens für die Einladung und die Zeit die er für alle geopfert hat.

 

Foto zu Meldung: Zu Gast im Bundestag

Tagebautour

(18.07.2011)

Noch vor der eigentlichen offiziellen Eröffnung des Workcamps stand schon die erste Attraktion auf dem Programm. Das Wetter war zwar nicht so schön, hinderte aber keinen an einer Fahrradtour.

Es ging wieder einmal durch die von Tagebauen geprägte Region. Wieder war es Wulf Biallas der die Fahrradtour leitete und Auskunft zur Geologie gab. Gleich als die Teilnehmer Hötensleben verließen, kamen sie beim Anblick des aktiven Tagebaus bei Schöningen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Natürlich waren die Schöninger Speere auch ein Thema. Die Tour wurde über Schöningen und Büddenstedt fortgesetzt bis ein renaturisierten Tagebau erreicht und erklärt wurde. Wieder wurde vor dem noch namenlosen See bei Helmstedt auf dem Petersberg ein Picknick gemacht.

Über Nachwuchs braucht sich übrigens niemand sorgen, denn die jüngsten Teilnehmer waren Klara mit drei Jahren und die Pia mit sieben Jahren.

Foto zu Meldung: Tagebautour

Das Workcamp 2011

(13.07.2011)

Unter einem ganz besonderen Stern stehen in diesem Jahr die drei Wochen des Worcamps des Grenzdenkmalvereins Hötensleben. Der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haselhoff hat die Schirmherrschaft über das Camp übernommen. Der Grenzdenkmalverein sieht seine Arbeit damit gewürdigt und natürlich ist es uns eine ganz besondere Ehre.

Vom 15. Juli- 17. Juli sind Anreisetage für die diesjährigen sechzehn Workcampteilnehmer. Das Interesse im Ausland ist wie immer sehr groß und die Gruppe ist wieder sehr bunt gemischt sein. In diesem Jahr gibt es mehr Frauen als Männer. Die Freiwilligen kommen aus Spanien, Frankreich, England, Südkorea, der Türkei, Litauen, Japan und der Ukraine. Es wird sicher eine gute und aufgeschlossene Gruppe.

Wieder werden Instandhaltungsarbeiten am Grenzdenkmal durchgeführt. Das „Rock am Denkmal“ ist, wie in jedem Jahr, auch für das Workcamp zu einer Institution geworden. Auch diesmal werden die Camper beim Auf- und Abbau wieder dabei sein. Natürlich werden sie auch mit abrocken.

Wie in jedem Jahr ist der Kontakt zwischen den Einheimischen und den Teilnehmern des Camps sehr wichtig. Hier wird im kleinen Stile Völkerverständigung betrieben. Die Feuerwehr geht hier mit großem Engagement voran, auch der Verkehrsgarten Völpke ist jedes Jahr sehr engagiert, wie auch der Schützenverein und der Sportverein. Aber auch die Hötenslebener, ob nun organisiert im Verein oder nicht, sind immer wieder mit Unterstützung dabei. Zwischen der Jugend und den Teilnehmern entstehen immer sehr gute Kontakte zuweilen auch mehr. In diesen drei Wochen wird der Jugendtreff meistens ins Workcamp verlegt oder das Workcamp findet am Abend im Jugendtreff statt. Es gibt immer Trennungstränen zum Abschluss. Hötenslebener bringen Kuchen, Obst und Gemüse aus dem Garten ins Camp. Wulf Biallas organisiert regelmäßig eine Tour durch die Tagebaulandschaft der Region, bei der auch viel Wissen vermittelt wird. Die Sensation um die Schöninger Speere wird natürlich nicht vergessen. Die für die Teilnehmer überwältigenden Tagebaue zwischen Schöningen und Helmstedt sind aber nur ein Teil der Aktivitäten neben der Arbeit. In diesem Jahr wird auf Einladung von Herrn Manfred Behrends der Bundestag besucht. Die Fahrt nach Quedlinburg ist ausnahmsweise nicht dabei. Dafür geht es diesmal nach Goslar und auch in das Weltkulturerbe Rammelsberg wird eingefahren. Geocaching wird auch auf der Liste stehen. Dann sind auch noch die Einladungen der Vereine ganz oben auf der Liste. So wird es ein prall gefüllter Kalender in diesen drei Wochen. Eine Zeit die die Camper immer in würdiger Erinnerung behalten werden.

Bisher waren die Workcamps immer ein großer Erfolg und wir danken noch einmal all denen, die zum Gelingen beitragen und noch nicht erwähnt wurden. Ein ganz besonderer Dank geht an die Gemeinde Hötensleben, die Gedenkstätte „Deutsche Teilung“ und dem Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen, denn ohne die wäre kein Camp möglich.

Natürlich geht ein ganz herzlicher Dank auch an den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt.

 

Foto zu Meldung: Das Workcamp 2011

Der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, übernimmt die Schirmherrschaft über das Workcamp 2011

(01.07.2011)

Der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, übernimmt die Schirmherrschaft über das Workcamp 2011. Das Workcamp ist vom 15. Juli bis 7. August und das Rock am Denkmal ist am 22./23. Juli. Nähere Informationen dazu und zum Workcamp wird es in Kürze geben. Der Grenzdenkmalverein sieht seine Arbeit aber damit gewürdigt und natürlich ist es uns eine ganz besondere Ehre. Es ist ein richtiger Erfolg, den Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt dazu zu bewegen.

Foto zu Meldung: Der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, übernimmt die Schirmherrschaft über das Workcamp 2011

Fast tausend Besucher bei 50 offiziellen Führungen

(30.03.2011)

Grenzdenkmalverein wertete Jahresgeschehen aus - Erreichte Ziele, neue Aufgaben und bestehende Probleme ließen sich aus den Diskussionen und Berichten der Jahreshauptversammlung des Grenzdenkmalvereins Hötensleben ableiten. Darüber hinaus steckten die Mitglieder die Vereinsaktivitäten für 2011 ab.

 

Dass mit dem Grenzdenkmal zwar eine nicht allseits geliebte, letztlich aber doch bedeutsame Mahn- und Erinnerungseinrichtung erhalten bleibt, zeigt das ungebrochen starke Besucherinteresse, das der Verein auch im abgelaufenen Jahr registrierte. Allein die offiziellen Zahlen aus den fast 50 angemeldeten Führungen auf dem originalbelassenen Grenzgelände am Ortsrand weisen rund 1000 Gäste aus, die sich hier über das perfide Kontroll- und Abwehrsystem der einstigen Staatsmacht informierten. „Vor allem in der warmen Jahreszeit, wenn es etliche Besuchergruppen nach Hötensleben zieht, sind Führungen quasi an der Tagesordnung", betonte Vereinsvorsitzender Achim Walther in seinem Rechenschaftsbericht. Schulklassen aus dem In- und Ausland, Reisegruppen oder auch Delegationen von Bundeswehr und bundesweiten Stiftungen zählten 2010 wiederum zu den geschichtsinteressierten Gästen.Und was Walther immer wieder besonders freut: „Naturgemäß finden sich auch viele Menschen ganz sporadisch, spontan und unangemeldet am Grenzdenkmal ein. Auch sie wurden und werden über das Gelände geführt, wenn eine der Führungskräfte vor Ort ist. Das kann zufällig oder auf Anfrage geschehen." Hochkonjunktur war im 20. Jahr der Deutschen Einheit am 3. Oktober angesagt, „als der große Besucherstrom eine ganztägige Betreuung nötig machte", so Walther, der in diesem Zusammenhang aber auch kritisch anmerkte: „Behindert wurden die Führungen seit Jahresmitte wiederum, weil der besonders wichtige Beobachtungsturm durch den privaten Eigentümer gesperrt wurde und damit nicht betretbar war." Ähnlich negativ stößt dem Verein die ständig defekte Medienstation am Gelände auf. Bisherige Bemühungen, sich in Eigenregie um diesen Bestandteil des Denkmals zu kümmern, blieben fruchtlos. Umso erfreulicher sei das Fazit für die anderen Aktivitäten ausgefallen, allen voran das 13. Jugendworkcamp mit seinem völkerverbindenden Charakter. Die 14. Auflage dieses Projekts ist bereits verankert (siehe Infokasten). Als Erfolg verbuchte der Vorsitzende ebenso die drei Zeitzeugenvorträge, die vor allem Schülern, rund 150 Gymnasiasten aus dem Großraum Helmstedt/Hannover, das Wesen und Leben an der Grenze veranschaulichten. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die verbesserte Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Marienborn, dessen Außenstelle das Grenzdenkmal ist, verwiesen.

 

Radweg wäre eine Überlegung wert

Für die Zukunft hat sich der Verein, der zurzeit 64 Mitglieder in ganz Deutschland zählt, vorgenommen, den Bereich Tourismus noch besser zu erschließen und Synergien mit neu entstehenden Angeboten zu schaffen. René Müller, stellvertretender Vorsitzender, dazu: „Zeitgeschichte ist das eine. Nach vorn wird bei uns aber auch geschaut, denn möglicherweise wären in Zusammenarbeit mit den umliegenden Attraktionen, was zum Beispiel die Schöninger Speere ohne Zweifel sind, ein Weg zu finden, diese Region touristisch umfassend aufzuwerten. Ein schöner Gedanke ist etwa, wenn alle Museen und Denkmale durch Radwege verbunden wären. Vielerorts ist das entlang des Grünen Bands schon umgesetzt. Somit wären Marienborn und Hötensleben mit einem Radweg in einzigartiger Naturkulisse verbunden."

 

Foto: Blick aufs Grenzdenkmal mit dem Dauerstreitobjekt Wachturm, der vom Eigentümer immer wieder verschlossen wird.

 

Text und Foto: Ronny Schoof - Volksstimme

Foto zu Meldung: Fast tausend Besucher bei 50 offiziellen Führungen

Jahreshauptversammlung

(21.03.2011)

Am 26. März 2011 hat der Grenzdenkmalverein Hötensleben seine diesjährige Jahreshauptversammlung um 15:00 Uhr in der Grundschule Hötensleben Barneberger Str. 18.

Auf dem Programm stehen unter Anderem der Bericht des Vorsitzenden, Neuwahl der Kassenprüfer, der Haushaltsplan und der Vorstand wird entlastet.

 

Natürlich gibt es auch genug Zündstoff. Da wäre ein nicht zugänglicher Turm, der von innen auch dringenden Sanierungsbedarf hat, der aber von einer Person zufällig erworben wurde, diese Person erpresst damit die öffentliche Hand und damit tritt er die jahrelange Arbeit des Grenzdenkmalvereins mit Füßen. Das hier vom öffentlichen Institutionen Fehler gemacht wurden, steht außer Frage. Nie hätte ein Teil des Denkmals in privaten Besitz gelangen dürfen. Es wurde an mehreren Stellen gleichzeitig versäumt, trotz Landtagsbeschluss, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Zu dieser Zeit wurde sogar gemunkelt, es wäre Absicht gewesen, um das Grenzdenkmal los zu werden. Aber soweit wollen wir nicht gehen. Es wurden aber Fehler gemacht. Nun ist das leider nicht mehr umkehrbar, aber das Land steht scheinbar ohnmächtig dem Besitzer gegenüber. Der uns gegenüber nur die Frage stellte, ob wir denn den Kapitalismus immer noch nicht begriffen hätten. Wir sagen dazu Erpressung, aber scheinbar ist alles ganz legal. Vor dem Gesetz mag dies so sein, aber… Obwohl das Land doch in der Lage sein muss, ein Denkmal mit denkmalpflegerischer Zielstellung seiner Bestimmung zu zuführen.

Weiterhin hat das Land beschlossen, dass der Turm und die Mauerreste auf der anderen Seite der Straße auch Teile des Denkmals sind. Nur kümmert sich niemand auf Seiten der Behörden darum. Ein Landtagsbeschluss ist wie ein Gesetz und somit werden hier gerade Gesetze gebrochen. Wozu haben wir eigentlich einen Landtag und eine parlamentarische Demokratie? Nur für die wichtigen Entscheidungen? Möglicherweise können wir beim neu gewählten Landtag auf Unterstützung hoffen, was leider auch fraglich ist. Es ist auch unmöglich, dass Beamte oder Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sich erfolgreich gegen zusätzlich Arbeit wehren. Daher reicht der Beschluss der Landesregierung nicht aus, es muss ihn jemand umsetzen.

Ein weiterer unschöner Punkt ist die ständig defekte Multimediastation. Der Grenzdenkmalverein hat sich häufig angeboten zu helfen. Bis heute hat der Grenzdenkmalverein noch keinen Schlüssel.

Es gibt aber auch erfreuliches über die Sanierungsarbeiten, das Workcamp, die Veranstaltungen, eine besondere Buchpräsentationen zu berichten.

Nach vorn wird auch geschaut, denn möglicherweise wären in Zusammenarbeit mit den umliegenden Attraktionen, was z.B. die Schöninger Speere ohne Zweifel sind, ein Weg zu finden, diese Region touristisch zu erschließen. Zum Beispiel wäre es schön, wenn alle Museen und Denkmale durch Radwege verbunden wären. Vielerorts ist es umgesetzt und das „Grüne Band“ ist ein Radweg. Somit wären Marienborn und Hötensleben mit einem Radweg in einzigartiger Naturkulisse verbunden.

 

Wie immer gibt es wieder ein kulturelles Rahmenprogramm, an dem jeder Interessierte teilnehmen kann. Auch die Interessenten die nicht an der Jahreshauptversammlung teilnehmen möchten, sind um 16.00 Uhr herzlich zu dem medial unterstützten Vortrag von Dr. Sälter eingeladen.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die historischen Zusammenhänge des Mauerbaus 1961. Ausgangspunkt des Vortrags sind die internationalen politischen Zusammenhänge, in denen der Beschluss zum Mauerbau gefasst wurde. Berücksichtigt werden hierbei sowohl die Motive der SED und ihrer sowjetischen Schutzmacht als auch die politische Interessenlage der Westmächte und der Bundesregierung. Die Hauptinteressen der SED waren, die Souveränität in ihrem Teilstaat zu festigen und die Fluchtbewegung zu unterbinden. Außerdem war der Mauerbau als Machtdemonstration in Richtung Westen, insbesondere gegenüber der Bundesregierung, angelegt. Gezeigt werden die Planungsabläufe im Zusammenhang der weltpolitischen Entwicklung.

Gravierend waren die Auswirkungen nicht nur für beide Teile Berlins, sondern auch für die Gesellschaft der DDR und das Grenzregime an der innerdeutschen Grenze. Die SED intensivierte in der Folge des Mauerbaus ihren herrschaftlichen Durchgriff im ganzen Land, und verfestigte langfristig das Grenzregime an Mauer und innerdeutscher Grenze, bis sich die Ostdeutschen 1989 davon befreiten. Gleichzeitig sind Mauerbau und Grenzregime auch als Zeichen politischer Schwäche zu sehen: die SED hatte es nicht geschafft, die Bevölkerung Ostdeutschlands von ihrer gesellschaftlichen Ordnung zu überzeugen und versuchte sie durch die Mauer nicht nur zum Bleiben, sondern auch zur Anpassung an ihre Ordnungsvorstellungen zu zwingen.

Vortrag Dr. Sälter

(21.03.2011)

Am 26 März um 16.00 Uhr lädt der Grenzdenkmalverein herzlich zu dem medial unterstützten Vortrag von Dr. Sälter ein.

Der Vortrag gibt einen Überblick über die historischen Zusammenhänge des Mauerbaus 1961. Ausgangspunkt des Vortrags sind die internationalen politischen Zusammenhänge, in denen der Beschluss zum Mauerbau gefasst wurde. Berücksichtigt werden hierbei sowohl die Motive der SED und ihrer sowjetischen Schutzmacht als auch die politische Interessenlage der Westmächte und der Bundesregierung. Die Hauptinteressen der SED waren, die Souveränität in ihrem Teilstaat zu festigen und die Fluchtbewegung zu unterbinden. Außerdem war der Mauerbau als Machtdemonstration in Richtung Westen, insbesondere gegenüber der Bundesregierung, angelegt. Gezeigt werden die Planungsabläufe im Zusammenhang der weltpolitischen Entwicklung.

Gravierend waren die Auswirkungen nicht nur für beide Teile Berlins, sondern auch für die Gesellschaft der DDR und das Grenzregime an der innerdeutschen Grenze. Die SED intensivierte in der Folge des Mauerbaus ihren herrschaftlichen Durchgriff im ganzen Land, und verfestigte langfristig das Grenzregime an Mauer und innerdeutscher Grenze, bis sich die Ostdeutschen 1989 davon befreiten. Gleichzeitig sind Mauerbau und Grenzregime auch als Zeichen politischer Schwäche zu sehen: die SED hatte es nicht geschafft, die Bevölkerung Ostdeutschlands von ihrer gesellschaftlichen Ordnung zu überzeugen und versuchte sie durch die Mauer nicht nur zum Bleiben, sondern auch zur Anpassung an ihre Ordnungsvorstellungen zu zwingen.

Das neue Buch von Achim Walther ist erschienen.

(23.11.2010)

Die innerdeutsche Grenze

bei Hötensleben / Offleben  / Schöningen

1952 bis 1990

Das Buch behandelt den Zeitabschnitt, welcher an der Innerdeutschen Grenze mit dem dramatischen Ereignis der schlagartigen Abriegelung begann und mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Teilstaaten endet.

