Workcamp 2012 eine Nachbetrachtung

18.08.2012

Es war wieder einmal sehr gelungen dieses nun schon 15. Workcamp. Die 15 Camper kamen aus Frankreich, Belgien, der Türkei, Spanien, Serbien, Weißrussland, Russland, der Ukraine und aus Taiwan. Auch in diesem Jahr stand das Workcamp unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Sachsen Anhalt Dr. Reiner Haseloff. Wofür sich die Gemeinde Hötensleben und der Grenzdenkmalverein noch einmal recht herzlich bedanken.

Möglicherweise ist es im nächsten Jahr auch möglich, dass beide Ministerpräsidenten der von Sachsen Anhalt und der von Niedersachsen zusammen die Schirmherrschaft übernehmen. Wenn es denn in Niedersachsen irgendwann ankommt, dass die innerdeutsche Grenze nicht mehr existiert. Nun ja, das Grenzdenkmal befindet sich ja auf dem Gelände von Sachsen Anhalt, wie können wir überhaupt auf die Idee kommen, Niedersachsen damit in Verbindung zu bringen, welch eine Anmaßung. Die niedersächsische Seite hält es ja noch nicht einmal für nötig, Anfragen zu beantworten. Das beginnt aber schon auf kleiner kommunaler Ebene. So haben wir die Chance länderübergreifend die tourismusschwache Region attraktiver und zu gestalten. Nur scheinbar ist die Grenze nur körperlich in Hötensleben zum Denkmal geworden, in den Köpfen scheint sie noch zu existieren. Dazu kommt noch Missgunst, dass die Angst umher geht, dass einer etwas vom Kuchen des Anderen abbekommen könnte. Schade, aber wir werden den Weg zusammen schon noch finden.

Aber widmen wir uns schöneren Dingen, dem Camp. Es war eine schöne Gruppe in diesem Jahr, etwas ruhiger als sonst,  aber dafür war der Zusammenhalt größer als sonst. Gleich am Tag nach der offiziellen Eröffnung; auf der die Bundestagsabgeordneten Jens Ackermann (FDP), Manfred Behrens (CDU) und der Landrat des Bördekreises Hans Walker (CDU) zu Gast waren, ging es nach Moorsleben unter Tage. Hier wurden nicht nur Salz eingesammelt auch die ersten bleibenden Eindrücke. Ein Dank noch einmal an Wulf Biallas und seine Kollegen von DBE Herrn Heribert Kögler und Frau Evelyn Mrozek die uns diese Eindrücke ermöglichten. Die nächsten Tage standen ganz im Zeichen des Rock am Denkmal. Es wurde mit Hand angelegt, um das Festivalgelände fertig zu stellen. Dafür waren die Camper Gast des Rock am Denkmal. Die Camper waren begeistert von der Veranstaltung am Samstag mit Silly, Wingenfelder und Wingenfelder und der Band Pilot. Aber auch die Bands vom Vorabend hatten einen positiven Eindruck hinterlassen. Das Festival wird für einige, wohl das Highlight gewesen sein.

Am Montag konnte sich von den Aufräumarbeiten vom Sonntag im Kletterpark Blankenburg entspannt werden. Die Festung Regenstein gehörte mit zum Programm und so wurde der Montag zu einem reinen aber gelungenen Freizeitvergnügen. Mit dabei war immer die kleine achtjährige Pia, die von den Campern zum 16. Teilnehmer gemacht wurde. Die nächsten Tage standen wieder ganz im Zeichen der Arbeit. Die Abende wurde aber abgerundet mit einem Grillabend auf dem Rathaushof, dem Besuch im Verkehrsgarten Völpke und bei der Feuerwehr Hötensleben. Ausflüge wurden mit dem Fahrrad nach Schöningen und Helmstedt oder zum Baden nach Wackersleben unternommen. Die Gedenkstätte in Marienborn stand selbstverständlich auch auf dem Programm.

Am Sonntag ging es dann nach Berlin. Am Montag war das Camp in den Bundestag von Herrn Ackermann (FDP) eingeladen. So nutzten die Camper die Möglichkeit Berlin zu sehen und reisten am Sonntag schon an und übernachteten in einem Hostel. Der Bundestag war auch so ein Art Highlight für die Camper, die überwältigt waren vom Dom des Bundestages. An der Stelle bedanken wir uns herzlich bei Herrn Ackermann.

Die Stadt Goslar mit dem Bergwerksmuseum Rammelsberg standen am Dienstag auf dem Programm. Hier gab es durch Herrn Dirk Nitsche eine Führung auf Englisch. Am Mittwoch nach der Arbeit war das Camp zu Gast bei den Schützen des Ortes. Der erste Platz des Wettschießens ging an die Ukraine. Am Donnerstag wurden im Altenheim Volkslieder der einzelnen Nationen aufgeführt. Was zur Tradition werden muss. Eine nette Geste, die auch bei den Bewohnern gut angekommen war. Der Abschlussabend wurde wieder von der landesüblichen Küche der einzelnen Länder geprägt. Bis es am Samstag wieder viele Tränen beim Abschied gab.

An den freien Abenden stellten die Camper sich und ihr Land vor. Sie kochten mehrere Gänge an landestypischen Gerichten und präsentierten ihr Land. Das geschah in Geschichten oder Powerpointpräsentationen. Das Bemerkenswerte war, dass die Teilnehmer sehr viel Wert auf die Entwicklung der Demokratie in ihrem Land legten und auch offen über die Verbrechen, die in oder mit ihren Ländern begannen wurden, sprachen. Das türkische Modell von Demokratie und Islam wurde sogar als übertragbar, auf die gesamte arabische Welt vorgeschlagen, Diese Diskussionen und Überzeugungen machen Hoffnung, dass wir den begonnen Weg zu einem friedlichen Miteinander zu Ende gehen. Wenn die Jugend der Länder als wichtigste Errungenschaft ihres Landes die Demokratie nennt, kann das nur gelingen.

Wir bedanken uns bei allen die beteiligt waren am Gelingen des Camps. Besonderer Dank geht an den Landesbeauftragten für Stasiunterlagen, die Gedenkstätte Marienborn, der Gemeinde Hötensleben, der Stadt Schöningen (das Citymobil hat uns sehr geholfen), dem Verkehrsgarten Völpke, dem Schützenverein, der Feuerwehr, dem Kindergarten, dem Sportverein, DBE, Herrn Ackermann von der FDP, dem Ministerpräsidenten und allen nicht genannten. Im nächsten Jahr sind hoffentlich wieder alle mit an Bord.

 

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