 Dazwischen erlebte die Bevölkerung der DDR den Aufstand vom 17. Juni 1953 und die Schießung der Grenze um Westberlin am 13. August 1961. Im Grenzgebiet schlug sich die Teilungspolitik der sowjethörigen SED nicht nur in der immer schärfer werdenden militärischen-technischen Ausrüstung der Grenzanlagen mit Minen, Türmen, Mauern und Hunden nieder. Die Grenzbevölkerung erlebte auch die dritte Zwangsaussiedlungsaktion im Oktober 1961 und die ständige Angst vor weiteren Deportationen, dazu Episoden mit Grenzsoldaten, Hubschraubern und russischem Militär. Sie musste sich einrichten unter den Bedingungen des Sperrgebietes und nahm die Zeichen von Verbundenheit, wie das Weihnachtssingen westdeutscher Chöre am Fährturm bei Hötensleben und das Winken über die Grenzanlagen hinweg, dankbar zur Kenntnis. Beinahe unbemerkt spielten sich aber Fahnenfluchten und viele dramatische Festnahmen und Grenzdurchbrüche von Flüchtlingen ab.

Nach den Jahrzehnten voller Bedrückung an dieser Nahtstelle des Kalten Krieges wurde das erlösende Ereignis der Grenzöffnung 1989, das schließlich in die Deutsche Einheit mündete, besonders beglückend empfunden.

Bizarre Landschaften

(28.07.2010)

Zu einem sportlichen Geschichtsunterricht trafen sich die Workcamper am Montag dem 27. Juli in Hötensleben mit Wulff Biallas und ihren Fahrrädern. Auf dem Programm standen die Tagebaue der Region. Wulff Biallas gab einen Einblick in die fast 300 jährige Geschichte des Kohleabbaus unserer Region, die mit dem Entstehen der BKB im 19. Jahrhundert seinen Höhepunkt fand und das nun schon seit 137 Jahren. Er erzählte auch vom schmerzhaften Einschnitt 1952 als die DDR der BKB das Kraftwerk Harbke nahm und damit den zentralen Verwerter der Kohle. Dieser politischen Entwicklung konnte aber getrotzt werden und in nur zwei Jahren wurde das Kraftwerk Offleben fertig gestellt.

Begonnen wurde mit Erratikern kurz vor Hötensleben. Dem Laien besser bekannt als Findlinge, die in der Eiszeit durch Gletscher verschoben wurden. Und schon waren die Camper auch schon vor dem Schöninger Tagebau der das Kraftwek Buschhaus versorgt. Die Kohle hat hier so mit den höchsten Brennwert von Braunkohle überhaupt. Das liegt daran, dass die Braunkohle hier schon 40 Millionen Jahre alt ist. Es wurde erklärt, dass die Kohle mit Förderbändern zum Kraftwerk transportiert wird. Da kam sofort die Frage auf, warum hier dann aber soviel Lokomotiven zur Ansicht ständen? Die Frage konnte aber schnell beantwortet werden, denn bis 1991 waren sie noch im Einsatz.

Weiter ging es zu den Schöninger Speeren. Hier kann schon von einer Weltsensation gesprochen werden, denn wer hätte gedacht, dass Urmenschen schon vor 400000 Jahren hochkommunikativ waren und zusammen zum Jagen gingen. Einige Fragen mussten hier unbeantwortet bleiben. Im nächsten Jahr wäre uns sehr geholfen, wenn uns der Förderverein Schöninger Speere bei diesem Teil der Führung durch die Tagebauregion begleiten könnten.

Weiter ging es zu den auskohlten Tagebauen die zu Restseen in der Folgenutzung umgewandelt werden. Es wurde die Aufforstung mit einem pflegeintensiven Wald gezeigt und wie dabei ein Naherholungsgebiet um die Seen entsteht. Das Ende der Tour war der Petersberg am Tagebau Wulfersdorf. Mit bedauern wurde festgestellt, dass keiner der Anwesenden sich noch an der Fertigstellung erfreuen kann und es kam der Vorschlag die Elbe eine zeitlang nicht in die Nordsee fließen zu lassen sondern hierher.

 

 

Foto zu Meldung: Bizarre Landschaften

Verkehrsgarten Völpke

(28.07.2010)

Am 15. Juli fand im Verkehrsgarten Völpke ein Tag der offenen Tür statt. Dieser stand ganz im Zeichen der Workcamper des Grenzdenkmalvereins Hötensleben. Herr Glandien begrüßte die jungen Leute aus aller Welt und erklärte Ihnen zunächst die Aufgabe der Verkehrserziehung in Deutschland. Anschließend gab es eine kurze Führung über das Gelände bevor Herr Glandien die Camper seinen Kollegen der Verkehrswacht und den weiteren Helfern übergab.

So gab es die Möglichkeiten in einem Überschlagssimulator den Ernstfall zu testen, die Wucht eines Aufpralls wurde simuliert, Reaktionstests durchgeführt und eine simulierte Auto- und Motorradfahrt  mit allen Tücken war ebenfalls möglich.

Die Polizei klärte die Jugendlichen über die in Deutschland geltenden Regeln auf und die Feuerwehr Völpke demonstriert ihre Technik für den Ernstfall.

Die anwesenden Kinder nutzen das Angebot an Fahrgeräten und eroberten den Verkehrsgarten natürlich nach Vorschrift und den Regeln entsprechend fast.

Nach der ganzen Aufklärung über Deutschland für die Camper wollten nun die Deutschen wissen, wie es in den Ländern der Camp-Teilnehmern aussieht. Diese schmunzelten zunächst darüber, dass die Deutschen bei einer roten Ampel stehen bleiben, auch wenn weit und breit nichts kommt. Verwundert waren die meisten über die Geschwindigkeiten auf den deutschen Straßen. Natürlich herrscht über die deutsche Ordnung auch Erstaunen. So etwas sind sie in ihren Heimatländern nicht gewöhnt. Teilweise hat der sich aggressivere Fahrer die Vorfahrt erzwungen oder der Schnellere. Ein neues Auto sei in Paris nicht zu empfehlen, da es nicht lange frei von Kratzern und Beulen bleibt. So wurde der Übergang zum geselligen Teil geschaffen, der vom Verkehrsgarten organisiert wurde. Als Gäste kamen noch die Kameraden der Feuerwehr aus Hötensleben.

Foto zu Meldung: Verkehrsgarten Völpke

„Wechselnde Kulisse wirkt eher inspirierend“

(24.07.2010)

Interview mit der künstlerischen Leiterin des „Nabucco“-Spektakels in Marienborn - Vorhang auf für „Nabucco“!

Am 13. August wird die Verdi-Oper auf dem Gelände der

Marienborner Gedenkstätte Deutsche Teilung aufgeführt

(20 Uhr). Volksstimme sprach vorab mit der US-Amerikanerin

Melinda Thompson, der künstlerischen Leiterin dieser

internationalen Produktion.

 

Volksstimme: 

Wo fühlen Sie sich heimischer – in Amerika oder in Deutschland?

 

Melinda Thompson:

Nach 15 Jahren in Deutschland möchte ich nicht mehr auf die wunderschöne deutsche Landschaft verzichten müssen. Heimischer fühle ich mich noch in den USA, doch Deutschland ist sehr wohl zu meiner zweiten Heimat geworden.

 

Volksstimme: 

Was hat Sie damals nach Deutschland gezogen?

 

Melinda Thompson: 

Ich hatte eine besondere Liebe für die Sprache. Deutsch zu lernen fiel mir sehr einfach, was bei Amerikanern gar nicht so selbstverständlich ist. Darüber hinaus hat Deutschland viele Möglichkeiten für junge Opernsänger. In den USA haben wir nur zwei Opernhäuser, die eine volle Saison bieten und dies

sind die zwei, die ganz oben an der Spitze stehen: Metropolitan Opera und New York City Opera. Es ist wesentlich

schwerer bei uns, als junger Opernsänger eine Karriere zu

starten. Das war der ursprüngliche Grund, warum ich nach

Deutschland gekommen bin – jedoch war es die Liebe, die

mich hier festhielt!

 

Volksstimme: 

Sie sind also ausgebildete Opernsängerin.

Was hat Sie dazu bewogen, diesen beruflichen Weg einzuschlagen?

 

Melinda Thompson: 

Seit ich ein kleines Mädchen war, wollte ich auf der Bühne stehen. Glücklicherweise haben meine Eltern mich auch restlos unterstützt. Meine Mutter hatte selbst eine wunderschöne Stimme und war sehr froh, endlich ein musikalisch begabtes Kind zu haben – die restlichen vier Geschwister sind fast alle Mediziner geworden. Meine Ausbildung ist ausschließlich in der klassischen Musik, also Oper.

 

Volksstimme: 

Nun haben Sie die Bühne mit dem Produktionsleiterstuhl

getauscht. Treten Sie trotzdem selbst noch auf?

 

Melinda Thompson: 

Ja, wir machen unter anderem „Kids For Classic“-Konzerte in ganz Deutschland und der Schweiz. Dabei trete ich so oft wie möglich als Erzählerin auf. Leider singe ich nicht mehr, dafür

fehlt mir die Zeit, auch zum Üben. Opern zu singen ist wie ein Marathonlauf: ohne das tägliche Konditionstraining sollte man es lieber lassen und sich mit einem kleinen Spaziergang

zufrieden geben.

 

Volksstimme: 

Welche Rolle haben Sie am liebsten gesungen?

 

Melinda Thompson: 

Meine Lieblingsrolle bei der Oper war Susanna in „Figaros Hochzeit“, bei der Operette war es die Rosalinde in „Die Fledermaus“, bei den Musicals war es Aldonza in „Der Mann von La Mancha“.

 

Volksstimme: 

Wie ist die Kooperation mit K-Promotion, der Produktionsfirma, für die Sie heute tätig sind, entstanden?

 

Melinda Thompson: 

Ach, wie gesagt, durch die Liebe! Ich kam als Christine und Carlotta in „Phantom der Oper“ auf Tournee nach Deutschland, verliebte mich in den Tourneeveranstalter

und bin geblieben.

 

Volksstimme: 

Über den Sommer hinweg sind Sie ständig auf Open-Air-Tour. Wie gestaltet sich da die tägliche Arbeit mit den Künstlern?

 

Melinda Thompson: 

Ich arbeite nicht direkt mit den meisten Künstlern, zumindest nicht, wenn es um ein angesehenes Opernhaus geht, wie zum Beispiel bei der Schlesischen Staatsoper. Da bin ich eher im Hintergrund, überwache die Qualität auf Tournee. Aber

durch jahrelange Zusammenarbeit haben die Intendanten

unserer Opernhäuser gelernt, dass die Vorstellungen erfolgreicher sind, wenn man ein wenig auf meine Meinung achtet.

 

Volksstimme: 

Nach Marienborn kommen Sie mit der Schlesichen Staatsoper Bytom. Sind Sie selbst dort schon aufgetreten?

 

Melinda Thompson: 

Nein, nicht in der Stadt Bytom am Opernhaus. Wir haben jedoch eine „Kids for Classic“-Tournee mit Bytom gemacht, da war ich selbstverständlich als Erzählerin im Ensemble dabei, auch in Bytom während der Probezeit.

 

Volksstimme: 

Bei Nabucco es konkret mit der Oper aus? Haben Sie schon einmal in „Nabucco“ mitgesungen?

 

Melinda Thompson: 

Bei Nabucco hatte ich noch nicht die Ehre. Bei der „Zauberflöte“, der zweiten Großproduktion unserer Tournee, habe ich die Königin der Nacht gesungen.

 

Volksstimme: 

Ab wann beginnt die Zusammenarbeit zwischen Ihnen bzw. K-Promotion und den Opernhäusern?

 

Melinda Thompson:

Wir bieten unseren Partnern, in diesem Fall also der Veranstaltungsagentur, letztendlich nur fertige Produktionen an. Ich reise zu den verschiedenen Häusern, um die schon kompletten Inszenierungen anzusehen und zu beurteilen, ob wir sie auf Tournee nehmen möchten. Nachdem eine Tournee gebucht ist, tauche ich nur kurz vor der Premiere auf, um zu

sehen, ob alles glatt läuft.

 

Volksstimme:

Und dann geht es für Monate quer durch Europa. Dürfen die Künstler während dieser langen Zeit ihre Familien mitnehmen?

 

Melinda Thompson:

Das geht leider nicht. Und ganz ehrlich, es wäre den meisten viel zu anstrengend. Künstler brauchen Ruhe, besonders Opernsänger. Man muss schlafen und essen und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Die Tournee ist hart, obwohl auch schön – man muss die Sorgen des Alltages vergessen können, um es durchzustehen.

 

Volksstimme:

Wie vereinbaren Sie die Freiluft-Aufführung in ständig wechselnden und manchmal auch außergewöhnlichen

Örtlichkeiten?

 

Melinda Thompson:

Da wir unsere Bühne – also unser „Theater“ – mitbringen, sind die Umstände für die Künstler nicht so unterschiedlich.

Selbstverständlich spielt das Wetter eine große Rolle. Alle

Sänger müssen warme Kleidung mitbringen, die sie oft auch hinter der Bühne tragen. Jeden Tag ist eine ausgiebige Tonprobe angesagt, um die Stimmen an die wechselnden

akustischen Bedingungen anzupassen. Die Schönheit der

sich immer wechselnden Kulissen vor und hinter unserer eigenen Bühne wirkt eher als große Inspiration.

 

Volksstimme:

Die Gedenkstätteliegt direkt an der Autobahn – störende Geräusche?

 

Melinda Thompson:

Wir hoffen, dass wir keine Verkehrsgeräusche

hören müssen – denn das wäre schon sehr störend,

ja. Aber Bühnenposition, Orchester und Technik werden da

schon ganze Arbeit leisten. Oft sind irgendwelche Kirchenglocken ein Problem, besonders dann, wenn sie in der falschen Tonart erklingen. Unsere Dirigenten sind aber sehr erfahren. Wenn möglich, warten sie einfach, bis das Geräusch aufhört – wenn nicht möglich, spielen wir einfach weiter und ich schimpfe leise und ausgiebig in meine Hand hinein.

 

Foto: Bühnenszene aus „Nabucco“. Die Schlesische Staatsoper kommt damit am 13. August nach Marienborn.

 

Text: Ronny Schoof - Volksstimme

Foto zu Meldung: „Wechselnde Kulisse wirkt eher inspirierend“

Eröffnung Workcamp

(17.07.2010)

Am Montag dem 12. Juli wurde das 13 Workcamp in Feuerwehr in Hötensleben offiziell eröffnet. Als Ehrengäste waren die Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens (CDU) und Jens Ackermann (FDP) anwesend. Der Bürgermeister der Gemeinde Hötensleben Dieter Buchwald sprach die Worte zur Begrüßung. Natürlich gab es gleich Glückwünsche in Richtung der Spanier. Herr Achim Walther bedankte sich anschließend bei Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen, der Gedenkstätte „Deutsche Teilung" und der Gemeinde Hötensleben für den Beitrag zum Gelingen des Workcamps. Wie immer stellten die Teilnehmer des Camps sich und ihr Heimatland vor. Dabei gab es Eindrücke aus Mexico, Spanien, Serbien, Südkorea, der Ukraine, Frankreich und England. Den wohl bleibendsten Eindruck hinterließ ohne Frage Frankreich. Quentin und Marc stellten ihr Land und die französische Lebensweise mit einer perfekten Show vor. Manfred Behrens würdigte das Camp und die Organisatoren und Jens Ackermann hob die Leistungen des Grenzdenkmalvereins und den Beitrag zur Völkerverständigung hervor.

Herr Dr. Frank Stucke begrüßte im Namen der Gedenkstätte, bat die Campteilnehmer zu einer Führung nach Marienborn zu kommen und übergab einen Scheck zur Unterstützung. Ohne diesen Beitrag würde das Camp nicht durchführbar sein. Herr Frenzel von der Verwaltungsgemeinschaft ließ nach begrüßenden Worten auch einen Beitrag zukommen.

Der Verkehrsgarten Völpke hatte zu einer Demonstration der Verkehrserziehung in Deutschland eingeladen. Die Feuerwehr Hötensleben wird auch ihre Technik präsentieren. Wulf Biallas lud die Teilnehmer zu einer Tour durch die Landschaft der Region mit fachlicher geologischer Erklärung ein. Zum Schießen bittet zum Schützenverein. Vom Sportverein kam die Einladung zur Teilname am sportlichen Leben in Hötensleben und die Aussage, dass die Sportstätten für die Campteilnehmer frei zugänglich sind.

Der Abend klang mit einem gemütlichen Beisammensein aus, welches die Gemeinde ermöglichte. Hier wurde rege von der Möglichkeit gebrauch genommen, sich mit einem Bundestagabgeordneten zu unterhalten.

Der beste Dank zum Abschluss geht an die Feuerwehr für die Bewirtung, die Räumlichkeiten und die Zeit die Kameradinnen und Kameraden opferten.

Der Grenzdenkmalverein möchte sich hier auch noch einmal bei allen Beteiligten bedanken, die zum Gelingen des Camps beitragen.

Foto zu Meldung: Eröffnung Workcamp

Workcamp 2010

(25.06.2010)

Vom 9. Juli- 11. Juli sind Anreisetage für die diesjährigen dreizehn Workcampteilnehmer. Das Interesse im Ausland war wieder sehr groß und die Gruppe wird wieder sehr bunt gemischt sein. In diesem Jahr gibt es mehr Männer als Frauen. Die Freiwilligen kommen aus Spanien, Frankreich, England, Mexiko, Südkorea, der Türkei, Serbien und der Ukraine und zum ersten Mal wird auch eine Isländerin dabei sein. Es wird sicher eine gute und aufgeschlossene Gruppe.

Wieder werden Instandhaltungsarbeiten am Grenzdenkmal durchgeführt. Das „Rock am Denkmal“ ist auch für das Workcamp zu einer Institution geworden. Auch diesmal werden die Camper beim Auf- und Abbau wieder dabei sein. Natürlich werden sie auch mit Torfrock abrocken.

Wie in jedem Jahr ist der Kontakt zwischen den Einheimischen und den Teilnehmern des Camps sehr wichtig. Hier wird im kleinen Stile Völkerverständigung betrieben. Die Feuerwehr geht hier mit großem Engagement voran, auch der Verkehrsgarten Völpke ist jedes Jahr sehr engagiert, wie auch der Schützenverein und der Sportverein. Aber auch die Hötenslebener, ob nun organisiert im Verein oder nicht, sind immer wieder mit Unterstützung dabei. Zwischen der Jugend und den Teilnehmern entstehen immer sehr gute Kontakte zuweilen auch mehr. In diesen drei Wochen wird der Jugendtreff meistens ins Workcamp verlegt oder das Workcamp findet am Abend im Jugendtreff statt. Es gibt immer Trennungstränen zum Abschluss. Hötenslebener bringen Kuchen, Obst und Gemüse aus dem Garten ins Camp. Wulf Biallas organisiert regelmäßig eine Tour durch die Tagebaulandschaft der Region, bei der auch viel Wissen vermittelt wird. Die Sensation um die Schöninger Speere wird natürlich nicht vergessen. Die für die Teilnehmer überwältigenden Tagebaue zwischen Schöningen und Helmstedt sind aber nur ein Teil der Aktivitäten neben der Arbeit. In diesem Jahr wird auf Einladung von Herrn Ackerman FDP der Bundestag besucht. Die Fahrt nach Quedlinburg ist ebenfalls ein fester Bestandteil. Geocaching wird nach dem Erfolg vom letzten Jahr auch auf der Liste stehen. Dann sind auch noch die Einladungen der Vereine ganz oben auf der Liste. So wird es ein prall gefüllter Kalender in diesen drei Wochen. Eine Zeit die die Camper immer in würdiger Erinnerung behalten werden.

Bisher waren die Workcamps immer ein großer Erfolg und wir danken noch einmal all denen, die zum Gelingen beitragen und noch nicht erwähnt wurden. Ein ganz besonderer Dank geht an die Gemeinde Hötensleben, die Gedenkstätte „Deutsche Teilung“ und dem Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen, denn ohne die wäre kein Camp möglich.

Foto zu Meldung: Workcamp 2010

Der Turm ist wieder geöffnet

(28.04.2010)

Der Turm ist wieder geöffnet und steht für Führungen wieder zur Besichtigung bereit.

„ihm war, als ob er tausend Stäbe sähe und hinter tausend Stäben keine Welt...“

(28.04.2010)

Grit Poppe las mit einer Zeitzeugin Kerstin Kuzia am 24. April in Hötensleben aus ihrem Roman „Weggesperrt“.

Einen bewegenden Nachmittag ließen sich alle die entgehen, die nicht zu der Veranstaltung kamen. Es herrschte eine Stille im Raum, in dem das Herabfallen einer Nadel für Lärm gesorgt hätte. Diese Stille entstand durch Bestürzung und aus dem Entsetzen über das Gehörte. Wozu eine Diktatur in der Lage war, um Menschen gefügig zu machen, in dem Fall sogar noch Kinder, war der Auslöser. Für Medienaufsehen sorgen momentan die Berichte aus Heimen der katholischen Kirche, aber es geht noch schlimmer. Wenn allein das Aufrufen des eigenen Namens in Angst und Schrecken versetzen, dann waren sie angekommen, die die eigentlich noch Wärme und Geborgenheit brauchten, sie waren angekommen in Torgau.

Wer zu DDR-Zeiten nicht in das Bild einer entwickelten sozialistischen Persönlichkeit passte, hatte es nicht leicht. Junge Menschen, die nicht in dieses Bild passten, wurden eben auch weggesperrt. Es war möglich, Jugendliche ohne jedes Gerichtsurteil in einen Jugendwerkhof zu sperren.

In ihrem Buch schildert Grit Poppe auf dramatische Weise, was diese Jugendlichen zu erwarten hatten. Eine sogenannte sozialistische Umerziehung unter humanistischen Gesichtspunkten sollte stattfinden. Doch die Realität ist eine Andere.

Sprechverbot, Einzelarrest, Gruppenstrafen, Kontaktsperren, Akkordarbeit und militärischer Drill waren die Mittel, um die jungen Seelen zu brechen. Dazu kam die Willkür der Erzieher. In einer Rezension war von „zertretenen Seelen“ die Rede und diese Metapher bringt es am besten zum Ausdruck. Heute wird aktuell von einem menschenunwürdigen Guantanamo gesprochen, doch kommt der geschlossene Jugendwerkhof in Torgau den Verhältnissen gleich. Klar sind es zwei völlig verschiedene Ursachen, die zu diesen Gefängnissen führten, jedoch wurden in beiden, die Menschen mit System völlig entwürdigt. Eine vollständige Unterwerfung lies die Frage nach dem Warum irgendwann verstummen. Die Weggesperrten stellten sich zurecht die Fragen: Warum, Weshalb und Was habe ich getan?

So auch Anja, die wir mit Gritt Poppe auf ihrem Leidensweg begleiten. Nachdem Anjas Mutter einen Ausreiseantrag stellt, kommt die 14-jährige in den Jugendwerkhof. Ein Augendblick, in dem sie sich nach Seelenqualen der Erzieher völlig die Kontrolle über sich verliert und ausrastet, bringt ihr Torgau ein.

Ein Gedichtband von Rilke hält Anja geistig am Leben: „ihm war, als ob er tausend Stäbe sähe und hinter tausend Stäben keine Welt...“. Sie wird mit Gedichtsband erwischt und er wird ihr abgenommen mit der Bemerkung, dass es faschistische Schundliteratur sei. Der schwarze Panther aus dem Buch wurde zur fiktiven Gestalt, an die sich Anja klammerte.

Als Leser wird man gefesselt von dem Roman. Am liebsten möchte der Leser einschreiten und Anja zur Hilfe kommen. Eine sehr nahe gehende Schilderung der Zustände. Dabei wirkt alles nicht anklagend und larmoyant sondern real. So real, wie der real existierende Sozialismus existierte.

Anja, der auf dramatische Weise die Flucht aus Torgau gelingt, hat Glück, denn wir haben das Jahr 1989 und sie taucht in der alternativen Szene von Leipzig unter. Sie kommt nicht klar mit der Offenheit, mit der sich hier unterhalten wird, denn sie kam fast als gebrochener Mensch aus Torgau. Dort hat sie sich durch den Drill, Widerworte oder gar Kritik abgewöhnt, genau so wie eine sozialistische Persönlichkeit sein sollte. Schön wird hier noch einmal, die Stimmung in Leipzig zur Zeit der Wende reflektiert.

Ein Happyend und eine kleine Liebesgeschichte runden den sehr gelungen Roman ab.

Die Fragen der folgenden Diskussion wurden in erster Linie von Kerstin Kuzia beantwortet. Sie wies darauf hin, dass dieser Roman sehr authentisch ist. Selbst wissenschaftliche Publikationen, sind nicht so authentisch. Frau Kuzia erzählte von ihrem Leben oder besser Dasein in Torgau, den heute noch anhaltenden posttraumatischen psychischen und physischen Problemen. Viele der Insassen verdrängen heute aus Angst und aus Scham das Geschehene, doch wenn es aufbricht, kann nur mit intensiver ärztlicher Unterstützung geholfen werden. Sie erzählte von den Bestrafungen und der Willkür der Erzieher, von Schockarrest, Sprechverbot (es herrschte komplettes Sprechverbot), militärischem Drill, Strafsport, schamlosen und peinlichen Desinfektionsprozeduren, der entwürdigenden Unterbringung. Das Schlimmste war aber, wenn der eigene Name aufgerufen wurde, denn der wurde nur bei Bestrafungen aufgerufen, sonst war sie nur eine Nummer. Bestraft wurden die Kinder auch dafür, dass sie den Belastungen nicht stand hielten und zusammenbrachen. Diese Bestrafungen, jetzt abgesehen vom Arrest, waren Gruppenstrafen. Danach folgte nämlich die härteste Strafe. Die Gruppe bestrafte abends für die Strafe noch einmal den Sünder. Die Aufseher schauten weg, die Gruppe schlug und prügelte, drückte den Kopf ihres Opfers in einen Eimer von Fäkalien und es wurde gefoltert, zum Beispiel mit Metallfedern aus Matratzen. Sie berichtete von den Suiziden und Suizidversuchen, die nicht ausblieben. Ständig war der Gedanke da, sich das Leben zu nehmen. Selbstverstümmelungen oder selbst inszenierte Verletzungen mit dem Ziel ins Krankenhaus zu kommen, nur raus aus dieser Hölle, waren Gang und Gebe.

Es war schwer für die Zuhörer, das Gehörte zu verarbeiten. Am siebenten November 1989 versuchte die noch DDR-Regierung innerhalb von drei Tagen die baulichen Beweise zu vernichten. Es gelang ihr nicht komplett, aber leider teilweise. Menschen wie Frau Kuzia ist es zu verdanken, dass das Geschehene nicht in Vergessenheit gerät. Die Schuldigen wurden nicht oder kaum bestraft, im Gegenteil sie sitzen heute wieder in hohen Positionen zum Beispiel als Leiterin eines Altersheims, aber so darf nie wieder mit Kindern umgegangen werden. Frau Kuzia beteiligt sich auch mit eigenen Erfahrungen an der Opferhilfe und mit Zeitzeugengesprächen an der Aufklärung gegen eine Verklärung der Geschehnisse (kerstinkuzia.jimdo.com).

Es war eine sehr bewegende Veranstaltung, die keiner der Anwesenden vergisst, darum ist es wichtig, dass Frau Kuzia auch ein breites Publikum erreicht, damit das Vergessen nie eintritt.

Wenn Sie an Ihrer Schule oder in Ihrer Buchhandlung selbst eine Lesung organisieren möchten, helfen wir Ihnen auch gern weiter (www.grenzdenkmal.com).

Foto zu Meldung: „ihm war, als ob er tausend Stäbe sähe und hinter tausend Stäben keine Welt...“

Der Grenzdenkmalverein Hötensleben zu Gast auf Kongress

(22.04.2010)

Die DDR im Schulunterricht und die Einführung eines Gedenktages zum 23. August (dem Tag des Hitler-Stalin Paktes) für die Opfer autoritärer und totalitärer Regime waren die zentralen Themen auf dem 14. Kongress der Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen und für die Aufarbeitung der Folgen einer kommunistischen Diktatur.

Der Grenzdenkmalverein Hötensleben war mit Achim Walther und René Müller vertreten. Am Freitag den 16. April hat Marita Pages-Heineking, die Landesbeauftragte von Mecklenburg Vorpommern, diesen Kongress im wunderbaren Carolinum von Neustrelitz eröffnet. Da die Schule ein zentrales Thema war, wurde mit dem größten Gymnasium von MV, einem Schmuckstück, eine sehr gute Wahl getroffen. Das Ensemble des Carolinum begleitet auch die Teilnehmer durch den Abend. Die Festansprache wurde durch Prof. Dr. Alfred Gomolka gehalten.

Der Samstag stand im Zeichen des Themas die DDR im Schulunterricht. „Grenzen und Perspektiven der Aufarbeiten“ war der Titel des Impulsvortrages von Prof. Dr. Klaus Schroeder. Schroeder untersuchte das Wissen der Schüler zum Thema DDR und dabei traten erschreckende Ergebnisse zu Tage. Walter Ulbricht wurde dort zum Schlagersänger, die DDR vollkommen verniedlicht (Ostalgie) und verklärt. Gerade in den Bundesländern, die früher geographisch das Gebiet der DDR waren, war das Geschichtsverständnis und Geschichtsbild völlig verklärt. Im Anschluss wurden das Projekt Bildungsbus und Projekte von Schulen aus MV präsentiert, die zeigen, dass eine Statistik gelegentlich lügen kann. Es wurde eindrucksvoll gezeigt, wie intensiv sich Schüler und Lehrer mit unserer zeitnahen Geschichte auseinandersetzen. Das Spektrum reichte von der Aufarbeitung der Geschehnisse um eine Stasigedenkstätte, Theaterstücke bis zur Aufarbeitung regionaler Aspekte. Ein sehr interessantes Projekt war die Auseinandersetzung mit der Schriftstellerin Brigitte Reimann eines Gymnasiums aus Neubrandenburg. Reimann wollte als Schriftstellerin die DDR nicht beseitigen, zeigte aber offen ihre Fehler auf. Das passte natürlich nicht in das Bild der Verantwortlichen. So wurde ihr Roman Franziska Linkerhand einfach gekürzt. Möglicherweise ist es auch eine Metapher, dass die Titelheldin eine Architektin ist. Mit dieser Grundlage setzten sich die Schüler sehr intensiv mit dem Thema DDR auseinander. Aber auch hier kam es zu der Aussage einer Schülerin, dass sie sich eine DDR wünsche wie sie sich Reimann erträumt hat. Projekt fehlgeschlagen? Nein, denn es handelte sich hier nicht um ein Geschichtsprojekt, sondern um eine Wahlaufgabe die sich die Schüler selbst stellten, es entstand so eine sehr interessante Diskussion.

Auf der anschließenden Podiumsdiskussion wurde untersucht, warum jedoch trotz solcher Projekte, die Ergebnisse von Prof. Dr. Schroeder schockierend waren. Zeitgründe sind ein Argument der Lehrer gewesen. Es stellte sich aber auch heraus, dass in den alten Bundesländern ein Desinteresse herrscht. In den neuen Bundesländern findet eine Verklärung im Elternhaus und leider auch noch in den Schulen statt. Das trifft nicht auf jede Schule zu und nicht jedes Elternhaus ist unaufgeklärt. Es sind aber auch nicht wenige, auf die es zutrifft. Ein Ausblick in die Zukunft war, dass es mehr Initiative geben muss, bei der Aufarbeitung unserer jüngsten Vergangenheit.

Wir der Grenzdenkmalverein Hötensleben unterstützen gern die Schulen der Region und auch darüber hinaus. Leider bleiben unsere Einladungen zu Lesungen an die Schulen unserer Region, die immer auf ein junges Publikum zugeschnitten sind, gänzlich unbeantwortet. Wir sind unter www.grenzdenkmal.com zu erreichen und stehen für Führungen über das Grenzdenkmal oder auch für Zeitzeugengespräche und Vorträge zur Verfügung. Unsere Arbeit ist ehrenamtlich und somit entstehen den Schulen keine Kosten von unserer Seite.

Mit dem empfehlenswerten Theaterstück „ Staats-Sicherheiten wurde der Samstag geschlossen

Der Sonntag stand im Zeichen des 23. August 1939. Für viele ist dieses Datum heute ohne Bedeutung, jedoch für viele baltische, slawische Staaten und dann alle Ostblockstaaten nicht, denn hier begann die politische Repression der betroffenen Staaten. Der Schriftsteller Richard Wagner eröffnete die Podiumsdiskussion mit seinem Vortrag.

Es wurde eine Petition besprochen die in den Bundestag eingereicht werden soll, in der der Bundestag gebeten wird, den 23. August als EU-weiten Gedenktag für die Opfer autoritärer und totalitärer Regime einzuführen.

Der Kongress wurde mit einer Gedenkveranstaltung an der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt Neustrelitz beendet.

Im nächsten Jahr findet dieser Kongress in Sachsen Anhalt statt.

Foto zu Meldung: Der Grenzdenkmalverein Hötensleben zu Gast auf Kongress

Würdigung der Friedensgebete mit Vivaldi und Händel

(15.11.2009)

Die Friedensgebete, auch Montagsgebete genannt, stehen am Beginn der friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR. Das soll gewürdigt werden und wir wollen am 18. November ab 19.00 Uhr in der evangelischen Kirche St Batholomäus in Hötensleben, noch einmal daran erinnern. Die Friedensgebete ebneten den weg für die friedliche Revolution. In Leipzig wurde ausgehend von der Nikolaikirche, der Geist der Bergpredigt Jesu politisch äußerst wirksam auf die Straße getragen.

Dieses Erinnern soll in Form eines musikalischen Gottesdienstes unter der Leitung von Peter Mücksch geschehen. Da wir uns im Händeljahr befinden, liegt nichts näher, als Werke von Händel zu präsentieren. Außerdem erklingt Musik von einem der bedeutendsten Virtuosen der Barockzeit Antonio Vivaldi. Es spielt das Kammerorchester der Paulusgemeinde in Halle/Saale.

Wie vor zwanzig Jahren werden wir nach dem Gottesdienst, mit Kerzen zur „Grenze" dem jetzigen Grenzdenkmal gehen und genau wie damals die Kerzen dort aufstellen. Kerzen gelten allgemein als Zeichen für den friedlichen Charakter und Verlauf der friedlichen Revolution vor. Als die Menschen vor zwanzig Jahren die Nikolaikirche in Leipzig verließen, hielten sie Kerzen in der Hand, die den Willen zur Gewaltlosigkeit zum Ausdruck bringen sollten. Wir bedanken uns bei dem Bestattungsinstitut Klinzmann für die Unterstützung. Es wird am Denkmal Bratwurst, Steak, Glühwein und andere Getränke geben.

 

Das Jahr 2009 steht musikalisch ganz im Zeichen von Georg Friedrich Händels 250. Todestag. Georg Friedrich Händel wurde am 23. Februar 1685 in Halle an der Saale, Herzogtum Magdeburg geboren und er starb am 14. April 1759 in London. Er war ein bedeutender deutsch-britischer Komponist in der Epoche des Barocks. Sein Hauptwerk umfasst 46 Opern und 25 Oratorien, darunter den Messias mit dem bekannten Chorwerk „Halleluja", sowie zahlreiche Werke für Orchester und Kammermusik. Wer kennt nicht die Erkennungsmelodie der Champions League? Händel künstlerisches Schaffen erstreckte sich auf alle musikalischen Genres seiner Zeit. Er gilt als einer der fruchtbarsten und einflussreichsten Musiker überhaupt. Händels Werke gehören seit mehr als 250 Jahren ununterbrochen zum  

Würdigung der Friedensgebete mit Vivaldi und Händel

Die Friedensgebete, auch Montagsgebete genannt, stehen am Beginn der friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR. Das soll gewürdigt werden und wir wollen am 18. November ab 19.00 Uhr in der evangelischen Kirche St Batholomäus in Hötensleben, noch einmal daran erinnern. Die Friedensgebete ebneten den weg für die friedliche Revolution. In Leipzig wurde ausgehend von der Nikolaikirche, der Geist der Bergpredigt Jesu politisch äußerst wirksam auf die Straße getragen.

Dieses Erinnern soll in Form eines musikalischen Gottesdienstes unter der Leitung von Peter Mücksch geschehen. Da wir uns im Händeljahr befinden, liegt nichts näher, als Werke von Händel zu präsentieren. Außerdem erklingt Musik von einem der bedeutendsten Virtuosen der Barockzeit Antonio Vivaldi. Es spielt das Kammerorchester der Paulusgemeinde in Halle/Saale.

Wie vor zwanzig Jahren werden wir nach dem Gottesdienst, mit Kerzen zur „Grenze" dem jetzigen Grenzdenkmal gehen und genau wie damals die Kerzen dort aufstellen. Kerzen gelten allgemein als Zeichen für den friedlichen Charakter und Verlauf der friedlichen Revolution vor. Als die Menschen vor zwanzig Jahren die Nikolaikirche in Leipzig verließen, hielten sie Kerzen in der Hand, die den Willen zur Gewaltlosigkeit zum Ausdruck bringen sollten. Wir bedanken uns bei dem Bestattungsinstitut Klinzmann für die Unterstützung. Es wird am Denkmal Bratwurst, Steak, Glühwein und andere Getränke geben.

 

Das Jahr 2009 steht musikalisch ganz im Zeichen von Georg Friedrich Händels 250. Todestag. Georg Friedrich Händel wurde am 23. Februar 1685 in Halle an der Saale, Herzogtum Magdeburg geboren und er starb am 14. April 1759 in London. Er war ein bedeutender deutsch-britischer Komponist in der Epoche des Barocks. Sein Hauptwerk umfasst 46 Opern und 25 Oratorien, darunter den Messias mit dem bekannten Chorwerk „Halleluja", sowie zahlreiche Werke für Orchester und Kammermusik. Wer kennt nicht die Erkennungsmelodie der Champions League? Händel künstlerisches Schaffen erstreckte sich auf alle musikalischen Genres seiner Zeit. Er gilt als einer der fruchtbarsten und einflussreichsten Musiker überhaupt. Händels Werke gehören seit mehr als 250 Jahren ununterbrochen zum Aufführungsrepertoire, länger als die jedes anderen Komponisten.

 

Mit Antonio Lucio Vivaldi, geboren am 4. März 1678 in Venedig und gestorben am 28. Juli 1741 in Wien, werden Werke eines der der bedeutendsten Virtuosen der Barockzeit zu hören sein. Seine neue Herangehensweise an die Musik des Barock hat Vivaldi in einer Reihe glanzvoller Kompositionen bewiesen. Die heitere Lebhaftigkeit seiner Musik lässt das prächtige und schillernde Venedig des 18. Jahrhunderts wieder aufleben. Der katholische Priester hatte als Komponist und Violinist einen großen Einfluss auf die Musik seiner Zeit. Johann Sebastian Bachs Stil machte unter dem Einfluss Vivaldis eine tiefgreifende Weiterentwicklung durch; unter anderem transkribierte Bach mehrere Konzerte für Cembalo und Orgel.

 

Wir freuen uns auf dieses Programm und hoffen auf zahlreiche Teilnehmer. Der Eintritt ist frei, wer aber möchte, kann durch eine Kollekte einen Beitrag zur Deckung der Kosten liefern.

Aufführungsrepertoire, länger als die jedes anderen Komponisten.

 

Mit Antonio Lucio Vivaldi, geboren am 4. März 1678 in Venedig und gestorben am 28. Juli 1741 in Wien, werden Werke eines der der bedeutendsten Virtuosen der Barockzeit zu hören sein. Seine neue Herangehensweise an die Musik des Barock hat Vivaldi in einer Reihe glanzvoller Kompositionen bewiesen. Die heitere Lebhaftigkeit seiner Musik lässt das prächtige und schillernde Venedig des 18. Jahrhunderts wieder aufleben. Der katholische Priester hatte als Komponist und Violinist einen großen Einfluss auf die Musik seiner Zeit. Johann Sebastian Bachs Stil machte unter dem Einfluss Vivaldis eine tiefgreifende Weiterentwicklung durch; unter anderem transkribierte Bach mehrere Konzerte für Cembalo und Orgel.

 

Wir freuen uns auf dieses Programm und hoffen auf zahlreiche Teilnehmer. Der Eintritt ist frei, wer aber möchte, kann durch eine Kollekte einen Beitrag zur Deckung der Kosten liefern.

Filmvorführungen zu Grenzöffnung

(13.11.2009)  

Am 19. November 1989 wurde die Grenze zwischen Hötensleben und Schöningen geöffnet. Aus diesem Anlass werden im Rathaus in Hötensleben von 15.00-20.00 Uhr Filmvorführungen von historischem Material stattfinden. Zu jeder vollen Stunde werden die Vorführungen wiederholt. Die letzte Vorstellung beginnt somit um 19.00 Uhr.

Wir planen, alte wiederentdeckte Filmdokumente aus der Zeit der Grenzöffnung in der Region und der Entwicklung des Grenzdenkmals zu zeigen. Dabei handelt es sich um professionelles Material, aber auch Amateuraufnahmen werden zu sehen sein. Es wird ein nostalgischer Rückblick werden. Zwanzig Jahre danach ist die Euphorie leider nicht mehr so groß, aber interessant ist es allemal. Momentan wird das Filmmaterial noch zusammengeschnitten. Auch wenn die Qualität nicht immer die Beste ist, werden die Zuschauer interessante, bekannte und unbekannte Bilder zu sehen bekommen. Wie war das noch mal mit dem Bau der Brücke über der Aue, wie sah ein komplett zu geparktes Hötensleben aus, was war los auf dem Markt in Schöningen, wer zerschnitt das Band an der Grenze oder konnte gleich mit dem Auto die Grenze überquert werden? Diese und andere Fragen werden sicherlich geklärt.

Sollte eine Firma ein Interesse haben, die Veranstaltung gastronomisch zu betreuen, kann sie sich gern bei der Gemeinde Hötensleben oder beim Grenzdenkmalverein melden. Wir dachten an den Verkauf von Kaffee und Kuchen. Vielleicht möchte aber am Abend auch jemand lieber ein Bier oder ein Glas Wein trinken.

IFA-Treffen

(13.11.2009)

 

Das IFA-Treffen in Hötensleben auf dem Schützenplatz und somit vor dem Grenzdenkmal in Hötensleben lässt auf mehr hoffen. Zwar war die Veranstaltung noch nicht bestens durchorganisiert, aber es wird besser werden. Zum Einen ist der Termin ungünstig da am 31. Oktober die Saisonkennzeichen auslaufen und zum Anderen lädt der November mit seinem nasskalten Wetter nicht gerade zu solch einer Veranstaltung ein. Im nächsten Jahr werden die IFA Freunde einen günstigeren Termin wählen. Wer am Sonntag während der Ausfahrt durch Hötensleben ging, fühlte sich um zwanzig Jahre im Zeitsprung nach hinten versetzt. Alle möglichen Fahrzeugtypen die zu DDR-Zeiten die Straßen befuhren, waren unterwegs. Hätte sich das Ortsbild von Hötensleben nicht dadurch gewandelt, dass die Straßen und Häuserfassaden in Ordnung sind und keine Überlandleitungen das Ortsbild verschandeln, hätte der Eindruck des Zeitsprungs tatsächlich stand gehalten. Die Fahrzeuge fuhren dann über Helmstedt nach Schöningen. Dort verweilten sie dann eine knappe Stunde auf dem Markt, um die Kraftfahrzeuge den neugierigen Besuchen des verkaufsoffenen Sonntages anlässlich der friedlichen Revolution in Deutschland zu präsentieren. In Hötensleben angekommen, wurde vor aufgeklappten Motorhauben gefachsimpelt. Es ging so ins Detail, dass fast niemand ein Interesse an den angebotenen Führungen über das Grenzdenkmal hatte. Das Grenzdenkmal hatte aber an diesem Tag so viele Besucher, dass die vielen Führer der Gedenkstätte Marienborn und des Grenzdenkmalvereins Hötensleben nicht um sonst kamen.

Einige Besucher hatten sich beim Grenzdenkmalverein beschwert, dass das Programm am Nachmittag auf einmal abgebrochen wurde. Der Grenzdenkmalverein war aber nicht der Veranstalter. Wir konnten nichts dafür, dass es nicht zum Tauziehen und der Nachstellung der Grenzöffnung kam und die Feldküche gegen 16.00 Uhr den Platz verließ. Schönen Dank noch einmal an die Feuerwehr die wenigsten noch Getränke an den Mann brachte. Die Anwesenden fanden dennoch, dass die Veranstaltung gelungen war und die Kinder sowieso, da sie sich in der Hüpfburg austoben konnten.

Foto zu Meldung: IFA-Treffen

IFA-Treffen

(23.10.2009)    

Das Mahn- und Gedenktreffen der IFA-Freunde wird in Hötensleben am 8.11.09 stattfinden.

 

Folgendes Programm ist vorgesehen.

10:00 Uh        Veranstaltungseröffnung

  • kurze Begrüßung durch Hunde-Uwe (Uwe Stierand)
  • Grußwort des Bürgermeisters, Herrn Buchwald
  • Gedenkminute zur Mahnung der Maueropfer

10:30 Uhr       Fahrzeugschau (je nach anreisender Anzahl auch moderiert)

 

11:00 Uhr       gemeinsame Ausfahrt Hötensleben-Oschersleben-Marienborn-Helmstedt-Hötensleben

 

13:00 Uhr       Essenfassen an der Gulaschkanone und der Spanferkelpfanne

 

13:30 Uhr       Es werden Führungen über den Grenzdenkmalverein Hötensleben von Herrn Müller und Herrn Walther über die Grenzanlagen angeboten (je Gruppe max. 30 Leute, je Führung 1 - 2 h)

 

16:00 Uhr       Tauzieh-Turnier: Gruppen von jeweils max. 15 Leuten können sich melden (z.B. Barkas - Wartburg, Trabant gegen Lada usw.). Mit dem Tauziehen soll das Kräftemessen in der Zeit des kalten Krieges symbolisch dargestellt werden.

 

17:00 Uhr       Der Mauerfall wird nachgestellt. Der DJ legt zunächst die berühmten Worte von Walter Ulbricht „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten..." und dann die wichtigsten Worte aus dem Leben von Schabowski auf. Die IFA-Fahrer hupen und fallen sich in die Arme.

 

Wenn das Wetter es erlaubt und genügend Voranmeldungen vorliegen, könnten am Sonnabend abends, Sonntag früh und Sonntagabend Ballonfahrten angeboten (Nachstellung der Ballonflucht). Verbindliche Buchungen hierzu unter 034601/22473. Je nach Anzahl der Vorausbuchungen werden auch mehrere Heißluftballone starten. Wenn es gelingt, mehr als drei Ballonkörbe auszulasten: am 8.11.09 ca. 20:00 Uhr ein etwa halbstündiges Ballonglühen als Abschluss der Veranstaltung.

Gerne werden wir in Körben auch Presse- und Funkvertreter eine optimale Berichterstattung ermöglichen. (Also auf diese etwas ausgefallene Möglichkeit eines Gedenkstättenbesuches vielleicht besonders hinweisen?)

Ende der Veranstaltung etwa 21:00 Uhr

Für die Kinder wird eine Hüpfburg aufgebaut.

Die Feierlichkeiten zur friedlichen Revolution

(22.10.2009)  

Die Feierlichkeiten zur friedlichen Revolution und zur Grenzöffnung in Hötensleben gehen in die nächste Runde. Damit setzen die Gemeinde und der Grenzdenkmalverein Hötensleben die unter der Schirmherrschaft von Sachsen Anhalts Innenminister Holger Hövelmann stehende Veranstaltungsreihe zum sechzigjährigen Jubiläum des Grundgesetzes und zum zwanzigjährigen Jubiläum der friedlichen Revolution fort.

Es soll der Tage der friedlichen Revolution gedacht werden, aber dieses Ereignis soll auch kräftig gefeiert werden.

Daher soll zunächst einmal der Friedensgebete gedacht, die den Anfang der friedlichen Revolution mit symbolisieren. Dazu wird am 18. November ein musikalischer Gottesdienst unter der Leitung von Pfarrer Mücksch in der evangelischen Kirche stattfinden. Wie anders im Händeljahr natürlich mit einem Händelkonzert. Anschließen wird wie vor zwanzig Jahren mit Kerzen zur Grenze gegangen, wo diese dann auf der Mauer aufgestellt wurden. 1989 wurden diese Kerzen noch von der Polizei und den Grenzsoldaten von der Mauer entfernt. Die Bürger von Hötensleben stellten diese Kerzen dann auf der Kirchenmauer auf, wo sie von keiner staatlichen Gewalt mehr entfernt werden konnten. Hier hoffen wir auf rege Beteiligung von Kindergarten und Grundschule.

Die Grenzöffnung wird am 20. November nachgestellt. Dazu erwarten wir als Ehrengäste die Innenminister der Länder Niedersachsen und Sachsen Anhalt, die Landräte der Landkreise Helmstedt und Börde sowie die Bürgermeister von Helmstedt, Schöningen und Hötensleben sowie Vertreter von Grenzenlos und der Gedenkstätte Deutsch Teilung und weiterer geladener Gäste. Anschließend wird es einen Galaempfang für die geladenen Gäste geben.

Der weitere Teil des Abends wird durch eine Tanzveranstaltung für Jung und Alt bestimmt. Das Programm wird sich hier an alle Altersgruppen richten und für jeden Geschmack wird etwas geboten. Unter Anderem wird es eine Abba-Show geben. Bei der Gestaltung des Programms wurde diesmal darauf verzichtet, teure Bands also die Originale zu verpflichten. Es soll gefeiert werden und jeder soll es sich leisten können. 2.10 wird der Eintritt an beiden Tagen kosten und damit ist es der Preis eines Diskobesuchs aus den Zeiten der DDR. Damit soll keine Ostalgie erzeugt und die Gagen werden damit auch nicht gedeckt, vielmehr behält der Veranstalter einen Überblick wie viel Gäste im beheizten Zelt weilen, denn ist das Fassungsvermögen erreicht, werden keine weiteren Personen mehr ins Zelt gelassen.

Der Samstag folgt dem Motto des Freitags. Nur wird am Samstag gerockt. Unter anderem können sich AC/DC Fans auf eine der besten Coverbands freuen. Beim Restprogramm kommen alle Rock- und Popfans auf ihre Kosten. Es wird die Oldie-Fans erreichen wie auch die Freunde von aktueller Musik bis hin zu Nischen der Independentmusik. Nur Schlagerfreunde haben an diesem Abend nicht die besten Karten.

Alle Veranstaltungen werden noch konkret im Einzelnen vorgestellt und es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass das Zelt beheizt ist. Ja stattfinden wird alles natürlich am Denkmal.

Foto zu Meldung: Die Feierlichkeiten zur friedlichen Revolution

Projekte 2010

(15.09.2009)  

Am letzten Freitag dem 11. September trafen sich Mitglieder des Ernst Jennrich-Theaters mit dem Grenzdenkmalverein Hötensleben auf dem Todesstreifen in Hötensleben. Dabei wurde über mögliche Projekte im Jahr 20 nach der Wiedervereinigung beraten. Die Ideen gingen von Videoprojektion auf der Mauer über szenisches Theater. Eine Einbindung anderer Träger wurde ebenso ins Auge gefasst. Eine Aufführung in Marienborn wie auch anderen Orten ist durchaus denkbar. Förderanträge für dieses Projekt wurden schon bei der Stiftung für Aufarbeitung gestellt.

In einer intensiven Probenphase von 3 Monaten soll ein Stück zum Thema „Wiedervereinigung" erarbeitet werden. Ausgehend von dem puren Wort „Wiedervereinigung", wird jeder Beteiligte an diesem Projekt ein persönliches Mindmap anfertigen. Anschließend wird ein gemeinsames Mindmap entwickelt, das Ideen für Improvisationen auf den ersten Proben vorgibt. Akustische Mitschnitte und Mitschriften der improvisierten Szenen dienen dazu, einen festen Text zu entwickeln. Dabei werden alle Themen der Szenen einer intensiven Literaturrecherche unterzogen, um durch weitere Vorgaben in den folgenden Proben, die Improvisationen der Darsteller zu lenken. Nach und nach werden die Improvisationen weniger werden und durch Arbeiten am so erarbeiteten Text ersetzt.

Möglich wären 20 Szenen - eine für jedes Jubeljahr. Diese könnten zeigen, wie unterschiedlich, der Mauerfall in Ost und West, bei der Jugend und den Alten, in Deutschland und im Ausland wahrgenommen wurde. Gab es da überhaupt Unterschiede? Wann erreichte diese Nachricht die Familie Khuukhenkhuu, die gerade bei einer Schale Reistee in ihrer Jurte im mongolischen Altai-Gebirge saß und welchen Einfluss hatte der Hasselhoff-Hit „Looking for freedom" auf die Ereignisse? Einige Szenen könnten rein musikalisch sein und Hits der Jahre 1989/90 zum Inhalt haben - Musik die das Gefühl der damaligen Zeit ausdrückte („Verdammt, ich lieb dich." von Matthias Reim führte damals mehrere Wochen die deutschen Single-Charts an.) Hätte das Internet, Blogs oder Twitter, wären sie früher entwickelt worden, den Fall des kommunistischen Blocks beschleunigt? Wie sah der Alltag eines professionellen „Mauerspechts" aus? Was macht ein Coca-Cola-Vertreter in Hoyerswerda?

Es soll ein heiterer, von einigen informativen und ernsten Momenten durchsetzter Abend entstehen, denn wir wollen den 20. Jahrestag der Deutschdeutschen Hochzeit feiern und nicht nur mit drögen Fakten unterlegen. Bei dieser Arbeit ist es mir wichtig, dass jeder Darsteller seine ganz persönlichen Erinnerungen an die Zeit der deutschen Wende einbringen kann. Der Produktionsstab wird aus Menschen verschiedener Altersklassen und Herkünften bestehen. Neben Mitgliedern des Ernst-Jennrich-Theaters werden diese also auch externen Künstler sein, so des Theaters Apron aus Halle/Saale, Studenten der Angewandten Theaterwissenschaften Gießen und freiberufliche Künstler.

Die Nachricht der Grenzöffnung in Berlin verbreitete sich Dank der Medien Fernsehen und Radio noch in derselben Nacht auf der ganzen Welt. Einspielungen von Originalnachrichten des DDR- und BRD-Rundfunks werden die Spielszenen ergänzen. Auch nachgespielte Fernsehinterviews mit Livebildern von der Bühne auf Bildschirme sind denkbar.

Wir hoffen auf ein reges öffentliches Interesse, damit dieses Projekt umgesetzt werden kann.

Für das schlechte Wetter gut besucht

(14.09.2009)

 

Das schlechte Wetter, eine wie immer defekte Medienstation und ein verschlossener Turm waren alles keine guten Vorraussetzungen für den Tag des offenen Denkmales am Grenzdenkmal in Hötensleben. Dazu ist dem diesjährigen Motto des Tages des offenen Denkmals auf den ehemaligen Todesstreifen nun gar nicht zu dienen, Orte des Genusses.

Dank der doch zahlreichen Gäste und der Arbeit des Grenzdenkmalvereins wurde es doch ein Erfolg.

Aber der Reihe nach. Für das schlechte Wetter konnte niemand etwas, aber die Denkmalbesucher ließen sich vom immer wieder einsetzenden Regen nicht abhalten, das Grenzdenkmal zu erkunden und anschließend mit den entstandenen Fragen, zu den Mitgliedern des Grenzdenkmalvereins zu gehen.

Der zweite Punkt die defekte Medienstation ist eine über nun schon Jahre hinweg traurige Angelegenheit. Über 80 % des Jahres ist die Medienstation defekt. Ein Betrieb in der freien Wirtschaft wäre mit der Verfügbarkeit einer Anlage von 20 % längst pleite, aber mit einem öffentlichen Träger ist alles möglich. Es kommen kaum Reaktionen auf solch ein Desaster, obwohl den Verantwortlichen die Probleme bekannt sind. Der Service-Dienstleister für diese Medienstation wäre in jedem anderen Betrieb schon längst gekündigt.

Ein weiterer Akt im Drama Turm hat sich auch wieder vollzogen, denn es kam niemand auf den Turm, weil der momentane Besitzer das Schloss auswechselte und nicht bereit war einen Zugang zu ermöglichen.

Da wir in einer parlamentarischen Demokratie leben, muss hier die Frage gestellt, was macht die parlamentarisch Seite, um dieses Problem kurzfristig zu lösen. Die gewählten Volksvertreter sind gefragt, aber so ein Grenzdenkmal lässt nun mal nicht unbedingt punkten. Auch wenn das Verhalten des derzeitigen Besitzers nicht in Ordnung und unfair war, ist er nicht das eigentliche Problem. Er hätte nie in den Besitz des Turmes kommen dürfen, da es aber doch geschah, hätte von der Seite unserer Volksvertreter schon vor Jahren eine Lösung geben müssen. Aber auf diese Seite können wir uns leider nicht verlassen. Wenn ich nur darüber nachdenke, wie wir mit unserem Kulturjahr im Stich gelassen worden. Das hat mit unserem Bundespräsidenten begonnen und ging weiter über unseren Bundesinnenminister. Von Institutionen wie der Landeszentrale für politisch Bildung ganz zu Schweigen. Das Land Niedersachsen scheint vergessen zu haben, dass Deutschland je geteilt war, darum brauch auch von dieser Seite überhaupt kein Engagement zu kommen. Es kommt das Gefühl auf, nur Engagement zu zeigen, wenn sich am Ende eine Selbstbeweihräucherung ergibt. Teilweise kommen wir uns wie Vertreter vor, die irgendein Produkt verkaufen wollen und wir betteln um Unterstützung. Traurig aber wahr. An dieser Stelle müssen wir aber gerechterweise auch sagen, dass es Institutionen gab, die uns unterstützten. Das waren die Konrad Adenauer Stiftung, der Landesbeauftragte für Stasiunterlagen und das Innenministerium Sachsen Anhalt, die uns nach Ihren Möglichkeiten unterstützen.

Aber zurück zum Tag des offenen Denkmals. Die Arbeit der Mitglieder des Grenzdenkmalvereins ist ehrenamtlich und sie investieren über das Jahr sehr viel Zeit in die Aufarbeitung der Geschichte, kulturelle Veranstaltungen, Führen einer Homepage und diverser anderer Tätigkeiten und daher ist es schon unfair, diese Leute vor diesem verschlossenen Turm stehen zu lassen.

Alles in Allem tat dies aber dem Erfolg an diesem Tag keinen Abbruch. Trotz schlechten Wetters konnte der Wissensdurst der Besucher gestillt werden.

Erschreckend war leider nur, wie schlecht die heranwachsende Jugend an der Schule über die innerdeutsche Grenze und die DDR allgemein gebildet wird. Zum Einen ist es schön wie die Jugend aus diesem Ost-West-Denken herauswächst, zum Anderen ist es aber traurig, wie schlecht unsere jüngste Geschichte in der Schule aufgearbeitet wird. Gerade unserer heranwachsenden Jugend muss doch klar gemacht werden, dass solch eine Diktatur genauso wie die Diktatur der Nazis auf deutschen Boden nie wieder eine Chance erhält.

 

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Tag des offenen Denkmals

(08.09.2009)  

Hat Ihnen schon einmal jemand gezeigt, was ein K2 ist, oder was man sich unter einem GSSZ vorzustellen hat? Vielleicht würden Sie auch gerne auf einem Todesstreifen stehen und möchten unterrichtet sein, wozu die Panzerhöcker dienten, oder möchten Sie erfahren, was engagierte Bürger zur Rettung des Grenzdenkmals alles auf die Beine stellten und stellen?

Auf Fragen wie diese halten wir am Tag des offenen Denkmals vielfältige Antworten für Sie parat. Am Sonntag den 13. September werden wir, der Grenzdenkmalverein, für Sie von 10.00-18.00 Uhr am Denkmal präsent sein. Neben der Beantwortung Ihrer Fragen werden wir auch fachkundige Führungen durchführen.

Ziel des Tags des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Der Grenzdenkmalverein beteiligt sich an dieser Initiative der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder, der Landesämter für Denkmalpflege und Archäologie, dem Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz, der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Deutschen Bischofskonferenz, dem Bund Heimat und Umwelt und der Deutschen Burgenvereinigung.

An dieser Initiative beteiligen sich viel Denkmäler und Museen der Region. Daher machen Sie am Sonntag einen Kulturtag und besuchen Sie auch das Grenzdenkmal.

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Workcamp 2009 eine Nachbetrachtung

(19.08.2009)

 

Beginnen möchte ich mit einem Dank an alle Beteiligten und Helfer. Alle Veranstaltungen und Einladungen der Vereine waren volle Erfolge. Ob nun die Verkehrswacht, die Feuerwehr oder der Schützenverein alles hatte seinen ganz besonderen Charme. Auch die Angebote des Sportvereins wurden dankend angenommen, gerade zwischen den Spielern der ersten und zweiten Mannschaft entstanden enge Kontakte und Freundschaften. Hier sei nur kurz das einzige unschöne Ereignis erwähnt, weil sich die Frage stellt, ob solche Zuschauer auf einem Fußballplatz überhaupt etwas zu suchen haben. Beim Pokalspiel in Ausleben kam es zu massiven Pöbeleien weit unterhalb der Gürtellinie betrunkener Zuschauer aus Ausleben, nachdem sich unsere Camper über ein Tor für Hötensleben freuten. Da selbst Personen mit Ordnerlaibchen betrunken dabei waren, sollte sich auch der Verein fragen, wen er als Ordner auf den Platz schickt. Die Art und Weise hat schon für einige Bestürzung unter den Campern gesorgt.

Aber wenden wir uns wieder dem Positiven zu. Gerade die Akzeptanz der Workcamper im Dorf hat das Workcamp zu einem vollen Erfolg werden lassen. Das Rathaus war in diesen drei Wochen stark frequentiert von Besuchern. In diesem Jahr kamen die Teilnehmer aus Frankreich, Tschechien, Polen, Japan, Südkorea, Armenien, der Ukraine und aus Deutschland.

Die Reise zum Bundespräsidenten mit der Berlinbesichtigung war ein Erfolg, auch wenn sich die Rückreise als etwas schwierig erwies so ganz ohne Benzin.

Das Rock am Denkmal war natürlich der Höhepunkt. Die Camper bauten das RaD mit auf und ab und hatten natürlich Ihren Spaß auf dem Festival. Sie fanden den Freitag am besten, obwohl die Bands so gar nicht zu ihrem Alter passten.

Quedlinburg lassen wir auch wieder auf dem Plan, denn die Fachwerk- und alte Kaiserstadt hat mit ihrer ganz besonderen Anmut, wieder einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die von Wulf Biallas organisierte, ja es kann schon Expedition genannt werden, durch die Tagebaulandschaft des Landkreises Helmstedt kam auch sehr gut an. Ob nun aktiv oder in Renaturisierung keiner der Camper, hatte je so ein großes Loch in der Erde gesehen.

Die Salzgitter AG war auch wieder ein Ziel und wird es auch weiterhin bleiben, denn sie kommen allein von den Dimensionen beeindruckt zurück. Wer so etwas noch  nicht gesehen hat, sollte unbedingt ein Stahlwerk besuchen und er wird verstehen, was gemeint ist. Der anschließende KZ Besuch auf dem Gelände von Salzgitter sorgte für Entsetzen und Bestürzung darüber, zu was für Gräueltaten Menschen in der Lage sind.

Die Geocachingtour war auch ein Erfolg. Die Schnitzeljagd für Erwachsene hat sichtlich Spaß gemacht, auch wenn wir nicht alle Schätze finden konnten und wird so mannschem ein neues Hobby bescheren. So war es ganz nebenbei auch eine gut ausgestaltete Radtour.

Die Partys waren natürlich auch von höchster Qualität ob geplantes Barbecue, spontane Feiern auf Grund von Besuchern oder Einladungen von Hötenslebenern wie zum Beispiel dem Jugendclub, der Feuerwehr, dem Verkehrsgarten und dem Schützenverein.

Achso, gearbeitet wurde natürlich auch, denn übersetzt heißt es ja Arbeitslager. Im Deutschen klingt es eher düster und nach Bestrafung. So schlimm war es aber nun doch nicht. Nur diesmal haben wir das vorgenommene Ziel nicht geschafft. Es wurde wieder Unkraut beseitigt und einige Pfeiler des Streckmetallzauns sollten gerichtet werden.

Am Ende gab es noch eine Abschlussfeier, zu der die Camper Spezialitäten Ihres Landes zubereiteten. Dazu waren alle eingeladen, die sich um das Gelingen des Camps bemüht hatten.

Es war ein sehr gelungenes Camp auch Dank der beiden sehr guten Campleiter Lena Christmann und Max Baumeister. Mit einem Zitat von Max soll diese Nachbetrachtung auch geschlossen werden: „Es war ne geile Zeit".

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Opfergedenken am 13. August

(18.08.2009)

Die Kranzniederlegungen am Denkmal und das Opfergedenken der Opfer der Innerdeutschen Grenze wurden in diesem Jahr musikalisch von der Kapelle der BKB begleitet. Die Rede am Denkmal hielt Gerhard Ruden.

Am 26.05.2005 wurde Gerhard Ruden vom Landtag des Landes Sachsen-Anhalt zum neuen Landesbeauftragten gewählt. Mit der Ernennung durch den Minister der Justiz trat er am 15.06.2005 sein Amt an.

Herr Gerhard Ruden wurde am 25.08.1946 in Haldensleben geboren. Von Mai 1990 bis Dezember 1994 war er Stadtrat für Umwelt (Beigeordneter) der Stadt Magdeburg. Bis April 2002 war er im Abwasserbetrieb der Landeshauptstadt Magdeburg tätig. Von Mai 2002 bis zu seiner Wahl zum Landesbeauftragten war er Mitglied der CDU-Landtagsfraktion. Gerhard Ruden ist verheiratet und hat ein Kind.

Gerhard Ruden war Mitglied in dem von Reiner Bohley geleiteten Friedensarbeitskreis der ev. Martinsgemeinde in Magdeburg, der sich im Herbst 1989 der Initiative Frieden und Menschenrechte (IFM) anschloss. Des Weiteren war Ruden Gründungsmitglied des Bürgerkomitees zur Auflösung des MfS und des „Runden Tisches Magdeburg".

In seiner Rede äußerte er, dass beim Durchsetzen einer Ideologie mit der Grenze die politische Kaste auf ewig zementiert werden sollte.

„Dass der über 40 Jahre im Osten Deutschlands währenden „Diktatur der ideologischen Säuberung" 12 Jahre vorangegangen sind, in denen Deutschland mit einer „Diktatur der ethnischen Säuberung" zum Tyrannen Europas wurde, entlastet die Verantwortlichen für dieses Bauwerk und die damit verbundenen Verbrechen nicht."

Ruden verglich die DDR Diktatur mit dem Nationalsozialismus, der zwar um Einiges unmenschlicher war, jedoch unübersehbare Parallelen hat. „Jedes Opfer und jede Verfolgung im Namen dieser beiden deutschen Diktaturen ist zu beklagen und als Menschheitsverbrechen zu benennen."

Des Weiteren zeigte er auf, wie die SED mit dem Instrument der Stasi Ihre Macht aufrecht erhielt. Aber die alten Machthaber versuchen die Aufarbeitung der Vergangenheit zu verhindern. „Aus diesem Grunde muss es auch für die nächste Zukunft eine Fortführung und Erweiterung der Stasi-Überprüfung geben. Das ist das einzige Mittel, was uns die friedliche Revolution in die Hand gegeben hat, um mit Moral und Ehrlichkeit Korruption und Vetternwirtschaft entgegenzuwirken."

„Auf der einen Seite stehen diejenigen, die unsere Grundgesetzdemokratie bejahen und sie als einziges, wenn auch unvollkommenes Mittel des Zusammenlebens von Menschen anerkennen. Auf der anderen Seite sieht noch immer ein Teil der Bürger die untergegangene Diktatur nicht als solche und als Unrechtsstaat an." Abschließend sagte Gerhard Ruden: „Wer immer diesem untergegangenen Staat oder seinen angeblichen Errungenschaften nachtrauert, muss sich im Klaren darüber sein, dass er diesen Real-Sozialismus nicht ohne alle seine ihn am Leben erhaltenden Begleitumstände bekommt. Und einer dieser Begleiter des realen Sozialismus, das ultimative Zeugnis vom Scheitern eines ideologischen Gesellschaftsmodells, steht hier: Stacheldraht und Mauer."

 

Der Rede von Herrn Ruden folgte das Opfergedenken der Opfer bis 1952 am Kreuz der Schwester Sigrada. Die Ansprache hierfür hielt Herr Wolfgang Stiehl. Wolfgang Stiehl (Jg. 1934) aus Magdeburg engagiert sich im Bund der Stalinistisch Verfolgten e.V. (BSV) bzw. in der Vereinigung der Opfer des Stalinismus e.V. Beide Vereine fördern die Hilfe für politisch Verfolgte. Er organisiert gemeinsam mit Mandatsträgern und Mitgliedern das Vereinsleben in Sachsen-Anhalt. Dazu zählen Gedenkveranstaltungen zum 17. Juni, 13. August oder zum Volkstrauertag, gemeinsame Busfahrten zu Gedenkorten, aber auch Einflussnahme auf die Gesetzgebung oder die Teilnahme an Demonstrationen. Daneben steht die Beratung und Betreuung von Opfern der politischen Gewalt bezüglich der Wahrnehmung und Durchsetzung ihrer vom Gesetzgeber geschaffenen Rechte (z.B. Häftlingshilfegesetz) im Mittelpunkt. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Zeitzeugentätigkeit vor Jugendlichen oder Senioren sowie Teilnahme an Veranstaltungen der politischen Bildung. Dort berichten die Vereinsmitglieder von ihren Diktatur- Erfahrungen, um dazu beizutragen, dass sich extremistische Entwicklungen nicht wiederholen.

Herr Stiehl eröffnete seine Ansprache mit den Worten: „Es ist geschehen und deshalb kann es wieder geschehen." Er würdigte die Bedeutung der Gedenkstätte nicht nur für das Gedenken an das Schicksal von Schwester Sigrada, sondern für alle bekannten Opfer, die in der Gemarkung Hötensleben unnatürlich und abrupt ihr Leben lassen mussten. „Mit solchen Gedenk-Orten wird das anonyme Massenschicksal Grenzopfer, mit einer drei- bis vierstelligen Zahl, herunter transformiert zum Besinnen auf die Tragik und Unwägbarkeit jeweils eines Einzelschicksals. Erst so ist eine Erinnerung wirklich emotional angreifend und verarbeitbar." Er sprach noch einmal, über die bewusst von der Stasi verschleierte Geschichte der Schwester Sigrada. „Wie bei fast allen Todesfällen im Grenzbereich war das Regime der DDR absolut nicht daran interessiert, solche Todesfälle korrekt aufzuklären und die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Es sorgte vielmehr für weitest mögliche Verschleierung der aufgefundenen Fakten und ließ eine Veröffentlichung solcher Fälle durch die Medien wenn überhaupt nur im unmittelbaren lokalen Umfeld zu. Wir wissen auch heute über so viele Opfer an dieser gegen die Bevölkerung des eigenen Landes gerichteten Grenze viel zu wenig. ... tun wir alles, um eine Wiederholung und ein Schönreden solcher menschenverachtenden und religionsfeindlichen Diktaturen zu verhindern." Wolfgang Stiehl beendete seine Ansprach mit einem Zitat von Vaclav Havel „Die Macht der Bürokratie wird Macht des Volkes genannt; im Namen der Arbeiterklasse wird die Arbeiterklasse versklavt; die allumfassende Demütigung des Menschen wird für seine definitive Befreiung ausgegeben...und sie täuscht vor, dass sie die Menschenrechte respektiert...".

 

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Gerhard Ruden spricht beim Opfergedenken

(10.08.2009)  

Am 13. August findet wieder die Gedenkveranstaltung zum Mauerbau an Grenzdenkmal in Hötensleben statt. Unter Aufsicht von Volkspolizei und Nationaler Volksarmee (NVA) wird am 13. August 1961 die Sektorengrenze nach West-Berlin undurchlässig geschlossen. Die Mauer entsteht. Der Grenzdenkmalverein Hötensleben freut sich über einen würdigen Redner in der Person Gerhard Ruden.

Am 26.05.2005 wurde Gerhard Ruden vom Landtag des Landes Sachsen-Anhalt zum neuen Landesbeauftragten gewählt. Mit der Ernennung durch den Minister der Justiz trat er am 15.06.2005 sein Amt an.

Herr Gerhard Ruden wurde am 25.08.1946 in Haldensleben geboren. Nach Abschluss der erweiterten Oberschule und einer Schlosserausbildung studierte er Bauingenieurswesen an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar. Dort war er nach dem Abschluss noch ein Jahr als wissenschaftlicher Assistent tätig. Nach seinem Grundwehrdienst in der NVA arbeitete Herr Ruden bis zur friedlichen Revolution im Herbst 1989 in verschiedenen Volkseigenen Betrieben als Projekt- und Forschungsingenieur.

Von Mai 1990 bis Dezember 1994 war er Stadtrat für Umwelt (Beigeordneter) der Stadt Magdeburg. Bis April 2002 war er im Abwasserbetrieb der Landeshauptstadt Magdeburg tätig. Von Mai 2002 bis zu seiner Wahl zum Landesbeauftragten war er Mitglied der CDU-Landtagsfraktion. Gerhard Ruden ist verheiratet und hat ein Kind.

Gerhard Ruden war Mitglied in dem von Reiner Bohley geleiteten Friedensarbeitskreis der ev. Martinsgemeinde in Magdeburg, der sich im Herbst 1989 der Initiative Frieden und Menschenrechte (IFM) anschloss. Des Weiteren war Ruden Gründungsmitglied des Bürgerkomitees zur Auflösung des MfS und des „Runden Tisches Magdeburg".

Die Ansprache wird musikalisch umrahmt und von Kranzniederlegungen zum Opfergedenken begleitet.

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Geselliger Grillabend mit Überschlägen und Rauschbrille

(30.07.2009)

Verkehrsgarten Völpke stattete die Hötensleber Workcamper mit fahrbaren Untersätzen aus - Eine der ersten Anlaufstationen für die Workcamper vom Hötensleber Grenzdenkmal war vorige Woche der Verkehrsgarten in Völpke. Die Kreisverkehrswacht als Betreiber der Anlage hatte die Studenten abermals zu einem unterhaltsamen Abend auf dem Gelände eingeladen. „Wir sind jetzt schon zum achten Mal als Partner mit dabei, wenn die Workcamper in Hötensleben zu Gast sind", erläutert Vorsitzender Klaus Glandien. So stellte die Verkehrswacht den Jugendlichen für die Zeit ihres Aufenthalts auch diesmal wieder Fahrräder zur Verfügung, mit denen sie Touren in die nähere Umgebung unternehmen oder einfach mal auf eigenen Faust die Gegend erkunden können. Obendrein gab es einen Touristenkarte und eine Broschüre über Sehenswertes in der Region. „Und gern veranstalten wir für die Gruppen immer einen solchen gemütlichen Abend", so Glandien weiter. „Dabei zeigen wir, was wir hier in Sachen Verkehrserziehung tun und ermöglichen den Kontakt mitund untereinander." Damit das Ganze nicht allzu trocken vonstatten geht, hatten die Mitarbeiter des Verkehrsgartens einige der anschaulichen Geräte aus der Verkehrswacht-Zentrale aufgeboten, darunter der Überschlagsimulator, ein Fahrsimulator und die Rauschbrille. Beim Reaktionstest konnten

die Sinne geprüft werden, oder man drehte eine gepflegte Runde mit dem Kettcar durch den Schilderwald, ehe im Grünen Klassenzimmer Gegrilltes auf den Tisch kam. Die Workcamper verlebten so einen informativen und geselligen Abend - nachzulesen auch auf der Homepage des Grenzdenkmalvereins. Hier findet sich das Camp-Tagebuch, wo von der Ankunft bis zur aktiven Unterstützung des „Rock am Denkmal"-Festivals inzwischen die ersten Eindrücke geschildert stehen. Heute Abend sind die jungen Leute zu Gast bei den Kameraden der Hötensleber Feuerwehr.

http://www.grenzdenkmal.com/

 

Foto: Frohgelaunt ließen sich die Workcamper den Grillabend im Völpker Verkehrsgarten gefallen.

 

Text und Foto: Ronny Schoof - Volksstimme

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Workcamp 2009

(07.07.2009)

 

Zum Zwölften Mal findet das alljährlich stattfindende und erfolgreiche Workcamp am Grenzdenkmal in Hötensleben statt. Es wird auch dieses Jahr wieder multikulturell. Wir werden auf diesen Seiten in diesem Jahr ein Camptagebuch führen.

Die 12 Freiwilligen stammen diesmal aus Japan, Armenien, Tschechien, Polen, der Ukraine und aus Korea. Folglich treffen ab dem Freitag den 17.07.2007 wieder junge Studenten aus verschiedenen Kulturkreisen ein, was an sich schon einen besonderen Charme hat

Ein Workcamp besteht selbstverständlich nicht nur aus Arbeit. Es wird einen Besuch beim Bundespräsidenten mit einer Führung durch Schloss Bellevue und anschließender Stadtrundfahrt durch Berlin geben, wie auch eine Rundreise durch die Geologie von Millionen Jahren und die moderne Technik zum Abbau von Braunkohle. Mit der Salzgitter AG wird ein modernes Stahlwerk besichtig, was in den letzten Jahren einen besonderen Eindruck hinterließ. Schon allein die überdimensionale Technik schuf Eindruck. Im Anschluss an diesen Besuch wird die Gedenkstätte des ehemaligen KZ Salzgitter Drütte besichtigt. Individuell werden auch Fahrradtouren unternommen.

Das Festival „Rock...Kultur am Denkmal" werden die jungen Leute mit gestalten und  besuchen und hoffentlich kräftig mitfeiern. Außerdem sind der Verkehrsgarten Völpke, der Schützenverein Hötensleben und natürlich die Freiwillige Feuerwehr Hötensleben wie jedes Jahr feste Bestandteile im Programm. Im Sportverein stehen die Türen auch wieder offen.

Wichtig ist aber auch, dass den Campteilnehmern viel individuelle Freizeit zur Verfügung steht, um sich näher kennen zu lernen. Denn wer weiß, vielleicht entsteht auch wieder eine langfristige Beziehung, wo aus Freundschaft mehr wurde, wie es schon öfter der Fall war.

An dieser Stelle sei schon einmal ein Dank an alle Vereine, Organisationen und Personen gerichtet, die wieder Mal zu einem Gelingen beitragen.

Foto zu Meldung: Workcamp 2009

Zeit zu lieben, Zeit zu sterben

(03.06.2009)  

Theaterstück beim Rock am Denkmal.

Die bühne das Theater der TU Dresden wird beim Rock am Denkmal (25. Juli) das Stück „Zeit zu lieben, Zeit zu sterben" von Fritz Kater aufführen. Fritz Kater ist ein Pseudonym für Armin Petras dem Intendanten des Maxim Gorrki Theaters in Berlin.

Die Arbeit des Vereins die bühne basiert auf der Überzeugung, dass Theater und Kunst wichtige Bestandteile des Lebens sind. Die bühne ist ein studentischer Verein, dessen Ziel es ist, das Theater und die Kreativität seiner Mitglieder zu fördern. Die Regie führt das hoffnungsvolle und junge Regietalent die Hamburgerin Brit Bartkowiak.

 

Das Stück Katers erzählt vom Erwachsenwerden im Kommunismus unter Honecker. Es wird ein Leben in Grenzen und sich öffnen Grenzen mit neuen Erwartungen skizziert. Dabei stehen die politischen Aspekte nicht so im Vordergrund, vielmehr die Sehnsüchte, Träume aber auch Niederlagen und menschliche Abgründe. Eine ernüchternde DDR-Jugend im Schnelldurchlauf, wie das Scheitern einer Liebe nach der Wiedervereinigung in einer „Ost-West-Beziehung" sind die Themen dieses Stückes.

Sex and Drugs and Rock'n Roll in den 70er. Erinnerungsfetzen an eine Jugend in der DDR. Welche hat die schönsten Brüste? Wer verträgt am meisten? Wo sind die Grenzen? Am Rande passieren Flucht, Verrat und Tod. Die Liebe und der Horizont werden weit, die Perspektiven eng. Der erste, chorische Teil des Stücks erzählt von Unbeschwertheit, von hoffnungsvollen Ausschweifungen, die mit der ernüchternden Einberufung enden.

Die scheiternde Liebe nach der Wiedervereinigung ist ein Synonym für die Probleme des Zusammenwachsens. Das Bilden von Klischees und Vorurteilen untereinander, da das Bewusstsein nicht vorhanden war, eine gemeinsame Heimat zu haben, führte zum Scheitern dieser Beziehung. Das Stück soll nicht politisch richten, vielmehr ein Beitrag zum Zusammenwachsen sein. Es soll ein Denkanstoß sein, damit keiner mehr von „Ost- und Westdeutsch" respektive von „Alten und Neuen Bundesländern" spricht sondern vom gemeinsamen Deutschland.

 

In der Version der bühne werden die Protagonisten versuchen, trotz gesellschaftlichem Realismus angesichts der Zeiten der Finanzkrise die Hoffnung auf das Kommende ans Ende zu stellen. "Zeit zu lieben", als stummer Aufruf nach 20 Jahren friedlicher Revolution, weiter proaktiv den Weg zueinander zu finden und nicht die Divergenz von alten und neuen Bundesländern zu betonen, sondern das Gemeinsame...

 

Ein Dank geht noch ans Bundesinnenministerium, das durch die finanzielle Förderung diese Aufführung erst ermöglichte.

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Großartige Veranstaltung vor zu kleinem Publikum

(19.05.2009)  

Am 9. Mai zeigte Steffen Lüddemann seinen Film „50 Hertz gegen Stalin" und las aus seinem dazugehörigen Buch. Wenn von der doch sehr spärlichen Kulisse abgesehen wird, war es eine rundum gelungen Veranstaltung.

Es ist schon erschreckend, dass nur knapp über 20 Personen im Publikum zu finden waren. Dabei war in der Presse, durch Plakate und durch Handzettel auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht wurden. Weiterhin wurden alle umliegenden Schulen der Region eingeladen. Wenn wir Veranstaltungen mit geringem Niveau anbieten würden, könnten wir es noch verstehen. Aber das ist nicht der Fall.

Die Anwesenden konnten sich aber über eine emotionale und interessante Veranstaltung freuen.

Um eine dramaturgische Verfehlung zu vermeiden wurde der Film ohne Unterbrechungen gezeigt. Dabei wurde ein eindrucksvolles Bild der Zeit von 1945 - 1950 in der SBZ und der späteren DDR unterbreitet. Dokumentarisch, unterstützt mit gespielten Szenen, wurde das Schicksal der Jugendlichen aus Altenburg in dieser Zeit geschildert. Dabei wurde durch geschickt eingefügte Intervieweinblendungen von Betroffenen und Familienangehörigen eine Spannung und emotionale Gelähmtheit erzeugt, wie es Filmemacher selten schaffen. Am emotionalsten war wohl das Interview der Schwester des, in der Moskauer Butyrka hingerichteten, Oberschülers Joachim.

Wie kam es dazu? In einer Zeit in der die Zugehörigkeit zu der FDJ immer häufiger über Schulnoten entschied als die tatsächliche Leistung, wehren sich junge Gymnasiasten gegen diese Missstände und den Personenkult gegenüber Stalin. Von ihren Lehrern sollten sie noch gegen Ende des zweiten Weltkrieges als Kanonenfutter verheizt werden. Dieselben Lehrer verdrückten sich aber bei dieser Aktion und haben gegenüber den Schülern jede Autorität verloren. Zumal jetzt von eben diesen Leuten der Kommunismus gepredigt wird.

Sie leisten aktiven Widerstand indem sie Flugblätter verteilen und sich an eine Gruppe gegen Unmenschlichkeit wenden. In ihrer jugendlichen Naivität merkten sie nicht gleich, dass diese Gruppe vom CIA unterwandert war. Dem Risiko waren sie sich schon irgendwo bewusst, jedoch spekulierten sie mit der Abschaffung der Todesstrafe. Das es wirklich bis zum äußersten kommen sollte, steigert die Tragik der Geschichte.

Für die Ansprache von Wilhelm Pieck zum 70. Geburtstag von Stalin bastelten sie einen Radiosender, um diese Ansprache zu stören und eine eigene Sendung mit Protesten zu gestalten.

Die Dramatik im weiter funktionierenden ehemaligen KZ Buchenwald während der Verhandlung durch ein russisches Militärtribunal, ist erschreckend genug. „Ein absurdes Theater" war dieser Prozess.

 

Im Anschluss an den Film las Herr Steffen Lüddemann das letzte Kapitel seines Romans der letzten Tage und der Hinrichtung von Joachim, durch einen Henker der über 10000 Menschen das Leben nahm. Diese sehr bedrückende und emotionale Romanpassage sorgte für minutenlange Stille.

 

In der folgenden Diskussion erläuterte der Autor, wie er an die Informationen gelangte. Aber auch Fragen, zu dieser in Geschichtsbücher leider wenig beleuchteten Zeit, werden erläutert. Auch dass diese Verhaftungen und Hinrichtungen in dieser Zeit kein Einzellfall waren, wurde dargelegt. Natürlich ist diese Aktion eine der spektakulärsten gewesen.

 

Die Anwesenden bedankten sich bei Herrn Lüdemann für den unterhaltsamen und interessanten Abend. Hoffentlich wirken sie als Multiplikator, damit die nächsten Veranstaltungen auch den Zuspruch an Zuschauern erhalten, den sie verdienen

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Jahreshauptversammlung

(17.05.2009)

 

Die Jahreshauptversammlung des Grenzdenkmalvereins Hötensleben fand am 09. Mai in der Aula der Grundschule statt. Herr Walther, der Vorsitzende des Vereins, eröffnete und begrüßte alle Anwesenden. Speziell begrüßte er die neuen Mitglieder Rüdiger Dorawa und Sören Peter. Nach der Feststellung der Beschlussfähigkeit und der Genehmigung der Tagesordnung verlas Dieter Buchwald als Schriftführer die Niederschrift der Jahreshauptversammlung vom 05.04.08, die einstimmig genehmigt wurde.

Es folgten die Berichte des Vorsitzenden, des Schatzmeisters, Karl Heinz Grzymbowski, und des stellvertretenden Vorsitzenden; René Müller, zu den Ereignissen und Entwicklungen des letzten Geschäftsjahres. Herr Walther ging nach einem Jahresrückblick, explizit auf die Grundstücksproblematik ein, was für Zündstoff in der anschließenden Diskussion sorgte. Herr Rolf Reinemann schlägt vor, den Innenminister und den Landtagspräsidenten zu informieren bezüglich des Vollzuges des Landtagsbeschlusses zur vollständigen Übernahme des Grenzdenkmals in die Landesgedenkstätte Marienborn. Außerdem soll auf die Landesgedenkstätte Druck ausgeübt werden, um die Funktionalität des Denkmals zu erhalten. Enttäuschend war wiederholt die Tatsache, dass es aus Marienborn niemand schaffte, nach Hötensleben zu kommen. Mit dem Verhalten wurde die Bedeutung des Denkmals in Hötensleben in den Augen der Verantwortlichen in Marienborn deutlich. Es wird der Eindruck gewonnen, dass sich Marienborn lieber des Ballasts in Hötensleben entledigen wollte, als den Beschluss des Landtags umzusetzen.

Die Kassenprüfer Herr Kurt Futter und Herr Rolf Reinemann gaben Ihr Wohlwollen zum Bericht des Schatzmeisters. Der Schatzmeister Karl Heinz Grzymbowski stellte an hand der Einnahmen und Ausgaben fest, dass mittelfristig die Einnahmen die Ausgaben nicht mehr decken werden. Daher empfahl die Mitgliederversammlung den Mitgliedern in der Jahreshauptversammlung 2010 den Beschluss zur Beitragserhöhung von 50 Cent im Monat zu fassen und dies mit der Einladung 2010 den Mitgliedern mitzuteilen. Für Herrn Kurt Futter übernahm das jüngste Mitglied des Vereins Sören Peter die Verantwortung des Kassenprüfers. Er wurde einstimmig gewählt.

Einen doch eher positiven Rückblick lieferte René Müller. Der die Veranstaltungen beginnend bei der Veranstaltung mit Melanie Kollatsch über die förmlich ins Wasser gefallene, aber mit Erfolgt wiederholten Theateraufführung „Der Massenmensch", die äußerst spannende und emotionale Lesung mit Herrn Roman Grafe bis hin zum sensationellen Auftritt von Stephan Krawczik und Freia Klier. Auch das Rock am Denkmal wurde als Multiplikator für das Denkmal begrüßt. Die neue Webseite des Vereins wurde ebenso gewürdigt. Weiterhin gab es einen Ausblick auf die weiteren Tätigkeiten des Vereins im nächsten Geschäftsjahr, die unter http://www.grenzdenkmal.com/ nachzulesen sind.

Nicht zu vergessen sind die ergreifende Rede von Hans Jochen Tschiche zum 13. August und die Würdigung der Arbeit des Vereins mit der Auszeichnung zum Botschafter für Demokratie und Toleranz.

Auch die weitere Arbeit des Vereins blieb nicht unerwähnt. So steht Herr Walther kurz vor der Veröffentlichung seines neunen Buches in das er einen Großteil Freizeit steckte. Die Führungen wurden erwähnt gerade der Massenandrang am 3. Oktober, aber auch die kleinen Anekdoten bei den Führungen der Vereinsmitglieder. Damit ist sich der Verein seiner Rolle beim anhaltenden Revisionismus bewusst. Auch gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wird sich engagiert. Das regelmäßige jährliche Workcamp ist auch zum Teil Völkerverständigung. Der Verein hat das Ziel Aufklärung zu betreiben und Interesse zu entwickeln, damit in Deutschland nie wieder eine Diktatur entsteht.

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Von LIEBE und ZORN Jungsein in der Diktatur

(11.05.2009)  

Ausstellung über die Hippiebewegung in der DDR auf dem Rock am Denkmal am 24. und 25 Juli, das unter der Schirmherrschaft von Holger Hövelmann steht.

„...ich will meine Träume nicht nur träumen, ich will sie auch ERLEBEN."

(Udo Lindenberg „Daumen im Wind")

 

Vor etwa 30 Jahren träumten „Barry", „Fetzer" und ihre Erfurter Freundinnen und Freunde von einer besseren Welt in Liebe und Toleranz. Sie träumten von San Francisco und Paris, von Pink-Floyd-Konzerten und natürlich auch von Konzerten mit den Scorpions, Manfred Mann's Earthband, Sweet, Slade und Rubettes. Aber da sie in der DDR lebten, waren diese Dinge für sie so unerreichbar wie der Mond. Denn es gab eine Mauer, die sie von all dem trennte. Hinter dieser Mauer waren solche Hippie-Träume verdächtig, vor allem, wenn man versuchte so zu leben, den Mut hatte ANDERS zu SEIN.

Der Erfurter Freundeskreis lebte in einer Diktatur, die Jugendliche zu „sozialistischen Persönlichkeiten" erziehen wollte. Aber die vorgegebenen Helden konnten sie nicht begeistern, ebenso wenig wie die vom Staat verordnete Lebensweise und Kulturpolitik.

Die Ausstellung erzählt ihre Geschichte(n), zeigt auf, wie sie versuchten, im DDR-Alltag ihr ANDERS SEIN zu leben und deshalb Einschränkungen, bis hin zu harten Repressionsmaßnahmen erleben mussten. Die Erlebnisse des Freundeskreises werden in dieser Ausstellung - hauptsächlich in der sie prägenden Jugendzeit, von 1973 bis 1983 - dargestellt. Erstmals gezeigte Privatfotos, persönliche Dokumente und Stasiakten- Auszüge lassen die Geschichte(n) der Protagonisten und den Alltag in der Diktatur lebendig werden.

Gleichzeitig wird durch die Ausstellung ein Beitrag zum besseren Verständnis von Ost und West geleistet, da sich die gegenseitige Wissensvermittlung bisher noch als sehr unzureichend darstellt. Auch in der ehemaligen DDR wollte sich die Jugend ausprobieren, anders als die Eltern leben.

 

Damit freuen sich die Veranstalter, ein passendes Rahmenprogramm zu den Scorpions, Manfred Mann's Earthband, Sweet, Slade und Rubettes gefunden zu haben.

Foto zu Meldung: Von LIEBE und ZORN Jungsein in der Diktatur

Holger Hövelmann wird Schirmherr der Veranstaltungen in Hötensleben

(11.05.2009)  

Der Innenminister des Landes Sachsen Anhalt wird Schirmherr der Veranstaltungen zum zwanzigjährigen Jubiläum der friedlichen Revolution in Deutschland und zum sechzigjährigen Jubiläum des Grundgesetzes der perpetuierten Verfassung von Deutschland in Hötensleben. Die Gemeinde und der Grenzdenkmalverein Hötensleben sind sich somit ihrer Verantwortung als Botschafter für Demokratie und Toleranz bewusst.

 

Die Veranstaltungsreihe eröffnete eine Konzertlesung von Stephan Krawczyk und Freia Klier. Am 9. Mai wird Steffen Lüddemann eine cineastische Lesung „50 Hertz gegen Stalin" durchführen. Wie junge Leute sich wehrten, nach einem totalitären System wie dem Faschismus sich damit abfinden zu müssen, wieder in ein totalitäres System integriert zu werden, wird sehr spannen erzählt. Menschen denen es nicht liegt, im Gleichschritt zu laufen und die nicht mit Scheuklappen vor den Augen geradeaus laufen, sind die Protagonisten dieses Romans und Dokumentarfilms.

 

Zweifellos der Höhepunkt ist das Festivalwochenende am 24. und 25. Juli. Bands wie die Scorpions, Stanfour, Ela, Die Flugbegleiter und Angela am Samstag und Manfred Mann's Earth Band, Slade, Sweet und Rubettes am Abend davor werden viele Menschen ans Denkmal locken und zum Nachdenken anregen.

An diesem Wochenende komplettieren eine Ausstellung über die Hippybewegung in der DDR, eine Theateraufführung zu der Problematik und dem Zusammenwachsen von Ost und West sowie Buchpräsentationen das Programm.

 

Über das weitere Programm im Herbst wird noch eingehen informiert. Möglicherweise gelingt es die Pink Floyd Show nach Hötensleben zu holen. Der Montagsdemos soll mit einem musikalischen Gottesdienst gedacht werden. Im Händeljahr natürlich mit einem Händelkonzert. Eine Lesung von Barbara Bollwahn „Der Klassenfeind und ich" steht neben anderen Veranstaltungen auch auf dem Programm. Rund um das Denkmal werden Gedenkveranstaltungen stattfinden, wie aber auch Feiern zur friedlichen Revolution.

 

Um es mit Odo Marquard auszudrücken „Zukunft braucht Herkunft" oder wie es Holger Hövelmann formulierte: „Auch für die Zukunft ist dies ein ständiger Auftrag für uns alle". Dass es in Deutschland nie wieder eine Diktatur entsteht, soll ins Bewusstsein gerückt werden. Vor allem gerade die Jugend soll zu einen Engagement dafür animiert werden.

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Recht und Freiheit

(27.04.2009) Bundesweiter Kongress unter dem Motto 20 Jahre Friedliche Revolution und 60 Jahre Grundgesetz in Deutschland.

Der Grenzdenkmalverein Hötensleben nahm am 13. bundesweiten Kongress der Landesbeauftragten für Stasiunterlagen und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur am 24.-26. April im Thüringer Landtag teil. Vertreten wurde der Grenzdenkmalverein durch Achim Walther und René Müller. Landtagspräsidentin Frau Prof. Dr. Dagmar Schipanski eröffnete den Kongress.

Während in der alten Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg ein Rechtsstaat aufgebaut wurde, errichteten die Machthaber im Osten eine kommunistische Diktatur, die 40 Jahre bestehen sollte. Die Diktatur wurde im Herbst 1989 vom Volk gestürzt, die deutsche Einheit auf der Basis des westdeutschen demokratischen Grundgesetzes vollzogen. Seit dem 3. Oktober 1990 gelten die im Grundgesetz verankerten Grundrechte für alle Bürgerinnen und Bürger des vereinigten Deutschlands. Angesichts von 60 Jahren Grundgesetz und 20 Jahren Friedliche Revolution diskutierten Expertinnen und Experten gemeinsam mit Vertretern von Opferverbänden und Aufarbeitungsinitiativen über die Bedeutung des Grundgesetzes für Opposition und Widerstand in der DDR.

Der Hauptredner des Freitags Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier konnte möglicherweise, für eine Rede anlässlich des Gedenkens am 13. August in Hötensleben gewonnen werden.

Des Weiteren war im Landtag eine Ausstellung über die Jugend Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger in der DDR „Von Liebe und Zorn" zu sehen. Diese Ausstellung über die ostdeutsche Hippiekultur wird möglicherweise auf dem Festival Rock am Denkmal gezeigt. Sie passt auch wunderbar ins Programm neben den Scorpiens, Manfred Mann's Earthband, Sweet, Slade und den Rubettes am 24. und 25. Juli.

Ein Besuch des sowjetischen Speziallagers und des KZ Buchenwalds mit Gedenkveranstaltung standen ebenfalls auf dem Programm. Die Veranstaltung mit Steffen Lüddemann am 9. Juli befasst sich auch mit genau diesem Thema. Dass das Weiterbetreiben des KZ durch die sowjetischen Organe in der DDR totgeschwiegen wurde, braucht nicht weiter erläutert werden. Die Angehörige der hier umgekommen Menschen erfuhren nicht, wann und woran die Familien gestorben sind und wo sie ihre letzte Ruhe gefunden haben. Erst 1990 nahm sich die Gedenkstätte Buchenwalds des Themas an.

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Krawcyk und Klier überzeugten

(09.03.2009)  

Hötensleben, Krawcyk und Klier überzeugten mit Ihrem Programm

 

Am Ende gab es fröhliche Gesichter und stehende Ovationen. Das war im ersten Teil, des in zwei Teile geteilten Programms nicht immer so. Eine beklemmende Atmosphäre herrschte zuweilen in der evangelischen Kirche in Hötensleben.

 

Es handelte sich um die erste Veranstaltung des Kulturjahres des Grenzdenkmalvereins und der Gemeinde Hötensleben. Die an diesem Freitag voll besetzte Sankt Bartholomäus Kirche, mit ihrer angestrahlten und für Dorfkirchen ungewöhnlichen barocken Pracht, war allein schon den Besuch wert. Als Hausherr begrüßte Pfarrer Peter Mücksch das Publikum. Für die einladende Konrad Adenauer Stiftung eröffnete Dr. Andreas Schulze die Veranstaltung. Der Bürgermeister, Dieter Buchwald, folgte mit einem Grußwort, indem er auf die Veranstaltungen in diesem Jahr hinwies (siehe www.grenzdenkmal.com oder www.rock-am denkmal.de) und eine Passage aus seiner Stasiakte verlas. In diesem Text wurde ein Treffen, dass der Bürgermeister vor über mehr als zwanzig Jahren mit Stefan Krawczyk hatte, von einem Unbekannten beschrieben und verurteilt.

 

Ebenfalls vor über zwanzig Jahren wurden die Bürgerrechtler Freya Klier und Stefan Krawczyk aus der DDR ausgewiesen. Sie war eine regimekritische Schriftstellerin und Regisseurin und er war Liedermacher, Autor und damals ihr Ehemann. Nun standen sie wieder gemeinsam auf einer Bühne und hielten Rückschau auf die damaligen Ereignisse, den Umbruch und das deutsch-deutsche Zusammenwachsen mit ihrem Programm „Kamen wir ans andere Ufer".

 

Entsetzen und Unverständnis über das eben gehörte erfüllte die Kirche als Freia Klier aus ihrem Tagebuch „Abreißkalender" las. Reflektiert wurden die Jahre 1987/88. Zusammen mit Stephan Krawczyk gründete sie die erste freie Theatergruppe der DDR, die natürlich nur in der Kirche spielen durfte. Es muss nicht weiter erklärt werden, was folgte. Es waren Repressalien, psychische und physische Gewalt bis hin zur Verhaftung und Ausbürgerung. Krawczyk hielt die beklemmende Stimmung mit seinen Liedern respektive Rezensionen aufrecht. Die Situation der Beiden wurde dem Zuhörer bei diesem Programm brutal realistisch. Dabei kamen sie nicht larmoyant daher und sahen sich nicht in der Opferrolle. Sympathisch waren Krawczyk und Klier, unkommentiert und ohne Wertung waren die Beiträge. Beide lieben die deutsche Sprache und das Spiel mit dem Wort. Nach den erschreckenden Tatsachen über die Vorgehensweise in einem totalitären und menschenverachtenden Staat, folgte der zweite Teil über das Heute und Jetzt.

 

Ironisch und mit einem Augenzwinkern wurde unser Dasein betrachtet. Krawczyk glänzte wie im ersten Teil mit seinen Metapher behafteten musikalischen Darbietungen. Die unverwechselbare Stimme, sein Lächeln und sein ganz besonderer Charme gaben den Stücken etwas Unbeschreibliches mit auf den Weg. Freya Klier rezitiert, diesmal nicht autobiographisch, über einen gestrandeten Künstler. Es wurden auch die Abgründe unserer Gesellschaft beleuchtet. Die Stimmung im Publikum war jetzt heiter, lustig und gelöst ohne aber ihre Nachdenklichkeit zu verlieren.

 

Am Ende des Abends standen nach stehenden Ovationen die Zugaben der Künstler und das Gefühl der Gäste etwas Besonderes erlebt zu haben.

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Pressekonferenz

(24.12.2008)    
20 Jahre Grenzöffnung und 60 Jahre Grundgesetz dazu mehrere Höhepunkte und Stars in Hötensleben

Hötensleben. Möglicherweise Udo Lindenberg aber schon sicher Manfred Mann's Earth Band, Slade, Sweet, Rubettes und noch nicht bekannt gegebene Stars werden die Höhepunkte des Veranstaltungsjahres 2009 zu den konkreten Jubiläen 20 Jahre Grenzöffnung 60 Jahre Grundgesetz sein. Der Grenzdenkmalverein als Botschafter für Demokratie und Toleranz und die Gemeinde Hötensleben sind sich somit Ihrer Verantwortung bewusst und setzen als Erste ein Zeichen für das kommende Jahr.

Auf der am 15.12.2008 in Hötensleben stattgefundenen Pressekonferenz wurde deutlich, dass das ganze Jahr im Zeichen der beiden erwähnten Jahrestage steht. Unterstützt werden diese Projekte vom Bundespräsidenten Dr. Horst Köhler und dem Innenminister Dr. Wolfgang Schäuble. Beginnen wird die Veranstaltungsreihe mit einer Konzertlesung mit Freya Klier und Stephan Krawczyk am 6. März. Die auf Grund der Authentizität in der evangelischen Kirche stattfindet.

Gezielt wird versucht die Jugend anzusprechen um dort die Politikverdrossenheit und das Desinteresse an Geschichte zu beseitigen. Der zweite Programmpunkt die Filmvorführung und Lesung „50 Hertz gegen Stalin" mit Steffen Lüddemann richtet sich in erster Linie an junge Leute.

Auch der nächste Programmpunkt am 23. Mai zielt auch auf unsere Jugend. 60 Jahre Grundgesetz, 60 Orte und 60 Veranstaltungen. Hötensleben wird das Zentrum einer multimedialen Veranstaltung zum Grundgesetz sein. Hier wird an 60 verschiednen Plätzen in 60 deutschen Orten von Jugendlichen aus dem Grundgesetz gelesen. Alle Lesungen sind multimedial miteinander vernetzt. Dafür werden noch Betriebe, die Ihre Auszubildenden und Schulen die ihre Schüler Lesen lassen möchten, gesucht.

Ohne Zweifel ist das Festival am 24. und 25. Juli der Höhepunkt der Veranstaltungsreihe. Der erste Festivaltag geht wohl eher an die reifere Generation. Mit Bands wie Manfred Mann's Earth Band, Slade, Sweet und Rubettes treten Künstler auf die ihre ersten Hits hatten, als die Mauer in Hötensleben errichtet wurde.

Für den zweiten Tag ist Udo Lindenberg geplant. Der Rest des zweiten Tages ist noch nicht konkret. Es wird versucht ein Spektrum zu schaffen das alle Altersgruppen anspricht. In den Umbauphasen wird ein Theaterstück in drei Akten für Unterhaltung sorgen.

Mit der Lesung von Babara Bollwahn „Der Klassenfeind und ich" wird gezielt wieder die Jugend angesprochen.

In der Woche um den 19. November, der Grenzöffnung in Hötensleben, werden auch diverse Veranstaltungen wie z.B. die Pink Floyd Show geplant.

Die Veranstaltungsreihe in Hötensleben wird in das offizielle Programm des Landes Sachsen-Anhalt aufgenommen und Bestrebungen Herrn Prof. Dr. Böhmer als Schirmherren zu gewinnen laufen.

Gegen Fremdenfeindlichkeit und rechtsextreme Gewalt

(30.11.2008)  

Der Grenzdenkmalverein und die Gemeinde Hötensleben positionierten sich auf der Landeskonferenz des Netzwerkes für Demokratie und Toleranz am 27. November in Halberstadt. Damit wurde durch die Herren Thomas Malcher, Achim Walther und René Müller, die auch den Informationsstand betreuten, ein deutliches Zeichen gegen rechts- und linksextreme Gewalt, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz gesetzt.

Der Grenzdenkmalverein als Botschafter für Demokratie und Toleranz und die Gemeinde Hötensleben sind sich Ihrer Verantwortung gegenüber Fremdenfeindlichkeit oder rechtsextrem motivierter Gewalt somit bewusst und wollen als Multiplikatoren dienen.

Eigentlich sollte diese Landeskonferenz durch Prof. Dr. Böhmer eröffnet werden. Dieser konnte wegen wichtigen Entscheidungen im Zusammenhang der momentanen Finanzkrise nicht teilnehmen, wurde aber würdig durch den Landtagspräsidenten Dieter Steinecke vertreten.

Im Speziellen wurde in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt der ländliche Raum untersucht. Hier gibt es oft nur begrenzte Gelegenheiten am öffentlichen Leben teilzunehmen. Wenige Vereine und ihre Integrationsfähigkeit entscheiden über das Klima, in dem Migranten ihren Alltag erleben.

Ein großes Problem ist es auch, die Mitte zu erreichen, die große Masse, die lieber wegschaut oder sogar verklärt und entschuldigt.

Folgende Fragen wurden vordergründig erörtert:

Was ist eigentlich Fremdenfeindlichkeit und wo in der Gesellschaft trifft man diese Einstellungen an?

Wie kann man dieser Gewaltbereitschaft kritisch begegnen und einen freundlichen und gleichberechtigten Umgang zwischen Mehrheitsbevölkerung und Zugewanderten erreichen?

Wie steht es mit diesem Thema in unserem Alltagleben in der Familie, Sport, Feuerwehr und Verein?

Was können Vereine und Verbände zu einem demokratischen und weltoffenen Klima beitragen?

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Lesung von Roman Grafe

(13.11.2008)  

Der Samstag war doch sehr emotionsgeladen. Herr Grafe trug zu Beginn einige Passagen aus seinem Buch „Deutsche Gerechtigkeit", in der leider nur zur Hälfte gefüllten Aula der Grundschule, vor. Den Inhalt hatten wir schon mehrfach thematisiert. Die anschließende Diskussion hatte es in sich. Mit entsetzen wurde das geringe Interesse an unserer zeitnahen Geschichte angesprochen. Das heute lieber verdrängt, geleugnet oder verklärt wird. Dass es aber schon möglich war, in der DDR passiven Widerstand zu leisten, verdrängen viele. Wobei hier zwar mit Karriereeinbußen aber nicht unbedingt mit Gefängnis zu rechnen war. Diejenigen die es getan haben sind auch hauptsächlich mitverantwortlich an der friedlichen Revolution. Der Mut zum aktiven Widerstand hat dem Roman Grafe auch gefehlt.

Es ist schon traurig, dass Menschen wie Gysi in Talk-Shows gefeiert werden und keiner will verstehen, dass dies alles perfekt getimte Polemik ist. Es ist traurig, dass die PDS so allmählich auch in den alten Bundesländern salonfähig wird, dass Stasi-Mitarbeiter in deutschen Ämtern, Behörden und politischen Organen salonfähig werden. Auch den Versuch eine Lanze zu brechen, für die zu diesen Zeiten politisch und ideologisch Überzeugten, ließ Grafe nicht zu. Irgendwann müssten auch die Überzeugtesten gesehen haben, dass das Töten an der Grenze von unbewaffneten DDR-Flüchtlingen Mord ist. Im Gegenteil es wurde auf Grund von persönlichen Karierebestrebungen oder einfach nur mit dem Gedanken sich persönlich ein besseres Leben zu verschaffen, diese und andere Tatsachen in Kauf genommen und auch noch unterstützt.

Herrn Grafe wurde dafür gedankt, dass er diese Themen in aller Deutlichkeit anspricht.

Für einen kleinen Aufreger sorgte die Äußerung „Stasi-Dorf Hötensleben", was natürlich zu heftigen Protesten der Hötenslebener führte. Angeblich würde Hötensleben im Umfeld so betitelt, was mir persönlich auch neu ist. Die Welle der Entrüstung ist aber dabei schon vorstellbar. Es handelt sich vielmehr um ein Klischee, dass Orte im Sperrgebiet nur linientreue Einwohner hatten. Klar gab es Säuberungsaktionen wie Aktion Ungeziefer und Kornblume, die dienten aber vor allem zur Einschüchterung, ohne jetzt das Leid der Betroffenen herabzusetzen. So ist eben auch der passive Widerstand zu erklären.

Es waren interessante drei Stunden in der noch diverse Themen angeschnitten wurden. Diskussionsstoff war aber danach noch reichlich vorhanden. Wir vom Grenzdenkmalverein werden in Hötensleben versuchen, diese und andere Problem weiterhin durch Veranstaltungen zu thematisieren.

Es ist traurig, wie wenig diese Veranstaltungen von jungen Menschen wahrgenommen werden. Gerade jungen Menschen, die sich Ihre Zukunft aufbauen, muss es ins Bewusstsein rücken, dass eine Diktatur nie wieder eine Chance haben darf. Es ist traurig, wie wenig die Schulen und vor allem die Lehrer das Angebot wahrnehmen. Ich glaube nicht, dass Politikverdrossenheit und Dessintresse an Geschichte ein Erziehungsziel unserer Gesellschaft sein darf. In unseren nächsten Veranstaltungen werden wir uns gezielt an Jugendliche wenden. Ob wir sie erreichen ist von unserem Angebot aber auch vom Engagement der Lehrer abhängig. Unser Engagement eine Demokratie zu erhalten, ist in jedem Fall vorhanden.

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Herr Hans-Jochen Tschiche zu Besuch bei der Gedenkveranstaltung am Grenzdenkmal

(30.07.2008)

Unter Aufsicht von Volkspolizei und Nationaler Volksarmee (NVA) wird am 13. August 1961 die Sektorengrenze nach West-Berlin undurchlässig geschlossen. Die Mauer entsteht. Der Grenzdenkmalverein Hötensleben freut sich über einen würdigen Redner in der Person von Hans-Jochen Tschiche. Der Theologe, Politiker und Seelsorger zählt zu den Mitbegründern des Neuen Forums. Als Pfarrer arbeitete der 1929 in Kossa geborene Hans-Jochen Tschiche nach einem Theologiestudium.

1978 wurde er Leiter der Evangelischen Akademie (Sachsen-Anhalt). Für das Neue Forum war er 1990 als Abgeordneter in der letzten Volkskammer tätig. Von 1990-98 war Hans Jochen Tschiche Vorsitzender der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN im Landtag in Sachsen Anhalt.


Die Ansprache wird musikalisch umrahmt und von Kranzniederlegungen zum Opfergedenken begleitet. Das anschließende Gedenken für die in der Gemarkung Hötensleben ums Leben gekommenen Grenzgänger, wird in diesem Jahr am Gedenkkreuz für Ordensschwester Maria Witte stattfinden.

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Veranstaltung mit Roman Grafe

(30.07.2008)

Der Termin für die Veranstaltung mit Roman Grafe kann jetzt bekanntgegeben werden. Der 1968 in der damaligen DDR geboren Roman Grafe wird am 8. November in Hötensleben aus seinem Buch „Deutsche Gerechtigkeit" lesen. Nach einigen missglückten Versuchen schaffte es Grafe im Januar 1989 in den Westen auszuwandern. Wo er an der Journalistenschule St. Gallen in der Schweiz Journalistik studierte. Seit 1993 ist Roman Grafe als Autor und freier Journalist z.B. für die ARD und die Süddeutsche Zeitung tätig. Seine Bücher thematisieren vor allem die Geschichte der Innerdeutschen Grenze, die Prozesse gegen die Mauerschützen und ihre Befehlsgeber und Verbrechen der DDR-Diktatur gegen Andersdenkende.


In dem Buch Deutsche Gerechtigkeit werden diese Prozesse dokumentiert. Es ist erschreckend wie gerade die ehemaligen Apparatschiks ohne Reue versuchten, den Schießbefehl zu leugnen und selbstverständlich hat keiner etwas gewusst. Das spannende Buch macht wütend und nachdenklich zugleich. Um eine Metapher dafür zu finden, wäre wohl der Spruch angebracht, es geht einem das Messer in der Tasche auf.


Roman Grafe und dem Siedler-Verlag wurde im Februar 2006 die weitere Verbreitung des Buches Deutsche Gerechtigkeit vom Berliner Landesgericht untersagt. Der ehemalige Politoffizier der DDR-Grenztruppen Sven Hüber, der heute in gehobener Position bei der Bundespolizei tätig ist, hatte gegen das Buch geklagt. Das Entsetzliche ist, dass die deutsche Polizeigewerkschaft die Kosten der Klage auch bezahlte. Pervers wie die Lobbyisten unter sich in einem demokratischen Staat sind. Peinlich eigentlich für unsere Gesellschaft. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) veröffentlichte im Dezember 2006 einen Aufruf, in dem gegen ein Verbot des Buches protestiert wurde. Unterzeichner waren z.B. Wolfgang Thierse, Wolf Biermann, Erich Loest und Ralph Giordano. Diesem Aufruf wurde stattgegeben. Somit kann Roman Grafe auch wieder aus seinem Buch lesen. Der Grenzdenkmalverein freut sich auf eine Lesung der besonderen Art.

Bundespräsident Horst Köhler zu Besuch am Grenzdenkmal

(29.07.2008)

Der Bundespräsident Horst Köhler wird das Grenzdenkmal am 8. August 2008 anlässlich des Workcamps besuchen. Genaue Termine werden noch bekannt gegeben.

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Jahreshauptversammlung am 05. April

(05.04.2008)

Auf der Jahreshauptversammlung am 05. April hielt Herr Achim Walter einen Bericht über die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Unter Anderem wurden die interessante Veranstaltung mit dem Verteidigungsattache aus Südkorea, der eine beeindruckende Präsentation über die Verhältnisse an der innerkoreanischen Grenze führte, das Workcamp mit den Besuchen im Stahlwerk Salzgitter, in dem Tagebau der BKB und in Quedlinburg, dem Besuch des Ministerpräsidenten von Sachsen Anhalt Prof. Dr. Wolfgang Böhmer am 13. August mit seiner beeindruckenden Rede, dem Tag des offenen Denkmals in Hötensleben und anderen Ereignissen angesprochen. Dabei war es Herrn Walther wichtig, sich bei allen Beteiligten ob sie nun anwesend waren oder nicht zu bedanken. Weiterhin wurde das weitere Programm für das Jahr 2008 besprochen.

Das unter Anderem das Workcamp beinhaltet. Wieder mit einem Besuch im Stahlwerk Salzgitter, weil dort einfach beeindruckende Momente auf die jungen Leute warten. Diese Stippvisite wird diesmal ausgedehnt mit dem Besuch der Gedenkstätte des KZ Drütte auf dem Gelände der Salzgitter AG. Angestrebt wird auch wieder der Besuch im Tagebau, da dieser nicht minder beeindruckend war. Über weitere Ausflüge wurde diskutiert.

Außerdem wurden die Mitglieder über das Theaterstück „Der Massenmensch" vor dem Rock am Denkmal am 25. Juli, der Lesung von Roman Grafe (Termin voraussichtlich Anfang November) über die Planung zu den Veranstaltungen am 17. Juni, 13. August, 3. Oktober und dem Tag des offenen Denkmals am zweiten Septemberwochenende und weiteren Themen informiert. Bei der Wahl des Vorstandes gab es zwei Äderungen zum Vorjahr. Herr René Müller ist jetzt Stellvertreter von Herrn Achim Walther der als Vorsitzender wiedergewählt wurde und Karl Hein Grzymbowski wurde neuer Schatzmeister. Im Amt blieben als Beisitzer Joachim Mehnert und als Schriftführer Dieter Buchwald. Neue Kassenprüfer wurden Kurt Futter und Rolf Reinmann. Der Grenzdenkmalverein wird ab August eine eigene Internetseite präsentieren. Diese Seite wird über www.grenzdenkmal.com erreichbar sein und ab Mitte Juli mit Leben gefüllt. Die Haushaltsplanung für das Jahr 2009 wurde ebenfalls beschlossen.

Der anschließende Film im gut gefüllten Luthersaal der evangelischen Kirche über das Schicksal von Melanie Kollatzsch ging sehr unter die Haut. Sie hatte 15 Jahre zu unrecht im Gefängnis verbracht. Noch Minuten nach dem Film war das Publikum sichtlich benommen und zu gleich wüten darüber, wie unter einer Diktatur, wie sie es die DDR war, mit Menschen die noch nicht mal anders denkend oder gar Staatsfeinde waren, umgegangen wurde. Auch die männlichen Besucher ließen ihren Emotionen freien Lauf. Es sind selten soviel Männer mit Tränen in den Augen zu sehen, wie nach diesem Film und der anschließenden Diskussion. Dieser Film geht gezielt an die Emotionen der Zuschauer. Das Publikum soll die Gedanken mit auf den Weg nehmen, dass so etwas nie wieder möglich sein darf. Gerade Lehrer hätten wir unter dem Publikum erwartet, denn die sind mit verantwortlich, dass die heranwachsende Generation diese geschichtlichen Geschehnisse kennt und davon überzeugt ist, dass sie sich engagieren, um einer weiteren Diktatur nie mehr eine Chance zu geben.

Darum gebührt Frau Kollatzsch und dem Filmteam noch einmal der Dank für diesen wirklich beeindruckenden Film. Für sie war es nicht einfach diesen Film zu drehen und an die Plätze zurückzukehren, die ihr die Jugend geraubt hatten. Die Plätze die ihr die Zeit genommen haben, ihren Traum von einer Familie zu verwirklichen. Die Plätze an denen sie Repressalien ausgesetzt war und unendliche Angst hatte.

 

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Bündnispreis zum Botschafter für Demokratie und Toleranz

(25.03.2008)

Der Grenzdenkmalverein hat am Freitag den 25.03. im Haus der Berliner Festspiele den Bündnispreis erhalten. Die Preisverleihungen zum Botschafter für Demokratie und Toleranz wurden vom Bundesminister des Inneren, Herrn Dr. Schäuble, und der Bundesministerin der Justiz, Frau Brigitte Zypries, anlässlich des 39. Jubiläums des Grundgesetzes vorgenommen. Vorgeschlagen wurde der Grenzdenkmalverein von Herrn Jens Ackermann, für die FDP Mitglied des Bundestages.

Ausgewählt wurde der GDVH aus 146 Vorschlägen. Damit sind die Anstrengungen um den Erhalt des Grenzdenkmals und der Kampf wider das Vergessen der Verbrechen der DDR Diktatur gewürdigt und als vorbildliches zivilgesellschaftliches Engagement eingestuft wurden. Die Preisverleihung wurde von einem offiziellen Festakt umrahmt. Musikalisch geschah das durch Jocelyn B. Smith und Band (bekannt durch den Titelsong zum Film König der Löwen) und Juan Moreno übernahm die Moderation. Die Begrüßung nahm Herr Dr. Gregor Rosenthal vor, der Geschäftsführer des Bündnisses für Demokratie und Toleranz. Die Rede für das BfDT hielt Herr Christian Petry.

Darin rief er zum sozialen und zivilgesellschaftlichen Engagement auf. Der Aufruf richtete sich vornehmlich an die Teilnehmer des anlässlich des Jahrestages des Grundgesetzes einberufenen Jugendkongresses. Es darf aber auch zu keinem Annerkennungsverlust für unsere Jugend kommen. Der anschließende kurze Film dokumentierte das Wohlwollen der Jugendlichen in diese Richtung. In einer anschließenden Talkrunde von Herr Dr. Schäuble, Frau Zypries und Herrn Petry moderiert von Herrn Moreno wurden auch die Probleme der Jugend aber auch die Bedeutung des Grundgesetzes angesprochen. Herr Petry sprach von der Demokratie als Lebensform. Junge Leute müssen sich politisch engagieren um gerade ihre Zukunft zu gestalten. Das Grundgesetz muss aber auch den Alltag durch Bewusstseinsbildung prägen.

Nach einem einleitenden Film, nahmen für den Grenzdenkmalverein Hötensleben der Bürgermeister Dieter Buchwald und der Vereinsvorsitzende Achim Walther den Preis entgegen. Auf dem anschließenden und dem abendlichen Empfang hatten die Generationen noch Zeit ins Gespräch zu kommen. Engagement entsteht durch Interesse, durch Interesse aber nicht nur für die eigene Person.

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